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Raubmilben in Hopfengärten

Die Spinnmilbe Tetranychus urticae ist einer der Hauptschädlinge im Hopfenanbau. Ziel eines Forschungsprojekts war es, den vorbeugenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verringern.

Hopfenblüte
aid

(aid) – Die Spinnmilbe Tetranychus urticae ist weltweit einer der Hauptschädlinge im Hopfenanbau. Konventionelle Anbauer setzen deshalb zur Sicherung ihrer Erträge häufig prophylaktisch Akarizide ein. Bio-Landwirte greifen auf Molke oder Schwefel zurück. Ziel eines dreijährigen Forschungsprojekts der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft war es, diesen vorbeugenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln durch eine wirtschaftliche biologische Alternative zu verringern.

Mit Hilfe der heimischen Raubmilbenarten Typhlodromus pyri und Amblyseius andersoni und den gebietsfremden Arten Phytoseiulus persimilis und Neoseiulus californicus wurden verschiedene Ausbringmethoden, Ausbringzeitpunkte und Freilassungsmengen getestet. Außerdem sollte vor allem die heimische Art T. pyri durch Schaffung von Überwinterungsmöglichkeiten dauerhaft in den Hopfengärten angesiedelt werden. In den Fahrgassen der zwei konventionellen und drei biologisch bewirtschafteten Versuchsstandorte wurden dazu der Rohrschwingel Festuca arundinacea, eine Grünlandmischung oder Erdbeeren eingesät.

Erste Hinweise auf die Eignung des Rohrschwingels als Überwinterungsquartier gaben vereinzelte Frühjahrsfunde von Raubmilben und Raubmilbeneiern an den Pflanzen, die sich allerdings nicht statistisch absichern ließen. Bei den Ausbringmethoden erwiesen sich mit T. pyri besetzte einjährige Bugruten aus Weinreben effektiver als die Ausbringung mit Filzstreifen. In einem Versuchsjahr mit starkem Spinnmilbenbefall konnte mit diesen Schnittholzstücken der Befall signifikant unter der Schadschwelle gehalten werden. Die Wissenschaftler vermuten, dass die rasche Verteilung der Raubmilben im Hopfenbestand den Ausschlag für die bessere Wirkung der Bugruten gab. Außerdem war die Mortalität der Raubmilben während der dreimonatigen Lagerung der Ruten bis zu ihrem Einsatz mit 50 Prozent geringer als auf den Filzstreifen. Auf den Streifen starben bis zu 80 Prozent der Tiere. Somit wurden mit den Bugruten deutlich mehr Raubmilben in den Hopfengärten verteilt als mit den Filzstreifen.

Die Optimierung der biologischen Bekämpfung von Spinnmilben durch Raubmilben in Hopfengärten erfordert aus Sicht der Wissenschaftler weitere Untersuchungen. Es gelte, die Sterblichkeit der Raubmilben während der Lagerung, insbesondere auf den Filzstreifen, zu verringern. Für die dauerhafte Ansiedlung von Raubmilben durch Untersaaten seien weitere Tests der eingesetzten Pflanzen erforderlich. Außerdem müssten geeignete Maßnahmen und Zeitpunkte für die Pflege der Untersaaten ermittelt werden, um sie als Lebensraum für die Raubmilben nicht zu zerstören.

Dr. Eckhard Lorenz, www.aid.de

Weitere Informationen:

http://orgprints.org/30286/

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