Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Richtig Düngen im Gemüsegarten

Um ausreichend großes und geschmackvolles Gemüse im Garten zu ernten, ist eine Düngung der Pflanzen meist unerlässlich. Die Palette an Düngemitteln ist lang und nicht immer geläufig.

Blaues Mineraldünger
iStock.com / rubenjavierc

Eine sachgerechte Anwendung der verschiedenen Dünger ist aus ernährungsphysiologischen sowie ökologischen Gründen unerlässlich. Um dies gewährleisten zu können, sollten auch dem Hobbygärtner die verschiedenen Wirkungsweisen der gebräuchlichsten Düngemittel bekannt sein.

Ohne Nährstoffe kein Pflanzenwachstum

Pflanzen benötigen zum Wachsen verschiedene chemische Elemente. Den Hauptteil, nämlich Kohlenstoff (C), Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H), bezieht die Pflanze aus der Luft und dem Wasser. Alle anderen chemischen Bausteine muss sie als Nährstoffe über den Boden, in dem sie wächst, aufnehmen.

Wichtige Nährelemente und ihre Funktion

Neben den drei Grundelementen C, O und H, zählen Stickstoff (N), Kalium (K), Phosphor (P), Magnesium (Mg), Kalzium (Ca) und Schwefel (S) zu den Hauptnährelementen. Letztere sind begrenzt verfügbar und müssen der Pflanze je nach Zustand des Bodens über die Düngung zugeführt werden. Nicht weniger wichtig für den Pflanzenstoffwechsel sind die Spurenelemente wie Eisen, Kupfer oder Mangan. Wie der Name schon sagt werden sie von der Pflanze in wesentlich geringeren Mengen benötigt und sind meist in ausreichender Menge im Boden vorhanden.

Ziele einer ausgewogenen Düngung

  • Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen in ausreichender Menge und in einem ausgewogenen Verhältnis
  • Ersetzen der Nährstoffe, die dem Boden durch Ernte von Pflanzenteilen verloren gehen
  • Bodeneigenschaften durch Zufuhr von organischer Substanz erhalten und verbessern
  • Belastung der Böden und des Grundwassers durch zu hohe Nährstoffgaben vermeiden 

Wie viel Düngung ist nötig?

Grundsätzlich gilt: Viel hilft nicht immer viel. Düngemittel – egal ob organisch oder mineralisch – sollten möglichst gezielt dem Bedürfnis der Pflanzen angepasst werden. Wichtige Voraussetzung dafür ist, dass der Gärtner Bescheid weiß über den derzeitigen Versorgungszustand des Gartenbodens und über den Bedarf der Pflanzen, das heißt dem zu erwartenden Nährstoffentzug.

Tendenziell wird im Hobbygartenbereich eher zu viel gedüngt als zu wenig. Bundesweite Untersuchungen haben ergeben, dass die meisten unserer Gartenböden extrem überversorgt sind, vor allem mit Phosphor und Kalium, aber auch mit Stickstoff.

Daher sei grundsätzlich – auch bei Einsatz von organischen Düngern – empfohlen, den Gartenboden etwa alle vier bis fünf Jahre untersuchen zu lassen. Eine Standard-Bodenuntersuchung gibt Auskunft über die Kalium-, Phosphor- und Kalkversorgung (pH-Wert) des Bodens. Auf Wunsch bekommt man zusammen mit dem Untersuchungsergebnis auch noch eine speziell auf die jeweilige Gartennutzung abgestimmte, bedarfsgerechte Düngeempfehlung.

Mehr Infos zur Entnahme und Analyse von Bodenproben sowie zur Ermittlung des Düngerbedarfs finden Sie in der Linkliste unten. Hier sei insbesondere auf die im Internet frei zugängliche Broschüre „Bodenpflege, Düngung, Kompostierung im Garten“ hingewiesen.

Sonderfall Stickstoff

Besonders bei Stickstoff gilt es, das richtige Maß zu finden: Denn ein Zuviel dieses Nährstoffs im Boden kann zu einer Nitratanreicherung in der Pflanze führen. Der Verzehr von nitratreichen Pflanzen kann beim Menschen wiederum zu gesundheitlichen Schäden führen. Die Pflanzen werden durch eine überhöhte N-Düngung außerdem empfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Von den Pflanzen nicht benötigter Stickstoff geht leicht durch Auswaschung in tiefere Bodenschichten verloren und belastet damit das Grundwasser.

Die im Boden für die Pflanzen verfügbare Stickstoff-Menge lässt sich, wie die anderen Nährstoffe, mit einer Bodenanalyse – der sogenannten Nmin-Methode – bestimmen. Diese Methode ist zwar Standard im erwerbsmäßigen Gartenbau, im Hobbygartenbereich jedoch nicht unbedingt gebräuchlich: Nmin-Proben sind teuer und die Entnahme und Behandlung der Proben recht aufwändig.

Grundsätzlich gilt für den Hobbygarten: Wird ein Boden regelmäßig mit organischer Substanz – zum Beispiel Kompost, Mist, Gründüngung – versorgt, ist eine ausreichende Zufuhr mit Stickstoff meist gewährleistet. Bleiben darüber hinaus noch Wurzel- und Ernterückstände im Boden, steht einer reichlichen Ernte auch ohne zusätzliche N-Düngung nichts im Wege.

Organisch oder mineralisch?

Die Rückbesinnung vieler Hobbygärtner auf die Natur hat in den letzten Jahren zu einem vermehrten Gebrauch organischer Dünger geführt. Aber auch mineralische Dünger finden nach wie vor Anwendung im Hobbygartenbereich. Doch wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen organischen und mineralischen Düngern?

Organische Dünger

Organische Dünger sind normalerweise pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, wobei die düngenden Nährelemente an den Kohlenstoff gebunden sind. Sie entfalten ihre Wirkung langfristig und werden oft weniger schnell ausgewaschen als mineralische Dünger. Einige von ihnen wie Kompost oder Mist haben einen zusätzlichen positiven Effekt auf das Bodenleben und die Bodenstruktur. Bei organischen Düngern handelt es sich oft um Abfallstoffe aus der Landwirtschaft oder dem Gartenbau (siehe Tabelle), die wiederverwendet werden können. Auf diese Weise kommt es zu geschlossenen Kreisläufen.

Tabelle: Auswahl organischer Dünger für den Hobbygarten (enthaltene Nährstoffe der Dünger in % (= kg Reinnährstoff je 100 kg Dünger)

  Stickstoff N Phosphat P2O5 Kalium K2O

Magnesium MgO

Wirtschaftsdünger (durchschnittliche Gehalte)        
Gartenkompost

 1,0

 0,7

 0,8

 1,4 

Rindermist

 0,5

 0,3

 0,8

 0,1

Pferdemist

 0,4

 0,4

 0,5

 0,2

Kaninchenmist

 0,8

 0,3

 0,7

 0,2

Hühnermist (frisch)

 1,7

 1,5

 1,7

0,4

Organische Handelsdünger        
Hornspäne, -grieß, -mehl

 10,0-14,0

 < 1

 -

 0,3

Guano (70 % Guano)

 11,0

 6,0 

3,5 

 -

Vinasse

 4,0

 0,5

 7,3

0,3

Pflanzenkali

 -

 -

 25

 -

Quelle: Bodenpflege, Düngung, Kompostierung im Garten, aid-Heft 1375/2012

 

Da nicht jeder Hobbygärtner über einen Komposthaufen und schon gar nicht über Mist oder Jauche verfügt, hat in den letzten Jahren das Angebot an organischen Düngern im Gartenfachhandel stark zugenommen. Diese „organischen Handelsdünger“ stellen häufig ein Gemisch aus verschiedenen organischen Basisdüngern dar, sodass sie wie ein „Mehrnährstoffdünger“ alle Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis enthalten und vielfältig einsetzbar sind.

Ist laut Bodenuntersuchung nur ein Nährstoff im Mangel, ist eine gezielte Düngung mit organischen Düngern allerdings schwierig, da diese in der Regel immer mehrere Nährstoffe enthalten.

Mineralische Dünger

Im Gegensatz zu den organischen Düngern liegen bei den Mineraldüngern die düngenden Nährelemente meist in Form von (chemischen) Salzen vor. Sie sind ein Produkt bergmännisch gewonnener Mineralien oder fossiler Energieträger, die auf ihrem Weg zum Düngemittel eine mehr oder weniger intensive chemische Verwandlung erfahren. Teilweise kommen aber auch wenig veränderte Bergbauprodukte wie zum Beispiel Kalisalze oder Kalk zum Einsatz. 

Die durch chemische Prozesse isolierten Nährstoffe werden entweder als Einnährstoffdünger oder in Form von Mischungen als Mehrnährstoffdünger angeboten. Düngemittel, die Stickstoff, Kalium und Phosphor enthalten, werden als NPK-Dünger oder Volldünger bezeichnet. Häufig sind diesen Düngern auch Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemengt. Die Gehalte an den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor, Kali und Magnesium werden als so genanntes NPK-Verhältnis angegeben: NKP 12-12-17-2 (Blaukorn) bedeutet, dass 12 % Stickstoff, 12 % Phosphoroxid, 17 % Kaliumoxid und 2 % Magnesiumoxid enthalten sind. Von reinen Spurenelementdüngern spricht man, wenn ausschließlich Spurenelemente enthalten sind.

Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche und damit schnell wirksame Nährstoffe. Ihre Stärke liegt in der gezielten Bedarfsbefriedigung, nicht jedoch in der Vorratsdüngung. Über mehrere Gaben müssen sie dem Pflanzenbedarf angepasst werden. Andernfalls kommt es zu Nährstoffverlusten (Stickstoff) durch Auswaschung.

Anders verhält es sich da bei den so genannten Depotdüngern. Dabei handelt es sich um mineralische Dünger, die mit einer Hüllschicht ummantelt sind, wodurch die Nährstoffe langsam nach und nach freigesetzt werden. Diese Dünger verhalten sich ähnlich wie organische Dünger.

Tabelle: Auswahl mineralischer Düngemittel für den Hobbygarten

 Dünger

 Nährstoffgehalt 

 Bemerkung

 Kalkdünger    
 Kohlensaurer Kalk  75-95 % CaCO3 = 42-53 % CaO  langsam und mild wirkend, enthält bis 7 % MgO
 Stickstoffdünger    
 Ammoniumsulfatsalpeter  26 % N   NO3- und NH4-Dünger, 14 % Schwefel, stark bodenversauernd
 Schwefelsaures Ammoniak = Ammoniumsulfat   21 % N   NH4-Dünger, langsame und nachhaltige Wirkung, senkt den pH-Wert
 Kalkammonsalpeter KAS  27 % N   NO3- und NH4-Dünger, wirkt praktisch neutral auf den pH-Wert, sofort und nachhaltig wirksam
 Kalksalpeter  15,5 % N  überwiegend NO3-Dünger, schnelle Wirkung, pH-erhöhend
 Phosphatdünger    
 Thomasphosphat  10-15 % P2O5, 2-3 % MgO, 45 % CaO  wirkt pH-erhöhend 
 Superphosphat  18 % P2O5, 29 % CaO wirkt praktisch pH-neutral 
 Kalidünger    
 Kaliumsulfat  50 % K2  trocken lagern
 Kalimagnesia ("Patentkali")  30 % K2O, 10 % MgO   wirkt praktisch pH-neutral, trocken lagern
 Magnesiumdünger    
 Bittersalz  16 % MgO   schnellere Wirkung als bei Mg-haltigen Kalken 
 Mehrnährstoffdünger    
 Nitrophoska® perfekt  15 % N, 5 % P2O5, 20 % K2O   im Vergleich zu "Blaukorn" reduzierter P-Gehalt, bei P-reichen Böden günstiger

Quelle: Bodenpflege, Düngung, Kompostierung im Garten, aid-Heft 1375/2012

Versorgung mit organischer Substanz

Bei überwiegender Anwendung mineralischer Dünger ist in besonderem Maße auf eine ausreichende Versorgung des Bodens mit organischem Material (Pflanzenreste), zu achten. Andernfalls kommt es langfristig zu einer Verschlechterung der Bodenstruktur, die sich negativ auf das Pflanzenleben auswirkt.

Als organische Masse kommen Kompost, Gründüngung, Stallmist, Rasen- oder anderes Schnittgut, Rindenmulch oder Ähnliches in Frage.

Die Kompostierung bietet eine gute Möglichkeit, die im Garten anfallenden Reste und Abfälle des Haushalts sinnvoll weiterzuverwerten. Aus den organischen Abfällen des Gartens entwickelt sich eine gute Komposterde, die zur Düngung und Bodenverbesserung eingesetzt werden kann.

Jörg Planer, Meckenheim |

als hilfreich bewerten 0 Versenden VG Wort
Bodenpflege, Düngung, Kompostierung im Garten

Medienshop-Tipp

Bodenpflege, Düngung, Kompostierung im Garten

Grundvoraussetzung für optimales Pflanzenwachstum ist ein gesunder lebendiger Boden. Jedem Hobbygärtner sollten der Erhalt und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit deshalb ein besonderes Anliegen sein. Das Heft gibt dazu zahlreiche Tipps. mehr...

Kompostmiete - sichtbar sind die unterschiedlichen Rottegrade
iStock / constantgardener
Garten pflegen

Organische Düngung im eigenen Garten

Düngen mit Kompost & Co.

Organische Dünger liefern nicht nur Nährstoffe. Sie haben zusätzlich einen positiven Effekt auf die Struktur des Bodens, da sie diesen mit Humus anreichern.

mehr...
Garten pflegen

Den Boden untersuchen

Tiefschürfende Erkenntnisse

Spaten mit Erde
aid

„Bedarfsgerecht“ ist das Zauberwort bei der Düngung. Um bedarfsgerecht düngen zu können, muss aber erst einmal der Ist-Zustand bekannt sein. Den kann man mit einer Bodenuntersuchung ermitteln.

mehr...
Garten organisieren

Bodenarten und ihre Bedeutung

Von leicht bis schwer

Hand und Schaufel mit Erde
coco / Fotolia.com

In obst- und gemüsebaulichen Kulturanleitungen finden sich immer wieder Angaben wie "bevorzugt leichten Boden" oder "verträgt schweren Boden nur schlecht". Doch was bedeutet das?

mehr...
Garten pflegen

Gründüngung für den Hobbygarten

Viele positive Effekte

Die Gründüngung ist im Prinzip eine „Bodengesundungsmaßnahme“. Sie hat zusätzlich den positiven Effekt, dass im Boden vorhandene Nährstoffe bewahrt werden.

mehr...
Garten pflegen

Pflanzenjauche: Natürlicher Dünger aus dem Garten

Kostenlos und schnell wirksam

Pflanzenjauchen sind eine ideale Ergänzung zum Kompost, denn sie enthalten schnell verfügbare Nährstoffe – damit können akute Nährstoffmängel rasch behoben werden.

mehr...