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Rindfleisch: Kennzeichnung

In allen EU-Staaten ist eine einheitliche Rindfleischetikettierung vorgeschrieben. Das Etikett informiert darüber, woher das Tier stammt und wo es geschlachtet und zerlegt wurde.

Frau schaut sich das Etikett von verpacktem Rindfleisch an, am Kühlregal im Supermarkt
iStock.com / Juanmonino

Kennzeichnung von Rindfleisch

In allen Staaten der Europäischen Union ist eine einheitliche Rindfleischetikettierung vorgeschrieben. Diese Vorschriften beziehen sich auf frisches, gekühltes und gefrorenes Rindfleisch, einschließlich Hackfleisch. Verarbeitungserzeugnisse wie Wurst fallen nicht unter die Etikettierungspflicht. Das Etikett muss angebracht werden ...

  • an einem einzelnen Stück Rindfleisch,
  • an mehreren Stücken Rindfleisch (Gruppenkennzeichnung) oder
  • an der Verpackung bei nicht vorverpackter Ware im Einzelhandel (z. B. bei loser Bedienware in Form von schriftlichen und deutlich sichtbaren Angaben für Verbraucher).

Alle Angaben müssen für den Kunden deutlich sichtbar und dem betreffenden Rindfleisch eindeutig zugeordnet sein. Welche Angaben sind zwingend vorgeschrieben?

  • Referenznummer/-code – Die Nummer gewährleistet eine Rückverfolgbarkeit des Fleisches. Diese Nummer kann die Kennnummer des Tieres, von dem das Fleisch stammt oder die Kennnummer einer Gruppe von Tieren sein (Charge). Die Chargengröße darf in keinem Fall die Tagesproduktion eines Betriebes überschreiten und die Charge muss schlachthofrein sein, das heißt, es dürfen nur Tiere von einem Schlachthof in der Charge zusammengefasst sein.
  • Geboren in ...“ – Hier ist der Name des entsprechenden EU- oder Drittlandes zu nennen.
  • Aufgewachsen (gemästet) in ...“ – An dieser Stelle muss der Name des entsprechenden EU- oder Drittlandes oder die Namen aller Mitgliedstaaten und Drittländer geschrieben stehen, in denen das Rind gemästet wurde.
  • Geschlachtet in ...“ – Hier hat der Name des EU-Mitgliedstaates oder des Drittlandes mit der entsprechenden Zulassungsnummer des Schlachtbetriebes zu stehen. Eine Verwendung von Länderkürzeln ist nicht zulässig!
  • Europäische Zulassungsnummer des Schlachtbetriebes – Wenn der Schlachthof keine europäische Zulassungsnummer hat, muss die nationale Registriernummer vermerkt werden. Ist auch diese nicht vorhanden, sind Name und Anschrift des Schlachtbetriebes anzugeben.
  • Zerlegt in ...“ – An dieser Stelle steht der Name des EU-Mitgliedstaates oder des Drittlandes, in dem das Tier zerlegt wurde mit der entsprechenden Zulassungsnummer des Zerlegebetriebes.
  • Europäische Zulassungsnummer des Zerlegebetriebes
  • Besitzt ein Zerlegebetrieb keine europäische Zulassungsnummer, muss die nationale Registriernummer angegeben werden. Ist auch die nationale Registriernummer nicht vorhanden, dann müssen Name und die Anschrift des Zerlegebetriebes genannt werden. Hier ist es im Gegensatz zur Schlachtebene möglich, mehrere Nummern anzugeben, soweit sich das Rindfleisch auf die Anlieferung eines Schlachtbetriebes zurückverfolgen lässt.
Etikett von verpacktem Rindfleisch
Kennzeichnung von verpacktem Rindfleisch

Etikettierungssystem der Orgainvent GmbH

Weitere Informationen zur Etikettierung finden Sie bei orgainvent.de. Alle verpackten Rindfleischprodukte müssen die bekannten Kennzeichnungselemente tragen, wie die Verkehrsbezeichnung, das Mindesthaltbarkeits- bzw. Verbrauchsdatum, ggf. die Zutatenliste sowie die Herstellerangabe, Loskennzeichnung und natürlich den Preis.

www.orgainvent.de

Herkunfts- und Gütezeichen

Herkunftszeichen haben nicht unbedingt etwas mit der Qualität des Produktes zu tun. Sie garantieren die Herkunft aus einer bestimmten Region, was mit bestimmten Qualitätskriterien verbunden sein kann.

Gütezeichen geben Qualitätsstandards vor, die je nach verwendetem Zeichen sehr variieren. Manchmal beschränken sich die Standards lediglich darauf, dass am Schlachtband Fleisch mit Qualitätsabweichungen aussortiert wird. Oft müssen aber die Landwirte und die Fleischwarenindustrie bestimmte Produktionsbedingungen erfüllen, beispielsweise eine Ausrichtung auf Umweltschutz und/oder Tierschutz. So können beispielsweise besondere Haltungsformen oder Futtermittel vorgeschrieben sein. Oder es wird auf Leistungsförderer verzichtet. Käufer erhoffen sich oft eine höhere Sicherheit von einem Produkt mit Gütezeichen.

Die Richtlinien für das staatliche Bio-Siegel sind durch die EG-Öko-Verordnung vorgegeben. Weiterhin gibt es die Warenzeichen der ökologischen Anbauverbände wie Bioland, Demeter, Gäa und Naturland, die noch strengere Auflagen erfüllen.

Das QS-Siegel steht für geprüfte Qualitätssicherung. Die Anforderungen an die Qualitätssicherung im QS-System umfassen alle gesetzlichen Vorgaben. Bei Prozessen, die einen kritischen Einfluss auf die Lebensmittelsicherheit oder den Tierschutz haben, geht QS über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus.

Autorin: Ruth Rösch, Düsseldorf; Überarbeitung: Antje Elfrich, Brühl |

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Produktkennzeichung mit dem folgenden Text "Flakes aus Weizen und Reis"
Dr. Christina Rempe, Berlin
Lebensmittel

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Pflichtangaben bei Lebensmitteln

Für Lebensmittel, ob verpackt, vorverpackt oder unverpackt, gelten bestimmte Pflichtangaben. Diese müssen für den Verbraucher gut lesbar und verständlich sein.

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Nach 30 Jahren löst die EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) die alte Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung sowie eine Reihe weiterer Vorschriften ab.

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Titelbild Fachzeitschrift Ernährung im Fokus, Ausgabe 09/10 2015
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Lesetipp

Fachzeitschrift "Ernährung im Fokus" Schwerpunkt Fleisch

Die Fachzeitschrift "Ernährung im Fokus" beschäftigte sich im September 2015 mit dem Thema Fleisch. Eine ganze Ausgabe widmet sich diesem Schwerpunkt. In dieser Ausgabe finden Sie u. a. die Fachartikel "Rotes Fleisch - Vom gehaltvollen Nährstofflieferanten zum kanzerogenen Agens?", "Fleisch in unserer Gesellschaft" oder "Identität durch Fleisch ".

"Ernährung im Fokus", Ausgabe 09-10/2015 im aid-Medienshop

Hörfunkbeitrag September 2015

Wurst
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Fleisch in unserer Gesellschaft

"Ich esse kein Fleisch - ich bin Vegetarier". Ein Satz, den man in den letzten Jahren immer öfter hört, häufig mit dem Hinweis auf Massentierhaltung und Produktionsbedingungen.
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