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Roggen – ein verkanntes Genie

Roggen hat Eigenschaften, die vor allem in Zeiten fortschreitenden Klimawandels von Vorteil sein können...

Zuchtfortschritt durch genombasierte Selektion

(aid) – Roggen ist zwar als Brot aus einer abwechslungsreichen und gesunden Kost nicht wegzudenken, doch im Vergleich zu anderen Getreidearten macht sein Anbau in Deutschland flächenmäßig gerade einmal zehn Prozent des hiesigen Getreideanbaus aus. Dabei hat Roggen positive Eigenschaften, die vor allem in Zeiten fortschreitenden Klimawandels von Vorteil sein können: Dank seiner tiefen und gut verzweigten Wurzeln hat Roggen die Fähigkeit, Nährstoffe besser zu erschließen als alle anderen Getreidearten. Zudem ist er genügsam, was die Wasserversorgung angeht und passt sich gut an kühle Gebiete an, da er nur geringe Keimtemperaturen benötigt. Roggen ist zudem wenig krankheitsanfällig und bleibt auch unter den verschiedensten Stressfaktoren noch leistungsfähig.

Für die Züchtungsforschung ist Roggen jedoch eine harte Nuss. Deshalb haben sich nun Wissenschaftler der Universität Hohenheim, der Technischen Universität München, des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung und des Julius Kühn-Instituts gemeinsam mit dem Saatgutunternehmen KWS zusammengeschlossen, um ein neues Verfahren zur Vorhersage von Eigenschaften der nachfolgenden Zuchtgenerationen zu machen. Sie versprechen sich durch das entwickelte Verfahren einen schnelleren Zuchtfortschritt und damit bessere Anpassung der Sorten an verschiedene Standorte.

Wie das koordinierende Bundesforschungsministerium berichtet, kann die sogenannte „genombasierte Selektion“ bereits erfolgreich angewendet werden. Die neue Technik erlaubt es, Nachkommen zur Weiterzucht nicht nur nach den äußeren Merkmalen auszuwählen, sondern auch das Erbgut zu berücksichtigen. Eine große Anzahl sogenannter DNA-Marker ist die Basis für Vorhersagen über den künftigen Ertrag von Keimlingen. Noch bevor sie ins Feld ausgesät werden, können die passenden Pflanzen ausgewählt werden, die den entsprechenden Zuchtfortschritt erahnen lassen. Die Wissenschaftler versprechen sich vor allem Fortschritte hin zu toleranten und widerstandsfähigen Sorten.

Friederike Heidenhof, www.aid.de

Weitere Informationen:

www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/roggen-hat-zukunft-exot-und-traditionelle-getreideart-e-10554

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