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Rote-Bänder-Krankheit

Der Schadpilz Dothistroma septosporum (Dorogin), auch „Rote-Bänder-Krankheit“ genannt, ist auf dem Vormarsch.

Kiefern
aid

(aid) – Der Schadpilz Dothistroma septosporum ist im Jahr 2015 in Brandenburg und im Jahr 2014 in Baden-Württemberg erstmals an Kiefernbäumen festgestellt worden. Befallen waren in Brandenburg vor allem Jeffrey-Kiefern und Gelb-Kiefern, in Baden-Württemberg Schwarzkiefern. Der Erreger verursacht eine rötliche Bänderung an den vorjährigen Kiefernnadeln. In Brandenburg waren zunächst nur jüngere Bäume befallen, die in einem Bereich mit anhaltend hoher Luftfeuchtigkeit standen. Diese Bedingungen begünstigen einen Befall durch den Pilz.

Der Erreger kommt weltweit vor und gehört zu den Quarantäneschadpilzen. Bislang verursachte er vor allem auf der Südhalbkugel Schäden an Kiefern, inzwischen wurde er öfter auch in europäischen Ländern nachgewiesen. Möglicherweise wirkt sich hier der fortschreitende Klimawandel auf die weitere Verbreitung des wärmeliebenden Pilzes aus. In Österreich wurde der Erreger an allen heimischen Kiefernarten nachgewiesen – schon seit längerem an Schwarzkiefern, inzwischen auch an Waldkiefern, Bergkiefern und Zirbelkiefern. Bei einer Ausbreitung in Deutschland könnte der Pilz an diesen Baumarten umfangreiche Schäden hervorrufen.

Der Pilz infiziert zunächst meist ältere Nadeljahrgänge. Bei starkem Befallsdruck kann die gesamte Krone geschädigt werden. Zu erkennen ist ein Befall an hellbraunen bis ziegelroten Bändern an den zunächst noch grünen Nadeln („Rote-Bänder-Krankheit“), die nach und nach absterben. Das führt zu einer Schädigung der befallenen Bäume durch fortschreitende Entnadelung.

Um eine Weiterverbreitung des Schadpilzes zu verhindern, wird bei einem festgestellten Befall durch die Pflanzenschutzbehörde eine rascheTilgung und Entsorgung befallener Bäume angeordnet. Der Krankheitserreger wird vorwiegend mit infiziertem Pflanzenmaterial verbreitet. Hier sind verstärkte Kontrollen in Baumschulen notwendig. Auch in öffentlichen Grünanlagen mit Pflanzungen von hoch anfälligen ausländischen Koniferen ist verstärkte Aufmerksamkeit gefordert.

Wie in einem Beitrag des Journals für Kulturpflanzen berichtet wird, ist der Pilz zwischenzeitlich auch in Sachsen diagnostiziert worden.

Renate Kessen, www.aid.de

Weitere Informationen:

Journal für Kulturpflanzen 69 (2017)

http://www.waldwissen.net/waldwirtschaft/schaden/pilze_nematoden/bfw_nadelbraeune_kiefer/index_DE

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