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Schädlingsbekämpfung mit Zuckeraustauschstoff?

Chemischer Pflanzenschutz steht häufig in der Kritik wegen des potenziellen Risikos möglicher Gesundheitsgefährdungen von Mensch und Tier. Wissenschaftler suchen nach anderen Wirkstoffen.

Fruchtfliege
aid

(aid) – Chemischer Pflanzenschutz steht häufig in der Kritik wegen des potenziellen Risikos möglicher Gesundheitsgefährdungen von Mensch und Tier. Wissenschaftler sind daher auf der Suche nach Wirkstoffen, die einerseits unschädlich für Menschen sind, gleichzeitig aber eine negative Wirkung auf bestimmte Schädlinge haben.

Ein Wissenschaftlerteam der US-amerikanischen Drexel University ist nun fündig geworden: Einige Sorten von Zuckeraustauschstoffen hatten im Versuch eine toxische Wirkung auf Fruchtfliegen. Die Wirkstoffe Erythritol und D-Mannitol konnten die Fruchtfliegenpopulationen im Versuch erheblich dezimieren. Bei dem getesteten Erythritol starb bereits am vierten Versuchstag eine signifikante Anzahl von Schädlingen, bei D-Mannitol dauerte es ein paar Tage länger. D-Mannitol wirkte ausschließlich auf weibliche Insekten. Die Wissenschaftler schätzten die Wirkung für die Schädlingsbekämpfung aber trotzdem als potenziell nützlich ein, weil hierdurch die weitere Vermehrung unterbunden werden könnte. Zwei weitere Zuckeraustauschstoffe, Malitol und Xylitol, stellten sich dagegen als komplett unwirksam heraus.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Ergebnisse Verbraucher nicht davon abhalten sollten, Zuckeraustauschstoffe zu konsumieren, da die getesteten Substanzen als sicher für den menschlichen Organismus gelten. Inwieweit andere Insektenarten, also auch Nützlinge, auf den Wirkstoff reagieren, ist dagegen unklar.

Friederike Heidenhof, www.aid.de

Weitere Informationen:

http://www.eurekalert.org/pub_releases/2016-06/du-las062716.php

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