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Schleppschlauch, Schleppschuh oder Schlitzdrill?

Die in Arbeit befindliche Düngeverordnung wird Änderungen mit sich bringen. Die landwirtschaftlichen Betriebe werden bei Wirtschaftsdünger einen schriftlichen Düngeplan erarbeiten müssen.

Düngung Schleppschlauch
aid

(aid) – Die in Arbeit befindliche Düngeverordnung wird einige Änderungen mit sich bringen. Die landwirtschaftlichen Betriebe werden bei Wirtschaftsdünger einen schriftlichen Düngeplan erarbeiten müssen. Für die Nährstoffe in Gülle und Co. werden Obergrenzen festgelegt und eine möglichst schnelle Einarbeitung verringert Ammoniakverluste und Geruchsbelästigung. Seit Jahresanfang sind Prallteller mit einem nach oben gerichteten Güllestrahl nicht mehr erlaubt. Ab 2020 auf dem Acker und 2025 auf dem Grünland ist jede Form der Breitverteilung verboten.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat auf den DLG-Feldtagen in Haßfurt Mitte Juni die künftigen Ausbringungsgeräte an ihrem Stand nebeneinander im Vergleich aufgestellt. Dr. Fabian Lichti wagte in einem viel beachteten Vortrag eine Prognose für die Entwicklung: Nahezu alles, was Gülle in breiter Form noch ausbringen darf, erklärte Lichti zum „Auslaufmodell“. Die Wahl neuer Ausbringungstechnik für Gülle wird nicht leicht. So liegen die Kosten beim Schleppschuh um 36 Cent je Kubikmeter über denen eines Schleppschlauches, können die Differenz aber über eine Minimierung der Mineraldüngung wieder einspielen. Hintergrund ist die schnellere N-Aufnahme durch die Pflanzen, was auch die Verluste mindert.

Den Schleppschuh stellte Lichti als „Allrounder“ vor. Für Spezialisten ist die direkte Einbringung der Gülle mit Hilfe der Schlitz- oder Injektionstechnik sogar noch besser. Allerdings gebe es hier Begrenzungen bei der Arbeitsbreite und die Gefahr von Narbenschäden. Geräte mit Schleppschuhen sind schon bis 30 Meter Arbeitsbreite auf dem Markt, erweisen sich jedoch auf unebenem Gelände als wenig praktikabel. Entscheidend wird die betriebliche Schlagkraft im Frühjahr sein.

Der Schleppschlauch hat bezogen auf die Breitverteilung ein Reduktionspotenzial von 20 bis 30 Prozent des applizierten Ammonium-Stickstoffs, der Schleppschuh von 40 bis 50 Prozent, der Scheibeninjektor von 60 bis 90 Prozent, wie auch das Ausbringen im Strip Till und eine Scheiben-Schleppschuhkombination.

Für Gülleprofis ist das nicht neu. Einige arbeiten schon seit mehr als 15 Jahren mit Schleppschlauch und haben bei der Erneuerung des Güllefasses schon längst auf eine Injektionslösung gesetzt. 

Roland Krieg, www.aid.de

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