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Schutz des Verbrauchers

Mehrere Kontrollsysteme und -instrumente schützen die Gesundheit der Verbraucher. Dabei wird sowohl auf verantwortungsvolle Selbstkontrolle als auch auf amtliche Überwachung gesetzt.

Mikroskop
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Ein wichtiges Ziel des Lebensmittelrechts ist der Schutz des Verbrauchers. Laut Art. 14 der VO (EG) Nr. 178/2002 dürfen Lebensmittel nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie sicher, also nicht gesundheitsschädlich, sind. Für die Bewertung der Unbedenklichkeit von potentiellen Schadstoffen in Lebensmitteln werden neben kurzfristigen auch langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit des Verbrauchers einschließlich der nachfolgenden Generationen berücksichtigt.

Das Lebensmittelrecht (Artikel 18 der VO (EG) Nr. 178/2002) fordert, dass die Risikobewertung auf den verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und unabhängig, objektiv und transparent erfolgen soll. Die toxikologische Bewertung von Lebensmitteln soll sicherstellen, dass die enthaltenen Schadstoffe nur in gesundheitlich unbedenklichen Mengen im Lebensmittel vorkommen. Für die Risikobewertung ist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zuständig. Es berät die beteiligten Bundesministerien sowie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Wie funktioniert die Lebensmittelüberwachung?

Ein europaweites und international abgestimmtes System sorgt für eine flächendeckende Überprüfung der im Lebensmittelrecht geforderten Standards. Besteht ein Verdacht auf ein Gesundheitsrisiko werden die Informationen im Rahmen des Schnellwarnsystems der Europäischen Union (RASFF) veröffentlicht. Die Kontaktstelle in Deutschland ist das BVL, das im Fall von Krisen die Aufgabe des Risikomanagements übernimmt und Schnittstelle zwischen Bund, Ländern und den EU-Einrichtungen ist. Von hier aus werden Gegenmaßnahmen eingeleitet, um Lebensmittelkrisen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt entgegenzusteuern.

Die amtliche Lebensmittelüberwachung ist Aufgabe der Bundesländer. Die zuständigen Länderministerien entwickeln Untersuchungsprogramme, die die Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämtern in den Städten und Landkreisen durchführen. Das BVL steht als koordinierende und beratende Bundesstelle zur Verfügung und koordiniert darüber hinaus bundesweite Kontrollprogramme wie das Lebensmittelmonitoring, den bundesweiten Überwachungsplan und den nationalen Kontrollplan. Im Rahmen der Lebensmittelüberwachung werden alle Stufen der Wertschöpfungskette von der Herstellung bis hin zum verzehrsfertigen Produkt kontrolliert. Lebensmittelkontrolleure entnehmen Proben, die in amtlichen Laboratorien untersucht werden. Moderne Analysemethoden ermöglichen es, selbst kleinste Spuren eines Stoffes nachzuweisen.

Welche Aufgaben hat die Lebensmittelwirtschaft?

Der Lebensmittelhersteller trägt ein großes Maß an Verantwortung für die Lebensmittelsicherheit. Er ist am besten in der Lage, die verwendeten Rohstoffe zu prüfen und die Herstell- und Lieferprozesse so zu steuern, dass die von ihm gelieferten Lebensmittel sicher sind. Jedes Unternehmen, das an der Herstellung und am Verkehr mit Lebensmitteln beteiligt ist, muss die Sicherheit und Qualität seiner Lebensmittel nach gesetzlichen Vorgaben durch eigene Kontrollen sicherstellen und dies auch dokumentieren. Die behördliche Lebensmittel- und Veterinärüberwachung prüft stichprobenartig und ohne Vorankündigung die Einhaltung der Standards.

Welche Parameter nutzen Lebensmittelkontrolleure?

Hier stehen zwei Parameter zur Verfügung: 
ADI – „Acceptable Daily Intake“
Der Wert bezeichnet die Menge eines Stoffes, die ein Verbraucher ein Leben lang täglich ohne erkennbares Gesundheitsrisiko aufnehmen kann. Der ADI-Wert dient der Bewertung des chronischen Risikos.
ArfD – „Akute Referenzdosis“
Der Wert bezeichnet die Menge eines Stoffes, die mit einer Mahlzeit oder innerhalb eines Tages ohne erkennbares Risiko für den Verbraucher aufgenommen werden kann.

Die Überschreitung dieser Werte löst eine Meldung an das Europäische Schnellwarnsystem aus, und das Lebensmittel ist damit nicht mehr verkehrsfähig. Die Meldung an das Europäische Schnellwarnsystem veröffentlicht das BVL monatlich auf seiner Internetseite. 
 
Das Lebensmittel-Monitoring ist ein zusätzliches Instrument zur Verbesserung des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes. Man versteht darunter die wiederholte Beobachtung, Messung und Bewertung von unerwünschten Stoffen in und auf Lebensmitteln.

Autorin: Dr. Maike Groeneveld, Bonn |

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