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Schutz für Schmetterlinge

Immer weniger Schmetterlinge flattern über Deutschlands Wiesen. Selbst in Naturschutzgebieten ist ein drastischer Rückgang zu beobachten.

Schmetterling Distelfalter
Peter Meyer

(aid) – Immer weniger Schmetterlinge flattern über Deutschlands Wiesen. Selbst in Naturschutzgebieten ist ein drastischer Rückgang zu beobachten, hat eine Studie des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Mücheberg aufgedeckt. Die Wissenschaftler hatten anhand von Fachliteratur und eigenen Zählungen die Entwicklung der Tagfalterfauna über einen Zeitraum von etwa 200 Jahren untersucht. Die Fläche nahe Regensburg ist etwa 45 Hektar groß und seit 1992 Naturschutzgebiet.

Die meisten Tagfalter wurden mit durchschnittlich 117 Arten in den Jahren 1840 bis 1880 gezählt. Im Jahr 2013 waren es nur noch 71 verschiedene Schmetterlinge. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Situation für viele Arten verschlechtert. Der Anteil der „Spezialisten“, die einen bestimmten Landschaftstyp oder eine spezielle Nahrungsquelle benötigen, hat sich verringert. Ein Beispiel ist die Berghexe (Chazara briseis), die auf magere Trockenrasen angewiesen ist. Dieser ockerbraun gescheckte Tagfalter ist vom Aussterben bedroht.

Der Anteil der „Generalisten“, die sich an unterschiedliche Bedingungen anpassen können, ist im gleichen Zeitraum gestiegen. Dazu gehören etwa der Kleine Fuchs (Aglais urticae) und das Tagpfauenauge (Aglais io).

Die Wissenschaftler führen den drastischen Rückgang der Schmetterlingsarten auf die Intensivierung der Flächennutzung und die Zerstückelung der Landschaft zurück. Dadurch werden Lebensräume zerstört. Zusätzliche Bedrohungen sind der globale Klimawandel und Stickstoffbelastungen. Nach Ansicht der Wissenschaftler müssen dringend Schutzmaßnahmen ergriffen werden, die den Rückgang der Insekten effektiv aufhalten. In Deutschland gibt es mehrere Initiativen dazu. Zum Beispiel die Bundesarbeitsgruppe Schmetterlinge des Naturschutzbundes Deutschland und sogenannte Artenhilfsprogramme in der Zuständigkeit der Bundesländer.

Heike Kreutz, www.aid.de

Quelle:

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Pressemeldung vom 30. März 2016; Conservation Biology, Online-Vorabveröffentlichung (DOI: 10.1111/cobi.12656) vom 6. Januar 2016

Weitere Informationen:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/cobi.12656/abstract

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