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Schwarzer Holunder

Ursprünglich kam der Schwarze Holunder nur an Flussufern und in den Auwäldern Mitteleuropas vor. Heute findet man die Pionierpflanze in ganz Europa.

Schwarze Holunderbeeren
iStock.com / Rafal Olechowski

Geschichte und Besonderheiten

Prähistorische Funde belegen, dass der Holunder schon vor sehr langer Zeit in menschlichen Siedlungen anzutreffen war. So allerlei Geschichten und Volksbräuche ranken um den Holunder und wegen seines vielseitigen Wirkspektrums ist er aus der Heilkräuterkunde nicht mehr wegzudenken.

Der schwarze Holunder wächst vielerorts wild an Straßenrändern, Flussufern oder als Bestandteil von Feldhecken. Es handelt sich um einen schnell wachsenden Baum oder Strauch, der bis zu 7 m hoch werden kann. Im Juni bilden sich an den flachen Trugdolden kleine weiße oder rosa Blütchen, die einen süßlichen Geruch verbreiten. Die Beeren des Strauchs können zu Saft verpresst oder in verschiedenen Speisen verarbeitet werden.

Gezüchtete Holundersorten für den Garten haben gegenüber den Wildformen einige Vorteile: Die Beeren sind größer, reifen einheitlicher ab und weisen höhere Gehalte an Farbstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen auf. Zudem gibt es auch Sorten, die - im Unterschied zur Wildform - bereits im August reife Beeren bieten.

Standortbedingungen

Der Schwarze Holunder stellt keine besonderen Ansprüche an den Standort, bevorzugt aber tiefgründige, durchlässige und nährstoffreiche Böden. Windgeschütze Lagen, zum Beispiel an Mauern, sind besonders geeignet.

Aussaat / Pflanzung

Pflanztermin

Frühjahr oder Herbst

Pflanzmaterial 

2-jährige Jungpflanzen mit kräftigem Stamm und starken Kronentrieben (erhältlich in den meisten Baumschulen)

Pflanzabstand 

4 m x 4 m

Pflanzung 

Nicht höher und nicht tiefer pflanzen als die Pflanzen vorher in der Baumschule standen. Gut wässern.

Düngung

Im Frühjahr etwas Kompost locker über die Erde rund um den Stamm verteilen. Nicht einarbeiten, da der Holunder flach wurzelt und man damit nur die Wurzeln verletzen würde.

Pflege und Schnitt

Von Natur aus wächst der Schwarze Holunder mehr strauchförmig, kann aber auch als Hochstamm erzogen werden. Da der Strauch am einjährigen Holz trägt, sollte dieses in erster Linie gefördert werden. Bei anhaltender Trockenheit kann eine Bewässerung notwendig werden.

Schädlinge und Krankheiten

Mit Ausnahme von Blattläusen wird der Schwarze Holunder von keinen Schädlingen und Krankheiten befallen. Vereinzelt können jedoch Wühlmäuse Schaden an den Wurzeln verursachen.

Ernte und Lagerung

Je nach Sorte reifen die Früchte ab Mitte August bis in den Oktober hinein. Vorsicht: Unreife Beeren enthalten ebenso wie Blätter, Stiele und Rinde den Giftstoff Sambunigrin, der zu starken Verdauungsstörungen führen kann. Ernten Sie die Beeren erst dann, wenn sie voll ausgereift sind. Die Früchte sind reif, wenn roter Saft austritt und innen nichts mehr grün ist. Reife Früchte sind nahezu frei von Sambunigrin, sollten aber auch nicht roh verzehrt werden. Durch ein Erhitzen der Früchte für kurze Zeit auf über 80 °C werden das Sambunigrin sowie andere unbekömmliche Stoffe unschädlich. Aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe - unter anderem viel Vitamin C - ist der Schwarze Holunder äußerst gesund. 


Die Blüten können ab Mitte Mai bis in den Juli gepflückt werden und für Sirup oder den bekannten Hollerküchle verwendet werden.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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