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Schweinefleisch: Kennzeichnung

Es gibt in Deutschland über 300 Herkunfts- und Gütezeichen für Fleisch. Wer sich damit auskennt, dem können sie eine Hilfe bei der Kaufentscheidung sein.

Verpacktes Schweinehackfleisch im Kühlregal mit Etikett
Fotolia.com / Joshhh

Was bringen Herkunfts- und Gütezeichen?

Es gibt in Deutschland über 300 Herkunfts- und Gütezeichen für Fleisch. Herkunftszeichen sind regionale Zeichen, die für die Herkunft aus einer bestimmten Region stehen. Gütezeichen stammen zum Beispiel von Erzeugern oder von Fleisch verarbeitenden Firmen, die bestimmte, festgelegte Produktionsformen beziehungsweise Qualitätsstandards einhalten. Sie können deshalb eine gute Hilfe bei der Kaufentscheidung sein.

EU-Bio-Logo und Bio-Siegel garantieren Bioerzeugung

Deutsches Bio-Siegel
Das deutsche Bio-Siegel
Das deutsche Bio-Siegel

Das staatliche Bio-Siegel ist das Dachzeichen für Produkte aus dem ökologischen Landbau. Es darf nur genutzt werden, wenn die Anbieter des jeweiligen Produktes dieses nach den Richtlinien der EG-Ökoverordnung erzeugt und verarbeitet haben. Die Verordnung schützt die Begriffsbestimmungen "Bio" und "Öko". Ein Produkt, das eine dieser Bezeichnungen trägt, muss nach der EG-Ökoverordnung erzeugt und kontrolliert sein.

EU-Bio-Logo

Seit dem 1. Juli 2010 gibt es für Bioprodukte das europaweit geltende Bio-Logo mit Sternen in Blattform auf grünem Grund. Das nationale sechseckige Bio-Siegel darf weiterhin verwendet werden, ebenso wie verbandseigene Siegel, die in der Regel strengere Maßstäbe ansetzen.

EU-Bio-Logo
Das EU-Bio-Logo

Wesentlich für die Schweinehaltung sind die geforderten Mindestflächen von 0,8-1,5 Quadratmeter pro Mastschwein, gestaffelt nach Gewicht. Ferkel bis 30 kg brauchen mindestens 0,6 Quadratmeter pro Tier. Schweine sollen Bewegungsflächen zum Misten und Wühlen zur Verfügung haben. Die Tiere müssen daher einen ständigen Zugang zu einer Weidefläche haben. Vollspaltenböden sind verboten. Die ökologisch erzeugten Futtermittel stammen mindestens zu 20 Prozent vom eigenen Betrieb und anderen ökologisch arbeitenden Betrieben derselben Region. Die Zufütterung von Raufutter ist Pflicht. Ferkel müssen mindestens 40 Tage bei der Sau bleiben. Es sollen vor allem einheimischen Rassen und Linien gehalten werden.

QS-System

QS-Siegel
Das QS-Siegel

Das QS (Qualität und Sicherheit)-System ist eine freiwillige Selbstverpflichtung von Erzeugern und Lebensmittelwirtschaft. Mit diesem System sollen alle Stufen der Lebensmittelerzeugung - Landwirte, Futtermittel-, Schlacht-, Zerlege- sowie Verarbeitungsbetriebe - zu einheitlichen und nachprüfbaren Qualitätsvorgaben transparent produzieren und verarbeiten.

Das QS-Zeichen ist ein stufenübergreifendew Qualitätssicherungssystem, das für die konventionelle Landwirtschaft und alle nachgelagerten Stufen Anforderungen an die Produktion und Vermartung festlegt. Inzwischen gibt es in Deutschland rund 32.913 Schweinehalter, die am QS-System teilnehmen und in anderen Ländern etwa 5.609 (Stand Januar 2016). Für die Schweinehaltung gilt unter anderem, dass nur Einzelfutter verwendet werden dürfen, die in der Positivliste gelistet sind. Die Betriebe müssen durch einen Vertragstierarzt betreut werden. Mindestens zweimal im Jahr oder einmal je Mastdurchgang muss eine klinische Untersuchung der Schweine erfolgen. Alle schweinehaltenden Betriebe müssen am QS-Salmonellenmonitoring teilnehmen.

Biologische Anbauverbände

In Deutschland gibt es zahlreiche biologische Anbauverbände. Zu den bekanntesten gehören Bioland, Demeter und Naturland. Die Vorschriften sind hier in der Regel strenger als bei der Vermarktung unter dem Bio-Siegel. Die Anbauverbände setzen ihre Schwerpunkte in der Tierhaltung vor allem bei

  • weitgehendem Verbot konventionell erzeugter Futtermittel und von Hilfs- und Zusatzstoffen,
  • einer stärkeren Bindung der Tierzahl an die Fläche sowie
  • größere Mindestflächen pro Tier und Weidehaltung.

Die Produkte der Anbauverbände erkennt man am jeweiligen Verbandssiegel. Die Bioanbauverbände dürfen auch das Biosiegel tragen, da sie den Anforderungen ohnehin entsprechen.

Herkunftszeichen

Regionalfenster-Kennzeichnung für Schinken aus Baden-Württemberg
Muster einer Regionalfenster-Kennzeichnung für Schinken aus Baden-Württemberg

Die Herkunft eines Produktes wird dem Verbraucher zunehmend wichtig. Mit einem Produkt aus der Region verbindet man gerne Frische und Qualität. Erzeuger und Handel wollen sich damit von der "breiten Masse" gleicher Produkte abgrenzen und das Vertrauen des Verbrauchers mit der nachvollziehbaren Herkunft stärken. Ein Beispiel für ein Herkunftszeichen ist das "Regionalfenster".

 

Autoren: Antje Elfrich, Brühl; Ruth Rösch, Düsseldorf |

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EU-Bio-Siegel
Europäische Kommission
Lebensmittelkunde

Bio-Kennzeichnung

Die EG-Öko-Verordnung regelt genau, wann sich ein Lebensmittel „Bio“ oder „Öko“ nennen darf. Logos wie das EU-Bio-Siegel oder die Zeichen der Verbände zeigen auf den ersten Blick: Das ist Bio.

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Gina Sanders / Fotolia.com

Nach 30 Jahren löst die EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) die alte Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung sowie eine Reihe weiterer Vorschriften ab.

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Grundkennzeichnung

Produktkennzeichung mit dem folgenden Text "Flakes aus Weizen und Reis"
Dr. Christina Rempe, Berlin

Für Lebensmittel, ob verpackt, vorverpackt oder unverpackt, gelten bestimmte Pflichtangaben. Diese müssen für den Verbraucher gut lesbar und verständlich sein.

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Hörfunkbeitrag September 2015

Wurst
aid

Fleisch in unserer Gesellschaft

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