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Schweinefleisch: Verbraucherschutz

Schweinefleisch wird zum Schutz des Verbrauchers von der staatlichen Lebensmittelüberwachung streng kontrolliert - vom Stall bis zur Verkaufstheke.

Tierärzte untersuchen Schwein im Stall
Peter Meyer, aid

Kontrollen und Rückverfolgbarkeit

Schweinefleisch wird genauso wie das Fleisch anderer Nutztiere von der staatlichen Lebensmittelüberwachung streng kontrolliert, um den Verbraucher vor Schadstoffen zu schützen. Hierfür werden die Schweine und daraus hergestellte Lebensmittel bereits vom Stall an überwacht.

Spätestens beim Absetzen der Ferkel muss der Halter sie mit einer Ohrmarke kennzeichnen. Damit genau verfolgt werden kann, woher das Ferkel stammt, stehen auf der Ohrmarke folgende Angaben:

  • das Land,
  • der Landkreis in Form des Kraftfahrzeugkennzeichens und
  • die letzten sieben Stellen der Betriebsnummer.

Weiterhin muss jeder Betrieb ein Bestandsregister führen, in dem tagesaktuell folgende Daten angegeben sein müssen:

  • alle Zugänge, Geburten und Zukäufe,
  • Datum der Übernahme,
  • vorheriger Betrieb oder Händler,
  • alle Abgänge - Verendung, Verkauf, Schlachtung - mit jeweiligem Datum,
  • Folgebetrieb oder Händler.

Die Daten des Registers muss der Schweinehalter drei Jahre aufbewahren.

Schweinedatenbank

Um Tierseuchen wie Maul- und Klauenseuche und Schweinepest effektiver bekämpfen zu können, muss jedes EU-Land über eine Schweinedatenbank verfügen. Diese enthält ein zentrales Register aller schweinehaltenden Betriebe sowie Meldungen über Bestandsveränderungen in einem Betrieb. Gemeldet werden müssen

  • die Registriernummer des abgebenden Betriebes
  • die Registriernummer des aufnehmenden Betriebes
  • die Anzahl der aufgenommenen Schweine
  • das Datum der Übernahme/Zugang.

Weiterhin muss jeder Schweinehalter am 1. Januar jeden Jahres die Anzahl der im Bestand vorhandenen Schweine bei der zuständigen Behörde anzeigen. Meldepflichtig sind Schweinehalter, Viehhandels- und Transportunternehmen, Sammelstellen sowie Schlachtstätten. Mit der Datenbank sollen die Rückverfolgbarkeit von Schweinelieferungen stufenübergreifend gewährleistet und damit Infektionswege und -ursachen schneller erkannt werden.

Kontrollen vor und nach der Schlachtung

Tierazt im Schweinestall, Kontrolle

Bereits beim lebenden Tier werden vor der Schlachtung Veterinärkontrollen durchgeführt. Mit dieser Schlachttieruntersuchung soll sichergestellt werden, dass nur gesunde Tiere zur Schlachtung gelangen. Bei der Fleischuntersuchung am geschlachteten Tier wird dann auf Fleischmängel, Krankheitserreger und Medikamentenrückstände kontrolliert.

Weitere Informationen zur Kontrolle von Schweinefleisch

Wozu dienen Nationaler Rückstandskontrollplan (NRKP) und Einfuhrüberwachungsplan (EÜP) für Lebensmittel tierischen Ursprungs?

Beim Nationalen Rückstandskontrollplan und Einfuhrüberwachungsplan werden lebende und geschlachtete Nutztiere und Lebensmittel tierischen Ursprungs auf Rückstände unerwünschter Stoffe untersucht. Ziel ist, die illegale Anwendung verbotener oder nicht zugelassener Stoffe aufzudecken und den vorschriftsmäßigen Einsatz von Tierarzneimitteln zu kontrollieren.

Wie viele Proben werden bei Schweinen untersucht?

Beim Nationalen Rückstandskontrollplan umfasst der jährliche Untersuchungsumfang in Bezug auf Schweinefleisch jedes 2000. geschlachtete Schwein. 2012 wurden insgesamt 30.513 Proben von Schweinen untersucht. Die Proben wurden direkt beim Erzeuger bzw. im Schlachthof entnommen. Insgesamt enthielten 0,49 % der untersuchten Proben unzulässige Rückstandsgehalte. In 2011 war der Anteil mit 0,56 % noch etwas höher.

Wie hoch ist die Belastung mit Rückständen bei Schweinefleisch?

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zieht im Jahresbericht für 2012 das Fazit: "Schweine wiesen auch 2012 nur in wenigen Fällen Rückstände in unzulässiger Höhe auf. Gegenüber dem Vorjahr war die Gesamtanzahl positiver Befunde zwar niedriger, in einzelnen Stoffgruppen wie Antibiotika und sonstige Tierarzneimittel war aber ein höherer Anteil an unzulässigen Höchstgehaltsüberschreitungen zu verzeichnen. Relativ häufig sind die inneren Organe insbesondere älterer Tiere mit Quecksilber und Cadmium auch oberhalb der zulässigen Höchstgehalte belastet. Die Auswertung der Kupferbefunde ergab eine vergleichsweise hohe Anzahl von Höchstgehaltsüberschreitungen."

Autorin: Antje Elfrich, Brühl |

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