Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Schweinehaltungshygieneverordnung

Um die Situation der Seuchenbekämpfung bei Schweinen in Deutschland zu verbessern wurde 1999 die Schweinehaltungshygieneverordnung ins Leben gerufen und seitdem regelmäßig aktualisiert.

Schweine am duschen
Martin Ziron

Ferkelerzeuger und Mäster wünschen sich gesunde Tierbestände. Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Krankheiten sind längst gängige Praxis. Durch Sanierungs- und Impfprogramme wurden bis heute einige Krankheiten wirksam zurückgedrängt. Dennoch ist das Erkrankungsrisiko nicht geringer geworden. Das liegt auch am zunehmenden Tierverkehr und den stark wachsenden  Betriebseinheiten. So trat beispielsweise die in Europa besiegt geglaubte Maul- und Klauenseuche wieder in einigen europäischen Ländern auf. Die Schweinepest trat und tritt in Deutschland bei Haus- und bei Wildschweinen auf: Seit dem Jahr 1993 kam es zu mehr als 300 Ausbrüchen bei Hausschweinen. Und die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest ist immer noch vorhanden: 2014 hat es in den Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland mehr als 100 Fälle gegeben; es war auch ein Betrieb mit 20.000 Schweinen betroffen.

Schutz vor der Einschleppung ansteckender Infektionskrankheiten 

Um die Situation der Seuchenbekämpfung bei Schweinen in Deutschland zu verbessern wurde 1999 die Schweinehaltungshygieneverordnung ins Leben gerufen und seitdem regelmäßig aktualisiert. Sie verfolgt den Schutz von Schweine haltenden Betrieben vor der Einschleppung ansteckender Infektionskrankheiten, dabei insbesondere vor anzeigepflichtigen Tierseuchen wie der Schweinepest oder der Maul- und Klauenseuche.

Die Verordnung, die insbesondere auch für kleine und mittlere Betriebe gilt, legt hygienische Mindestanforderungen an Schweine haltende Betriebe fest. Dazu gehören bestimmte bauliche und betriebsorganisatorische Anforderungen, die dazu dienen, die Einschleppung und Verbreitung von Krankheitserregern zu verhüten und Infektionen frühzeitig zu erkennen. Schweine haltende Betriebe müssen „betriebseigene Kontrollen“ durchführen, eine tierärztliche Betreuung sicherstellen, unter bestimmten Bedingungen Einrichtungen und Geräte reinigen und desinfizieren sowie die Durchführung bestimmter Maßnahmen dokumentieren.

Verordnung richtet sich an alle Schweinehalter

Die Schweinehaltungshygieneverordnung richtet sich an jeden, der Schweine zu Zucht- oder Mastzwecken hält. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Haus- oder im Gehege gehaltene Wildschweine oder um bestimmte Rassen handelt. Neben der bisher üblichen Stallhaltung wird auch die Auslauf- und Freilandhaltung erfasst. Die Verordnung gilt nicht für Zirkusse, Tierschauen oder andere Einrichtungen, die Schweine nur zur Schau stellen oder zu kulturellen Zwecken halten.
 

Fragen und Antworten

Was ist beim Transport von Schweinen zu beachten?

Durch den gemeinsamen Transport von Schweinen aus unterschiedlichen Herkünften mit verschiedenen Zielen kann es zu einer schnellen Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern kommen. Die Verordnung verbietet deshalb, dass Zucht- und Nutzschweine gemeinsam mit Schlachtschweinen aus einem anderen Herkunftsbetrieb transportiert werden. Andernfalls können Erreger von Tierkrankheiten – insbesondere Tierseuchen – leicht von Schlachtschweinen auf Zucht- oder Nutzschweine übertragen und mit diesen in Ferkelerzeuger-, Mast- oder Zuchtbetriebe eingeschleppt werden.

Was sind betriebseigene Kontrollen?

Betriebseigene Kontrollen werden vom Betriebsinhaber selbst oder in dessen Auftrag ausgeführt. Dabei stehen die Betriebsabläufe (z. B. Betreten der Ställe, Umkleiden, Futterversorgung, Reinigung und Desinfektion der Liegenflächen) sowie die Kontrolle der Gebäude und Einrichtungen auf Funktionstüchtigkeit, Zweckmäßigkeit und Sauberkeit im Vordergrund. Schwachstellen im Betriebsablauf oder bei den baulichen Einrichtungen, die eine Einschleppung und Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigen, sollen dabei abgestellt werden.

Was ist unter der tierärztlichen Bestandsbetreuung zu verstehen?

Tierärztliche Bestandsbetreuung bedeutet, dass ein vom Schweinhalter ausgewählter Tierarzt den gesamten Schweinebestand in regelmäßigen Abständen untersucht. Dabei muss der Tierarzt insbesondere auf Krankheitssymptome für das Vorliegen einer anzeigepflichtigen Tierseuche (z. B. Schweinepest) achten. Zusätzlich hat der Tierarzt den Tierbesitzer mit dem Ziel zu beraten, dass die Tiergesundheit im Bestand aufrechterhalten und – sofern erforderlich – verbessert wird.

Wer kontrolliert die Einhaltung der Verordnung?

Der beamtete Tierarzt (Amtstierarzt) beaufsichtigt die Betriebe und die Einhaltung der Verordnung.

Autoren: Dr. Günter Fischer, Lotte und Elisabeth Roesicke, aid |

als hilfreich bewerten 0 Versenden