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Sinnesbildung

Sind die Möhren frisch? Welches Obst bleibt appetitlich in der Brotdose? Schmecken alle Äpfel gleich? Diese Fragen kann beantworten, wer seine Sinne trainiert.

Mädchen riecht an roter Paprika
Arnout van Son, aid

Sinnesbildung ist ein Thema, das im Rahmen der Ernährungs- und Verbraucherbildung in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat. Durch kleine Übungen und unkomplizierte Experimente erforschen Schülerinnen und Schüler mit all ihren fünf Sinnen frische Lebensmittel und erweitern ihren Geschmack. Der geschulte, feine Gespürsinn ermöglicht es Kindern und Jugendlichen auch, qualitativ hochwertige Lebensmittel von verdorbenen Produkten zu unterscheiden und so der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken.

Vielfalt statt Einfalt

Die Lebensmittelgruppen Gemüse und Obst bringen beste Voraussetzungen für Sinnesschulungen mit. Sie sind bunt, haben eine gute Klimabilanz und bilden in der aid-Ernährungspyramide hinter den Getränken den größten Anteil an unserem Essen. Es macht also aus vielerlei Hinsicht Sinn, Kinder und Jugendliche an den Geschmack möglichst vieler Gemüse- und Obstarten zu gewöhnen.

Hinzu kommt, dass Bananen, Beeren, Äpfel & Co. nicht gekühlt werden müssen und die Zubereitung im Klassenzimmer problemlos möglich ist. Lebensmittelrechtlich ist das unproblematisch. Entscheidend ist, dass die Speisen in der Klasse von den Schülern selbst verzehrt und nicht an Dritte abgegeben werden.

Tipps zur Durchführung von SinnExperimenten

Wer schon einmal ein Lebensmittel blind oder mit zugehaltener Nase verkostet hat, der weiß, dass beim Schmecken nicht nur die Zunge gefordert ist. Für die Durchführung von Sinnesübungen ist es daher wichtig, immer alle 5 Sinne anzusprechen:

Der Sinn Was findet ihr heraus?
Sehen: Wie sieht es aus?
Tasten, fühlen: Wie fühlt es sich an? (Hände und Zunge)
Riechen:   Wie riecht es?
Hören:  Welche Geräusche macht es beim Essen oder Trinken?
Schmecken: Wie schmeckt es?

Die Sinneseindrücke zu beschreiben, ist nicht immer einfach, aber sehr wichtig. Denn nur so wird uns bewusst: Jede/jeder hat einen eigenen Geschmack. Daher dürfen die Schüler die Frage „Wie schmeckt es mir?“ auch ganz individuell beantworten.

Beispielübungen

Sortenvielfalt:
Kostproben von zwei verschiedenen Apfelsorten anbieten und Sinneseindrücke beschreiben lassen, z.B. rot, grün, süß, sauer, saftig, knackig, hart oder weich (ggf. Beschreibungshilfen einsetzen).

Artenvielfalt:
Vier Gemüsearten der Saison in mundgerechte Stücke schneiden, in vier nummerierte Schalen legen und blind verkosten: Wer erkennt das Gemüse am Geruch, Geschmack, der Konsistenz? Anschließend den Test mit zugehaltener Nase durchführen.

Relativ ähnliche Lebensmittel am Geschmack erkennen:
z. B. zuerst Zucchini und Gurke vergleichend betrachten, die unterschiedliche Schale fühlen, dann schälen und in einer Partnerübung blind verkosten: Wie fühlen sich die Stücke auf der Zunge an? Wie schmecken sie? Was ist was?

Lebensmittel in unterschiedlichen Zubereitungsarten probieren:
z. B. Möhre oder Kohlrabi geraspelt, in kleinen Würfeln und in Scheiben anbieten und probieren. Was ist anders? Auch interessant: Müsli einmal mit geraspelten und einmal mit stückigen Äpfeln probieren. Was schmeckt süßer und warum?

Test zum Reifegrad:
Wie unterscheiden sich reife Bananen/Tomaten von sehr reifen Früchten? Tipp: aus Bananen mit dunklen Stellen eine Bananenmilch mixen.

Fingerfood zubereiten und genießen:
Mit den Schülern Gemüsesticks oder Obstspieße zubereiten und diese dann gemeinsam mit allen Sinnen genießen. Saisonales Gemüse und Obst verwenden (siehe aid-Saisonkalender).

aid-Medien für alle Altersstufen

Vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe bietet der aid in allen aktuellen Unterrichtsmedien Übungen zur Sinnesbildung mit Gemüse und Obst:

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KiGa/Grundschule

Beim Feinschmeckerkurs Schmecken lernen für 4- bis 7-jährige erweitern Kinder über einfache Sinnesschulungen ihren Geschmack, lernen zu genießen, ihre Empfindungen auszudrücken und z. B. Wasser, Rohkost und Brot wertzuschätzen.
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Grundschule

Im Ringordner Clever essen und trinken mit der aid-Ernährungspyramide für die Grundschule gehört Sinnesbildung zu jeder Übungseinheit. Beim Stationenspiel „Wir besuchen die Familien im Pyramidenhaus“. Wird an jeder Lernstationen gekostet und so die Neugier an den Lebensmittelgruppen geweckt.
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Sekundarstufe I

Für die Ernährungsbildung in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 hat der aid mit den SchmExperten zwei Unterrichtskonzepte entwickelt, in denen die Geschmacksbildung ebenfalls eine wichtige Säule bildet. Reflexion, kooperative Lernformen und weitere schüler- und handlungsorientierte Methoden helfen den Schülern, wichtige Alltagskompetenzen auszubauen.

 

Silke Hoffmann, Bielefeld |

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