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Sinnvolle Anzuchthilfen für Hobbygärtner

Im Handel gibt es eine üppige Palette an Anzuchthilfen, wie einfache Saatschalen, selbstbefeuchtende Aussaatboxen, vollautomatische und beheizte Aufzuchtstationen. Doch was ist wirklich nötig?

Kleine Pflanzen als Anzuchthilfe
iStock.com / AzmanJaka

Nimmt man besser Anzuchttöpfe aus Plastik, Ton oder Presstöpfe aus Torf, Multitopfplatten oder ganz einfache Pikierschalen? Oder tut es auch ein einfacher Joghurtbecher? Reicht ganz einfache Anzuchterde oder muss es Kokosquellerde oder gar eine Substrattablette sein? Die Fülle an verschiedenartigen Anzuchthilfen überfordert so manchen Hobbygärtner. Viele wollen doch bloß ein paar Tomaten, Gurken oder Kürbisse auf der Fensterbank anziehen.

Über Sinn und Unsinn vieler Anzuchthilfen lässt sich streiten. Für Anfänger, die das erste Mal ein paar Pflänzchen auf der Fensterbank anziehen möchten, reichen sicherlich erst einmal ein paar Blumentöpfe und etwas Anzuchterde aus. Für anspruchsvollere Gärtnerinnen und Gärtner bietet der Markt jedoch sehr viel praktisches Equipment an. Im Folgenden ein paar Tipps zu sinnvollen Anzuchthilfen.

Ordentlich gebettet: Geeignete Saatgefäße

Als Behälter für die Anzuchterde reicht in der Regel eine einfache, wiederverwendbare Kunststoffschale. Im Handel werden solche Schalen als Saat- oder Pierkierschalen angeboten, häufig gemeinsam mit einem passenden, durchsichtigen Kunststoffdeckel, der daraus ein kleines Gewächshaus macht. So ein Mini-Gewächshaus für die Fensterbank schützt die Pflanzen vor zu trockener Heizungsluft. Wichtig ist, dass sich Belüftungsschlitze im Deckel befinden, die übermäßige Feuchtigkeit verhindern. Wer nur ein paar einzelne Pflanzen anziehen möchte, kann die Samen aber auch direkt in einen Blumentopf oder in einen Joghurtbecher säen. In den Becherboden sollten aber vorher Löcher gemacht werden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Für die Aussaat oder die Stecklingsvermehrung werden häufig sogenannte Multitopfplatten verwendet, die auch in ein Mini-Gewächshaus eingesetzt werden können. Diese wiederverwendbaren Kunststoffplatten bieten je nach Ausführung bis zu 180 Vertiefungen, in die jeweils ein Samenkorn gesät werden kann. Dies gewährleistet jedem Pflänzchen einen idealen Standraum.

Als umweltfreundlich gelten die komplett aus organischem Material bestehenden Presstöpfe. Meist handelt es sich bei dem Material um ein Zellulose-Torf-Gemisch mit rund 80 % Zelluloseanteil. Nachteil dieser Töpfe ist, dass sie nach jedem Durchgang neu gekauft werden müssen.

Mager geht vor: Die Anzuchterde

Sehr wichtig ist die Verwendung von Anzuchterde. Dabei handelt es sich um spezielle Erde, die sehr fein ist und auch sehr kleinen Samen ein gutes "Bett" bereitet. Außerdem ist der Nährstoffgehalt solcher Erde an den anfänglich geringen Bedarf der kleinen Keimpflänzchen angepasst. Zu nährstoffreiche Erde würde nämlich zu schlechterer Wurzelbildung oder gar zum Vergeilen, das heißt einem stark beschleunigten Längenwachstum ohne ausreichendes Ausreifen der Pflanze, und zum Umkippen der Pflänzchen führen - besonders dann, wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind. Ausgezeichnete Anzuchterde ist die im Handel erhältliche Kokosquellerde.

Anstatt Erde können sogenannte Quelltabletten - auch Quelltöpfchen genannt - auf Torf- oder Kokosbasis verwendet werden. Mit Wasser übergossen, quellen diese Tabletten zu einem kleinen zylinderförmigen Substratblock auf, in den oben einfach nur der Same gedrückt werden muss. Nach der Keimphase können die Jungpflanzen samt Substrat, in das sie eingewurzelt sind, verpflanzt werden.

Solche Quelltabletten sind sehr einfach in der Handhabung und machen das aufwändige Pikieren - das Umpflanzen dichtstehender Pflanzen - unnötig. Sie sind aber deutlich teurer als Anzuchterde.

Dies und das für die gelungene Aussaat

Damit keine unnötigen Hohlräume im Substrat verbleiben und die Samen einen festen Kontakt zur Erde erhalten, sollte man die Erde nach der Saat etwas andrücken. Dafür bietet der Handel sogenannte Andrückbrettchen an. Diese gibt es in verschiedenen Größen, rund oder eckig je nach Form und Größe des Topfs oder der Saatschale. Andrückbrettchen kann man aber auch ganz leicht aus einem Holzbrett selbst herstellen.

Zum Gießen der kleinen und gebrechlichen Keimlinge sollte nach Möglichkeit ein Pumpsprüher verwendet werden, der einen feinen Wassernebel erzeugt. Für Gießkannen gibt es im Handel auch spezielle Aufsätze, mit der ein schonendes Wässern möglich ist.

Um Verwechslungen zu vermeiden, sollten die gesäten Sorten und Arten von Anfang an mit Stecketiketten markiert werden. Hier verwendet man am besten Etiketten aus einem wasserabweisenden Material, da diese mehrfach verwendet werden können. Äußerst nützlich zum Umpflanzen von dichtstehenden Pflänzchen in größere Töpfe ist ein Pikierstab. Dieser ist meist aus Holz oder Kunststoff gefertigt und sehr preisgünstig zu haben.

 

Jörg Planer, Meckenheim |

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