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Sojaanbau mit regionalen Sorten

Soja hat es als heimischer Eiweißlieferant für Nutzvieh und Mensch in Deutschland inzwischen auf 17.000 Hektar Anbaufläche gebracht

(aid) – Soja hat es als heimischer Eiweißlieferant für Nutzvieh und Mensch in Deutschland inzwischen auf 17.000 Hektar Anbaufläche gebracht. Das Greening im Rahmen der Agrarpolitik bringt auch Ackerbohnen, Erbsen und Lupinen wieder zurück auf die Felder. Verschiedene Versuche in der Vergangenheit waren dabei nicht immer erfolgreich, wie das Beispiel der Amylose-Erbse aus den 1990er Jahren zeigte, bei der die Landwirte am Ende auf 20.000 Stärkeerbsen für die Industrie sitzen blieben.

Seitdem hat ein Umdenken bei den Züchtern begonnen, sagte Stefan Lütke von der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzenbauinnovationen auf den DLG-Feldtagen in Haßfurt Mitte Juni. Die Züchter warten erst ab, welche Vermarktungswege sich bei den Leguminosen einstellen, um dann entsprechend auf die geforderten Qualitäten zu züchten. Derzeit arbeiten sie am Zuchtziel Ertragsstabilität. Diese lässt die Ackerbauern von den neuen „alten“ Feldfrüchten noch Abstand nehmen.

Für die Entdeckung neuer Vermarktungswege gibt es inzwischen für fast jede Leguminose ein Netzwerk von Landwirten, Verarbeitern und Produzenten, die gemeinsam an einer Wertschöpfungskette arbeiten.

Am weitesten hat es die Sojabohne gebracht, von der es laut Jürgen Unsleber, Berater vom Sojanetzwerk, bereits viele regionale Sorten gibt. Bayern und Baden-Württemberg nutzen mit zusammen rund 13.000 Hektar Anbau den Standortvorteil Sonneneinstrahlung aus. Bei der Aussaat sollte Mitte April die Bodentemperatur bei 10 Grad Celsius liegen. Wichtiger sei aber, so Unsleber, eine zehntägige Hochdruckwetterlage danach, die der Pflanze den Start erleichtert. Landwirte sollten wegen der abnehmenden Sonneneinstrahlung im Oktober einen Erntetermin für September anpeilen. Im Handel werden auch frühreifere Sorten angeboten, aber für warme Standorte gelte: je später die Sorte, desto höher der Proteinertrag. Voraussetzung ist eine ausreichende Wasserversorgung im Hochsommer, wenn die Sojabohne blüht und danach das Korn befüllt.

Unsleber räumte mit einem Irrtum auf: Der Vorfruchtwert der Sojabohne resultiert nicht in der Stickstoffanreicherung, da lasse die Pflanze kaum etwas übrig, sondern in der Bodenlockerung für die Nachfrucht. Und noch ein Tipp: Die Rhizobien, die für die Sojapflanze den Luftstickstoff binden, sind gänzlich andere als für Ackerbohnen und Erbsen. Daher müssen sie bei der ersten Aussaat als Impfbeigabe mit verteilt werden. Unsleber rät, auf die gängigen Rhizobien zurückzugreifen. Vereinzelt werden „fertige Pakete“ mit dem Saatgut angeboten, die aber wegen Lagerung und Transport an Wirkung verlieren.

Roland Krieg, www.aid.de

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