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Das A und O der Bewässerung

Wenn die sommerliche Sonne das letzte Tröpfchen Wasser aus dem Boden saugt, muss mit der Bewässerung der Pflanzenpracht begonnen werden. Doch wie bewässert man eigentlich richtig?

Hand mit Wasserschlauch
seregraff / Fotolia.com

Wie viel, wann und wie oft man die Pflanzen bewässert sind Fragen, die man in diesen Tagen häufig von Hobbygärtnern hört. Im Folgenden ein paar praktische Tipps, wie man die Pflanzen am besten über einen trockenen und heißen Sommer bringt.

Weniger oft, dann aber richtig!

Gartenpflanzen müssen nicht täglich gegossen werden. Man kann ruhig ein paar Tage zwischen den Gießeinheiten vergehen lassen. Dies tut einerseits dem Geldbeutel gut und hat zudem noch den positiven Effekt, dass die Bewurzelung der Pflanzen angeregt wird. Denn so müssen sich die Wurzeln auf der Suche nach Wasser ihren Weg in die Tiefe bahnen. Vorausgesetzt natürlich, dass genügend Wasser in die Tiefe dringt. Der Boden sollte nach dem Gießen mindestens 10 cm tief durchfeuchtet sein. Ein erneutes Gießen wird dann erst wieder erforderlich, wenn die oberen 4 cm des Bodens trocken sind.
Eine Ausnahme von dieser Regel gilt für alle Pflanzen, die frisch gekeimt sind oder gerade gepflanzt wurden. Hier ist ein häufigeres Wässern nötig!

Morgens oder abends?

In keinem Fall sollte man bei vollem Sonnenschein gießen, da dann zu viel Wasser verdunstet und zudem die Blätter geschädigt werden können. Nach Möglichkeit morgens wässern, da abendliches Gießen Schnecken anzieht. Außerdem erhöht sich das Risiko des Pilzbefalls, wenn die Pflanzen nicht trocken in die Nacht gehen.

Individuelle Bewässerung

Versuchen Sie einmal, die Pflanzen individuell mit der Gießkanne zu wässern statt mit dem Sprenger. Dies erfordert zwar etwas mehr Zeit, hat in der Regel aber den Vorteil, dass man dem individuellen Wasserverbrauch der einzelnen Pflanzenarten gerecht wird. In der Regel benötigt die Pflanze besonders viel Wasser während der Jugendphase und kurz vor der Abreife. So hat zum Beispiel die Bohne beim Übergang von der Blüte zur Hülse einen besonders hohen Wasserbedarf. Salat und Brokkoli mögen den Extraschluck Wasser, bevor sie ihren Kopf schließen.

Wie Sie Wasser sparen können

Da Regenwasser umsonst und meist in ausreichendem Maße verfügbar ist, bietet es sich an, möglichst viel von dem kostbaren Nass zu sammeln. Versuchen Sie also mittels Regenrinne und -tonne jedes verfügbare Dach an und um Ihr Haus zu nutzen. 

Häufig unterschätzt wird der Wasserspareffekt des Mulchens (Bedeckung des Bodens mit organischem Material): Dadurch wird die Verdunstung der Bodenoberfläche derart verringert, dass sich bis zu 40 % Gießwasser einsparen lassen. Ein Nachteil des Mulchens kann sein, dass Schnecken unter der Mulchschicht ideale Bedingungen vorfinden. Bei Schneckenproblemen sollte man daher nur trockenes Mulchmaterial verwenden und bei feuchtem Wetter gegebenenfalls auf das Mulchen verzichten.

Wenn man nach dem Regen oder Gießen die oberste Bodenschicht hackt, zerstört man die Kapillarkraft. Das heißt, der Aufwärtsdrang des Wassers wird gemindert, wodurch weniger Wasser verdunstet.

Jörg Planer, Bonn |

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