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Spannungsfeld: Berufsschule und Praxis

Der Bundesring Landwirtschaftlicher Berufsschullehrer tagte im Bildungszentrum Triesdorf.
Günter Denninger

Kompetenzentwicklung war das Leitthema der Jahrestagung landwirtschaftlichen Berufsschullehrer im bayerischen Triesdorf. Im Fokus: das Spannungsfeld zwischen Berufsschule und Praxis.

Die Berufsschullehrer diskutierten mit dem Bildungsreferenten des Deutschen Bauernverbandes, Martin Lambers, und Vertreterinnen der Technischen Universität München und der Berliner Hochschule, Antje Eder und Dr. Heidi Müller-Weichbrodt, über die Erwartungen der Betriebe und der Auszubildenden an die Lehrerkräfte im Agrarbereich.

Im Rahmen ihrer Masterarbeit hatten Franziska Gebauer und Lena Müller (TU München) bundesweit Ausbildungskräfte und Auszubildende befragt, welche Kompetenzen ihnen in der Berufsausbildung am wichtigsten sind und welche Erwartungen an die Berufsschullehrkräfte gestellt werden. Die wichtigsten Ergebnisse wurden bei der Tagung des Bundesrings der Agrarlehrer vorgestellt:

  • Fachkompetenz wird sowohl von Ausbildern als auch von Auszubildenden für die Berufsausübung am wichtigsten erachtet, gefolgt von Methoden-, Personal- und Sozialkompetenz.
  • Die Sozialkompetenz wird von den Ausbildern bei sich selbst am wenigsten ausgeprägt gesehen; diese Aussage deckt sich mit den Wahrnehmungen der Auszubildenden.
  • Ausbilder und Auszubildende erwarten von den Agrarlehrern vor allem praxisnahen Unterricht, persönliche Praxiserfahrungen und fachliches Wissen.
Teilnehmer am Tisch am diskutieren
Die Agrarlehrer tauschten sich über Ergebnisse einer Masterarbeit zur Kompetenzentwicklung aus.

Im weiteren Verlauf der Tagung stellte Martin Lambers vom Deutschen Bauernverband das Projekt „Qualitäts- und Vernetzungsinitiative für landwirtschaftliche Berufsbildung“ vor. Dazu wurde ein Fachbeirat berufen, an dem Vertreter des Bauernverbandes und des Bundesrings mitwirken. Erstes Arbeitsergebnis: Es wurde ein Fragebogen konzipiert, der sich mit den persönlichen, berufsfachlichen, pädagogischen, methodisch-didaktischen Anforderungen an die Bildungsakteure (Berufsschullehrer, Ausbilder, Ausbildungsberater) befasst.

Am Nachmittag führte Direktor Otto Körner durch das landwirtschaftliche Bildungszentrum Triesdorf, das für rund 3.400 Schüler und Studierende an zehn Schulen, zwei Fakultäten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und des LVFZ für Milchanalytik Bildungsangebote zur Verfügung stellt. Am zweiten Veranstaltungstag standen die Berichte der Bundesländer auf der Tagesordnung. In den Berufen Landwirt/-in sowie Gärtner/-in (Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau) gibt es derzeit im bundesweiten Trend zunehmende Schülerzahlen.

Im Bundesring Landwirtschaftlicher Berufsschullehrer ist jeweils ein Lehrer aus jedem Bundesland vertreten, der vom jeweiligen Lehrerverband entsandt wird. Die Jahrestagung 2017 wird voraussichtlich in Halle stattfinden.

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Die Autoren

Günter Denninger und Torsten Günzel

Bundesring Landwirtschaftlicher Berufsschullehrer