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Spargel: Botanik

Asparagus officinalis ist der botanische Name für Gemüsespargel. Officinalis heißt übersetzt „heilkräftig“ und verweist auf die Nutzung als Heilpflanze.

Reife Beerenfrüchte einer Spargelpflanze
pisotckii / Fotolia.com

Der Name des Gemüsespargels lautet Asparagus officinalis, wobei Asparagus für die Gattung Spargel steht und der Artname officinalis den Gemüsespargel eindeutig bestimmt. Officinalis heißt übersetzt „heilkräftig“ und verweist auf die Nutzung als Heilpflanze. Spargel bildet eine eigene Pflanzenfamilie, die Spargelgewächse.

Wurzelstock einer Spargelpflanze
Wurzelstock einer Spargelpflanze

Das Speicherorgan des Spargels liegt unter der Erde und bildet bis zu 3 Meter lange Wurzeln. An der Oberseite wachsen die Spargelstangen als Seitenverzweigungen der Pflanze. Die Stangen werden umso kräftiger, je mehr Kohlenhydrate die grünen oberirdischen Pflanzenteile im Sommer mithilfe der Photosynthese produzieren und einlagern können. Denn die Sprosse treiben bereits vor der Ausbildung von neuem Spargelgrün aus.

Von Natur aus blüht Spargel ab Mitte Mai sechs Wochen lang. Im Spargelanbau verzögert sich die Blüte bis die Ernte am 24. Juni abgeschlossen ist. Setzt die Pflanze Beeren zu ihrer Vermehrung an, so reifen diese bis August/September rot aus und enthalten dann jeweils ein bis zwei Samen.

Weiße Spargelstangen – auch Bleichspargel genannt – werden geerntet, sobald sie den Boden durchstoßen, Grünspargel entwickelt seine charakteristisch gefärbten Spargelstangen dagegen oberirdisch. Außer dem Gemüsespargel als nahezu weltweit anzutreffende Nutzpflanze, wird im Mittelmeerraum seit Jahrhunderten eine weitere, dort wild wachsende Spargelart zu Speisezwecken genutzt: der Asparagus acutifolius. Seine Triebe werden ebenfalls im Frühjahr geerntet.

Züchtung von Spargel

Neue Sorten sollen ertragreich sein und sich unter verschiedenen Boden- und Klimaverhältnissen gleich gut entwickeln. Frühzeitige Sorten gewinnen an Bedeutung, da zu Beginn der Saison die höchsten Preise erzielt und in Wettbewerb mit dem frühen, importierten Spargel getreten werden kann.

Ausgetriebene Spargelpflanzen nach der Ernte
Ausgetriebene Spargelpflanzen

Die Züchtung einer neuen Spargelsorte für den Anbau ist aufwändig. Von der Idee bis zur Behauptung einer neuen Sorte am Markt vergehen zehn bis zwölf Jahre.

Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die sich in ihren Blüten unterscheiden, aber auch Zwitterblüten treten auf. Für die Züchtung spielen rein männliche Pflanzen die größere Rolle, Beeren tragende weibliche Pflanzen oder Zwitter sind unerwünscht, weil die Samenentwicklung die Pflanze zu viel Energie kostet.

Rein männliche Sorten gewinnt man durch Kreuzung. Die Eigenschaften des Spargels vergleicht man immer wieder mit dem bestehenden Standard. Weist eine Sorte stabile, neue Sorteneigenschaften auf, wird die Anerkennung beim Bundessortenamt in Hannover beantragt. Nach der Anerkennung kann die Markteinführung erfolgen.

Spargel wird nicht gentechnisch verändert. Gründe hierfür sind zum Beispiel die hohen Kosten und die Ablehnung der Verbraucher. Außerdem ist es gar nicht erforderlich: Die Züchtungsziele lassen sich durch geschickte Kreuzung erreichen.

Vielfältige Spargelsorten

Grünspargel und Bleichspargel gehören zur selben Pflanzenart Asparagus officinalis. Da Bleichspargel aber unter Sonnenabschluss in Erddämmen angebaut wird, bleibt er weiß. Der Grünspargel wächst oberirdisch und bildet mit dem Austrieb Blattgrün aus.

Für den professionellen Spargelanbau werden inzwischen bevorzugt männliche Sorten verwendet. Sorten aus dem Profianbau werden zunehmend auch im Freizeitgartenbau genutzt.

Nachfolgend einige der wichtigsten in Deutschland verwendeten Sorten und ihre Eigenschaften:

Bleichspargel

Mehrere Stangen Bleichspargel auf Feldboden

'Avalim': früh, mittelschwere Stangen, hoher Ertrag
'Backlim' : spät, schwere Stangen, hoher Ertrag
'Cumulus': früh, mittelschwere Stangen, hoher Ertrag
'Gijnlim': früh, mittelschwere Stangen, hoher Ertrag, früh einziehend
'Grolim': sehr früh, sehr hoher Ertrag, sehr schwere Stangen, wenig anfällig gegen Blattpilzerkrankungen
'Mondeo': früh bis mittelfrüh, hoher Ertrag, mittlere bis schwere Stangen, weniger anfällig gegen Blattpilzerkrankungen
'Ramada': sehr früh, kräftige und gleichmäßige Stangen, hoher Ertrag, weniger anfällig gegen Blattpilzerkrankungen
'Rapsody': mittelspät, sehr hoher Ertrag, sehr gerade, gleichmäßige, weiße, kräftige Stangen
'Ravel': früh, gut geschlossene Köpfe, mittleres Stangengewicht, hoher Ertrag, glatte, gleichmäßige Stangen

Grünspargel

Mehrere Stangen Grünspargel auf Feldboden

'Gijnlim': früh, fest geschlossene Köpfe, mittelschwere Stangen, hoher Ertrag
'Steiniva': früh, geschlossene Köpfe, sehr guter Geschmack, wenig Schälabfall, mittlerer bis hoher Ertrag
'Primaverde': sehr früh, Kopf gut geschlossen, hoher Ertrag, muss aber beizeiten geerntet werden, kein Anthozyan
'Viridas': früh, hoher Ertrag bei mittlerem Stangengewicht, vieltriebig, gesundes Laub, kein Anthozyan

Autoren: Engelbert Kötter, Walldürn-Rippberg und Jörg Planer, Bonn |

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