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Spargel: Erzeugung

Spargel ist die Gemüseart mit der größten Anbaufläche in Deutschland. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. 

Hand hält Kiste mit frisch geerntetem Bleichspargel auf Feld
Gerhard Seybert / Fotolia.com

Frischer Spargel ist von April bis Juni das begehrteste Saisongemüse. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch pendelt seit Jahren um 1,5 kg (Quelle: Statista, 2016).

Inzwischen ist Spargel die Gemüseart mit der größten Anbaufläche in Deutschland: 2013 wurde auf rund 24.100 ha Spargel angebaut, davon standen 19.600 ha im Ertrag. Das entspricht einem Anteil von über 20 % der bundesdeutschen Anbaufläche von Gemüse im Freiland. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. 2014 wurde in Deutschland mit 114.500 t Spargel eine Rekordmenge geerntet; der Flächenertrag betrug 5,6 t/ha.

Das mit Abstand bedeutendste Einfuhrland für Spargel ist Griechenland mit 42 % der Spargelimporte. Weitere wichtige Einfuhrländer sind Spanien, Niederlande und Peru (Quelle: Statistisches Bundesamt, BMEL, 2014).

Anbaufläche von Öko-Spargel wächst

Der Anbau von Spargel im ökologischen Gemüsebau hat in den letzten Jahren in Deutschland stark zugenommen. Im Jahr 2013 standen in Deutschland auf rund 1.200 ha Öko-Spargel im Freiland im Ertrag – das entspricht 6,1 % der gesamten im Ertrag befindlichen Spargelfläche in Deutschland. Zum Vergleich: 2009 waren es noch circa 800 ha. Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit der größten Öko-Spargelfläche mit 638 ha (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2014).

Spargelanbau auf dem Feld

Landwirt bereitet Spargelfeld mit Schlepper vor
Vorbereitung eines Spargelfelds

Bevor Spargel überhaupt angepflanzt werden kann, ist eine gute Vorbereitung des Bodens notwendig. Das dauert je nach Zustand des Bodens ein bis drei Jahre. Die Vorbereitung erfolgt durch Gründüngung und bei längerer Dauer auch mit Stallmist und Gülle. Der Boden sollte insgesamt eher leicht, also sandig sein. Dann erwärmt er sich besser, lässt den im Boden liegenden Wurzeln ausreichend Luft und die Spargelstangen verformen sich nicht so schnell. Grünspargel gedeiht auch auf lehmigeren Böden.

Die Pflanzung der Spargeljungpflanzen erfolgt mit Spezialmaschinen. Je nach Wuchsstärke der Sorte pflanzt man circa 3-4 Stück pro Meter. Der Reihenabstand beträgt beim Bleichspargel rund 180 cm, beim Grünspargel circa 150 cm. Das Jahr der Pflanzung ist das erste Standjahr der Spargelanlage. Im Sommer wird der Spargel gewässert, von Unkraut befreit und gedüngt, im Winter wird das Spargellaub abgeschnitten und entfernt. Das Wachstum des Spargels wird durch gezielte Düngergaben unterstützt. Im April des zweiten Standjahres wird die Bleichspargelanlage mit Spezialmaschinen aufgedämmt, beim Grünspargel entfällt diese Arbeit. Zwischen Mitte und Ende Mai ist eine erste, kurze Ernte möglich. Die weitere Pflege der Anlage erfolgt wie im ersten Jahr.

Spargelfeld mit schwarz-weißer Folie
Abdeckung der Spargeldämme mit Folie

Ab dem dritten Standjahr der Anlage, werden die Dämme nach dem Errichten mit schwarz-weißer Folie abgedeckt, je nach Klima und Region in Kombination mit einem Tunnel. Mithilfe der Folie kann die Temperatur des Bodens und damit das Wachstum des Spargels gesteuert werden: Unter der schwarzen Seite der Folie erwärmt sich der Boden schneller und regt so einen früheren Austrieb des Spargels an. Dieser frühe Spargel kann zu besseren Erzeugerpreisen vermarktet werden. Die weiße Seite bewirkt, dass die Bodentemperatur unter der Umgebungstemperatur bleibt und verzögert somit das Wachstum. Auf diese Weise kann der Spargelanbauer Erntespitzen abbauen und für eine kontinuierliche Ernte sorgen. Die Spargelernte endet jährlich am 24. Juni, dem Johannistag, um den Spargelpflanzen bis zum Herbst ausreichend Ruhe für Wachstum und Anlage neuer Spargeltriebe zu geben.

Die genannten Arbeitsgänge wiederholen sich alljährlich, bis eine Anlage nach rund zehn Jahren im Ertrag deutlich nachlässt. Dann gilt sie als abgetragen und wird aufgelöst. Dabei werden die Spargelwurzeln mit einem speziellen Wurzelroder weitestgehend aus dem Boden entfernt.

Aufgrund der Ernteverfrühungsmaßnahmen beginnt die Spargelernte in Deutschland witterungsabhängig etwa im April. Pro Hektar werden drei bis vier Erntehelfer benötigt. Die Erntekosten machen rund 40 % der Erzeugerkosten aus.

Hände beim Spargelstechen
Ernte mit speziellem Spargelstecher

Überall dort, wo Spargelköpfe durch den Boden brechen, legen die Erntehelfer die Spargelstange frei und stechen sie mit einem speziellen Spargelstecher auf eine Länge von circa 22 Zentimetern ab. Der Spargel wird in Körben gesammelt, das Erdloch geschlossen und der Damm mit einer Kelle wieder geglättet. Die Körbe werden in Kisten entleert, die dann zum Waschen der Stangen, zur Sortierung nach Größe und Qualität sowie zur Vermarktung auf den Spargelhof gefahren werden. Bei warmem "Spargelwetter" muss am Nachmittag mitunter ein weiterer Erntegang erfolgen.

Am Johannistag, dem 24. Juni, endet die Spargelernte. Danach wachsen die Pflanzen bis zum Ende der Vegetationsperiode ungehindert und betreiben Photosynthese. Die hierbei gewonnene Energie benötigt die Pflanze zum Wachstum und zur Anlage kräftiger Stangen für den Austrieb im Folgejahr.

Grünspargelernte weniger aufwändig

Weil Grünspargel nicht in den zum Bleichen erforderlichen Erddämmen kultiviert wird, ist seine Ernte denkbar einfach: Sobald die Sprosse etwa 20-25 cm lang sind, werden sie direkt über dem Boden abgeschnitten. Weil Grünspargel besonders leicht welkt, wird er nach der Ernte schnellstmöglich gewaschen, nach Größe und Qualität sortiert und gebündelt. Bis zur Vermarktung lagert er stehend in Eimern mit 2-3 cm Wasserstand.

Pflanzenschutz bei Spargel

Vor allem drei Dinge bilden die Grundlage für gesundes Wachstum und eine erfolgreiche Ernte:

  • geeignete Sorten- und Standortwahl. Dazu zählen ein mildes Klima, gute Belüftung, keine Spätfrostlagen und kein hoher Grundwasserstand
  • ausreichender Reihenabstand um zwei Meter
  • angepasste Nährstoffversorgung

Im Erwerbsanbau kontrollieren die Erzeuger ihre Anlagen regelmäßig, um einen Befall mit Schaderregern oder tierischen Schädlingen frühzeitig zu erkennen und entsprechend eingreifen zu können. An Spargel können zum Beispiel die Grauschimmelfäule Botrytis oder Rost auftreten, beides verursacht durch Pilze. Auch ein Befall mit Schadinsekten kann zu Ertragseinbußen führen. Hierzu gehören die Spargelfliege, das Spargelhähnchen und der Spargelkäfer. Auch Unkraut, das in Konkurrenz zum Spargel wächst, schadet den Erträgen und sollte rasch entfernt werden. Das kann durch mechanische Maßnahmen wie Hacken erfolgen. Auch das Abflämmen oder der Einsatz von Herbiziden ist möglich.

Pflanzenschutz im Bio-Anbau

Öko-Grünspargel auf dem Feld
Ökologischer Anbau von Grünspargel

Bio-Spargelanbauer verzichten auf den Einsatz von Herbiziden und befreien ihre Felder von unerwünschtem Bewuchs durch mechanische Bodenbearbeitung wie Hacken und Grubbern. Tierische Schädlinge werden durch vorbeugende Maßnahmen oder mit natürlichen Pflanzenschutzmitteln reguliert. Gegen Pilzerkrankungen helfen, wenn nicht anders möglich, Kupferpräparate. Um einem Pilzbefall beim Spargellaub vorzubeugen, erweitern Bio-Landwirte den Reihenabstand in den Beständen. Sie verzichten damit zugunsten vorbeugender Pflanzengesundheit auf einen Teil ihres Flächenertrags, haben dadurch aber auch geringere Pflanzenschutzmittelkosten.

 

Autoren: Engelbert Kötter, Walldürn-Rippberg und Jörg Planer, Bonn |

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Hörfunkbeitrag April 2016

Spargel
Shawn Hempel / Fotolia.de

Start in die Spargel-Saison 2016

Spargel steht bei den deutschen Verbrauchern hoch im Kurs. Worauf Sie beim Einkauf und der Lagerung von Spargel achten sollten.
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