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Spargel: Kennzeichnung

Für Spargel gibt es keine produktspezifischen EG-Vermarktungsnorm mehr. Damit ist die Einteilung in die Klassen Extra, I und II nicht mehr vorgeschrieben, freiwillig jedoch weiterhin möglich.

Bunde grüner Spargel am Marktstand
iStock.com / daniloforcellini

Für Spargel gilt EU-weit nur noch durch eine allgemeine Vermarktungsnorm (Verordnung (EG) Nr. 1580/2007). Darin sind Mindestanforderungen festgelegt, die nicht nur für Spargel, sondern für eine ganze Gruppe von Obst- und Gemüsearten gelten. Die Norm sichert die grundsätzliche Verkehrsfähigkeit und legt einige Mindestgüteeigenschaften fest, zum Beispiel: Ganzheit, Gesundheit oder Sauberkeit. Bei allen Obst- und Gemüsearten ist das Ursprungsland anzugeben.

Qualitätskriterien für Spargel nach der aktuell gültigen allgemeinen Vermarktungsnorm:

  • ganz,
  • gesund; ausgeschlossen sind Erzeugnisse mit Fäulnisbefall oder anderen Mängeln, die sie zum Verzehr ungeeignet machen,
  • sauber, praktisch frei von sichtbaren Fremdstoffen,
  • praktisch frei von Schädlingen,
  • praktisch frei von Schäden durch Schädlinge, die das Fleisch beeinträchtigen,
  • frei von anomaler äußerer Feuchtigkeit,
  • frei von fremdem Geruch und/oder Geschmack,
  • der Zustand der Erzeugnisse muss so sein, dass sie Transport und Hantierung aushalten und in zufrieden stellendem Zustand am Bestimmungsort ankommen.

Freiwillige Anwendung der UNECE-Norm möglich

Trotz Einführung der allgemeinen Vermarktungsnorm kann Spargel weiterhin in Qualitätsklassen eingeteilt werden. Möglich macht das die international gültige UNECE-Norm (Nr. FFV-04, Stand 2010), die nahezu deckungsgleich mit der alten EG-Vermarktungsnorm ist. Bei der Sortierung nach Klassen kommt es auf die Kopffestigkeit, die Färbung der Köpfe bei weißem Spargel und den Weißanteil der Stange bei Grünspargel an. Außerdem spielt die Stangenform und die Sortierung nach Stangendicke eine Rolle.

Hände halten weiße Spargelstangen
  • Spargel der Klassen Extra und I hat fest geschlossene Köpfe und kaum Flecken auf der Schale. Die Stangen sind praktisch gerade und besonders gleichmäßig nach Dicke sortiert. Weißer Spargel dieser Klassen ist am Kopf nicht oder kaum rosa verfärbt und damit sehr mild im Geschmack.
  • Spargel der Klasse II hat leicht geöffnete Köpfe und damit möglicherweise etwas Sand hinter den Schuppenblättern. Er kann leicht gebogen sein und Flecken auf der Schale aufweisen. Die Stangen müssen nicht nach Dicke sortiert sein. Außerdem ist bei weißem Spargel eine grünliche Verfärbung der Köpfe erlaubt, was Ursache für einen intensiveren oder leicht herben Geschmack sein kann. Die Stangen dürfen leicht holzig und zum Teil hohl sein. Bei dieser Klasse ist mit erhöhtem Abfall und – bei unterschiedlicher Stangendicke – mit unterschiedlichen Garzeiten zu rechnen.

Grundsätzlich eignet sich Spargel aller Klassen sowohl für die Verwendung als Stangengemüse als auch für Ragouts, Omeletts, Salate oder Suppen. Schalenfehler und Formfehler sind nach dem Schälen und Kochen meist verschwunden. Unterschiedlich sind der Aufwand beim Schälen, Vorbereiten und Kochen von unterschiedlichen Stangendicken und der Preis.

Unser Tipp

Spargel, der keiner der drei Qualitätsklassen entspricht, wird von Direktvermarktern meist sehr günstig als "Suppenspargel" oder "Bruchspargel" verkauft. Für Salate, Suppen und Ragouts reicht dieser Spargel vollkommen aus.

An losem Spargel muss auf einem Schild die Bezeichnung "Spargel", gegebenenfalls mit der Farbgruppe, dem Ursprungsland und dem Preis zu lesen sein. Zum Beispiel "Spargel, weiß, Deutschland, xx EUR". Die Angabe der Klasse erfolgt freiwillig.

Grüner und weißer Spargel abgepackt im Supermarktregal

Bei frischem Spargel in einer Fertigpackung müssen entsprechend der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung angegeben werden:

  • Verkehrsbezeichnung,
  • Name oder Firma und Anschrift des Herstellers, Verpackers oder eines in einem Mitgliedstaat der EU niedergelassenen Verkäufers,
  • Ursprungsland,
  • Losnummer (kann durch das Mindesthaltbarkeitsdatum ersetzt werden),
  • Füllmenge,
  • Preis der Packung und Grundpreis, sofern er nicht mit dem Packungspreis identisch ist.

Eine Klassifizierung ist nur erlaubt, wenn nach der UNECE-Norm gekennzeichnet wird. Dann müssen Klasse und Größe, also Mindest- und Höchstdurchmesser angegeben werden.

Geschälter Spargel gilt als „verzehr- oder küchenfertig“ und fällt damit nicht unter die allgemeine Vermarktungsnorm. Falls er in Fertigpackungen angeboten wird, muss er wie oben gekennzeichnet sein, allerdings ist die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums verpflichtend und die Angabe des Ursprungslandes kann entfallen.

Regelungen für den ökologischen Spargelanbau

Die Begriffe "bio" oder "öko" dürfen nur verwendet werden, wenn der Spargel nach den ökologischen Richtlinien der EU produziert wurde. Eine sichere Orientierung bietet das europaweit gültige EU-Bio-Logo. Damit können Spargelerzeuger ihre Waren auf der Verpackung kennzeichnen, wenn sie gemäß den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau (EG-Öko-Basisverordnung (EG) Nr. 834/2007 vom 28. Juni 2007) erzeugt wurden. Zusätzlich zum EU-Bio-Logo dürfen ökologische Lebensmittel nach wie vor mit dem sechseckigen deutschen Bio-Siegel gekennzeichnet werden.

Öko-Verbände haben strengere Richtlinien

Ökologische Anbauverbände wie Bioland, Demeter oder Naturland haben ihre eigenen Richtlinien, die in einigen Bereichen strenger als die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau sind. So muss zum Beispiel nach Verbandsrichtlinien die gesamte Betriebsumstellung auf Bio erfolgen. Eine ökologische Bewirtschaftung von Teilflächen, die nach EU-Rechtsvorschriften zulässig ist, ist nicht erlaubt. Betriebe, die diese strengeren Verbandsrichtlinien erfüllen, dürfen ihre Produkte mit dem jeweiligen Verbands-Logo kennzeichnen.

Autoren: Ruth Rösch, Düsseldorf; Hans-Georg Levin, Wachtberg; Jörg Planer, Bonn |

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Hörfunkbeitrag April 2016

Spargel
Shawn Hempel / Fotolia.de

Start in die Spargel-Saison 2016

Spargel steht bei den deutschen Verbrauchern hoch im Kurs. Worauf Sie beim Einkauf und der Lagerung von Spargel achten sollten.
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