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Stachelbeere

Die Stachelbeere ist in ganz Eurasien beheimatet. Sie kann als Strauch, Hecke oder - bei vielen Hobbygärtner sehr beliebt - als Hochstämmchen gezogen werden.

grüne Stachelbeeren
PhotographyByMK / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Klösterlichen Kräuterbüchern zufolge wurde die Stachelbeere schon ab dem 14. Jahrhundert angebaut. Ihren Namen erhielt sie aufgrund der "Stacheln", obwohl es sich botanisch gesehen eigentlich um Dornen handelt.

Die Pflanze trägt im Frühjahr unscheinbare grünliche bis rötliche Blüten, aus denen dann zwischen Juni und August behaarte, derbschalige Früchte heranwachsen. Die Stachelbeere gibt es in sehr vielen verschiedenen Sorten mit gelben, roten grünen und weißen Früchten, die alle einen erfrischend säuerlichen Geschmack haben.

Standortbedingungen

Stachelbeeren bevorzugen geschützte, sonnige bis halbschattige Lagen. Aufgrund der sehr frühen Blüte sind Orte mit hoher Spätfrostgefahr weniger geeignet. Der Boden sollte tiefgründig und humos sein und ein gutes Wasserhaltevermögen besitzen.

Aussaat / Pflanzung

Pflanztermin 

Oktober/November

Pflanzmaterial 

Bewurzelte Jungpflanzen (Baumschule); aufgrund der großen Mehltauanfälligkeit sollten möglichst resistente Sorten verwendet werden 

Bodenvorbereitung 

Pflanzloch (etwa 2 Spaten tief) mit Kompost und Gesteinsmehl anreichern 

Pflanzabstand 

Buscherziehung (frei wachsende Sträucher): 2 m
Heckenerziehung (an einem Drahtspalier): 80-100 cm 

Reihenabstand 

Zwischen den Reihen genügend Abstand lassen für Pflege und Erntearbeiten (mindestens 1,5 m) 

Pflanztiefe 

Etwa 5-10 cm tiefer als in der Baumschule; regt die Bildung neue Triebe an 

Pflanzschnitt 

Triebzahl auf 3 (Hecke) bzw. 4-5 (Busch) Triebe/Pflanze reduzieren; verbleibende Triebe auf ein Drittel ihrer Länge einkürzen 

Düngung

Im Herbst mit halbverottetem oder im Frühjahr mit gut verrottetem Kompost düngen. Einen Teil des Komposts oberflächlich in den Boden einarbeiten (Vorsicht: Stachelbeeren sind Flachwurzler!). Der Rest sollte zusammen mit anderem organischem Material wie Stroh, Laub oder Grasschnitt als Mulchschicht auf dem Boden belassen werden. Eventuell kann eine Nachdüngung mit speziellen Beerendüngern zur Blüte notwendig sein.

Pflege und Schnitt

Stachelbeeren fruchten am ein- bis dreijährigen Holz. Triebe, die älter als 4-5 Jahre sind (erkennbar am dunklen Holz) sollten daher nach der Ernte oder im Herbst herausgeschnitten werden. Als Ersatz lassen Sie 2-3 kräftige Jungtriebe nachwachsen. Der überflüssige Nachwuchs kann entfernt werden (Nutzung als Stecklinge möglich!), sodass etwa 8-12 (Busch) beziehungsweise 3 (Hecke) Triebe je Pflanze verbleiben. Als Vorsorgemaßnahme gegen den Echten Mehltau sollten Sie im Herbst die Triebspitzen um etwa 5 cm einkürzen.

Schädlinge und Krankheiten

Johannisbeergallmilbe, Johannisbeertrieblaus, Stachelbeerblattwespe, Stachelbeerfliege, Amerikanischer Stachelbeermehltau, Blattfallkrankheit, Säulenrost

Ernte und Lagerung

Die Früchte der Stachelbeere reifen je nach Sorte zwischen Mitte Juni und Ende August heran. Das vorzeitige Ernten halbreifer Früchte - diese können zu Kompott eingekocht werden - entlastet die Sträucher und man erhält später besonders schöne ausgereifte Beeren.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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