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Standort und forstliche Produktion

Die standörtlichen Bedingungen eines Waldes umfassen alle Umweltfaktoren, die auf ihn einwirken, und bestimmen maßgeblich die Gesundheit und Wuchskraft der verschiedenen Baumarten.

Baumstämme am Wegrand Forstfahrzeug
aid

Die standörtlichen Bedingungen eines Waldes umfassen alle Umweltfaktoren, die auf ihn einwirken, und bestimmen maßgeblich die Gesundheit und Wuchskraft der verschiedenen Baumarten. Ein Standort kann trocken oder feucht, nährstoffreich oder -arm, sonnenexponiert oder "schattig" sein und eignet sich dementsprechend nur für bestimmte Baumarten. Bei der Begründung und Pflege von Waldbeständen müssen außerdem die Windexposition (Sturmgefährdung), die Frostlage bzw. Spätforstgefahr und das Risiko von Nassschneefällen (Schneebruchgefahr) berücksichtigt werden, damit man nach Jahren und Jahrzehnten keine bösen Überraschungen erlebt.

Das Ausgangsgestein spielt besonders bei der Nährstoffversorgung eine wichtige Rolle. Viele unserer heutigen Waldböden gehören zu den eher nährstoffarmen Böden, was aber für die Entwicklung von zuwachsstarken Beständen nicht unbedingt negativ ist. Nur die extrem nährstoffarmen Böden mit geringer Wasserverfügbarkeit sind auch forstlich Grenzstandorte. Niederschlag und die Wasserverfügbarkeit bzw. Durchlässigkeit des Bodens bestimmen die Wasserversorgung (außer im Bereich von Aueböden und Hangzugwasser). Die jährliche Gesamtmenge wie auch die Verteilung über das Jahr können sehr unterschiedlich sein. Entsprechend vielfältig sind die Ausprägungen der Waldstandorte – von trockenen Sandböden bis hin zu Moorböden.

Das örtliche Klima bestimmt nicht nur die Länge der Vegetationszeit: Extreme wie starker Frost, Spätfrost oder Hitzeperioden mit Trockenheit sind für bestimmte Baumarten Ausschlusskriterien. Auch die Entwicklung von Insektenkalamitäten sowie anderer Baumschädlinge ist in vielen Fällen stark temperaturabhängig. Ein wichtiger Aspekt für den Wasserhaushalt und auch von großer Bedeutung für den Wärmehaushalt ist die Ausrichtung zur Sonne. Süd- und Südwesthänge sind wesentlich wärmer, aber oft auch trockenheitsgefährdeter als die entsprechenden Nord- und Osthänge.

Die Baumarten stellen an Wärme, Versorgung mit Nährstoffen, Bodenwasser und Bodenluft sehr unterschiedliche Ansprüche. Es kommt also entscheidend auf die richtigen Bäume für den jeweiligen Standort an: So können Tannen oder Eichen und mit gewissen Einschränkungen auch Kiefern gut auf Tonböden wachsen, während Buchen schlecht und Fichten für diese Böden nicht geeignet sind (siehe auch Medientipp zum aid-Heft „Standortansprüche der wichtigsten Waldbaumarten“).

Rainer Schretzmann, aid |

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Die waldbauliche Planung für das nächste Jahrhundert wird geprägt von einer neuen großen Unbekannten: der bereits eingetretenen und der weiterhin zu erwartenden Klimaveränderung. Sie hat entscheidenden Einfluss auf die forstlichen Standorte. Dies zwingt zu Überlegungen, wie die Veränderungen in der forstlichen Praxis berücksichtigt werden müssen. Dies gilt auch für die Anforderungen, die an einen naturnahen Waldbau gestellt werden.

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Standortansprüche der wichtigsten Waldbaumarten

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