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Steckrübe

Steckrüben sind äußerst ertragreich. Sie bringen innerhalb von 3-4 Monaten einen etwa 1,5 kg schweren Rübenkörper hervor. Aufgrund ihres hohen Wassergehalts sind sie sehr kalorienarm.

Steckrüben
iStock.com / AnglianArt

Geschichte und Besonderheiten

„Früh Kohlrübensuppe, mittags Koteletts von Kohlrüben, abends Kuchen von Kohlrüben". So oder so ähnlich mochte der Speiseplan vieler Menschen in Deutschland im sogenannten Steckrübenwinter 1916/1917 ausgesehen haben. Ein Komplettausfall der Kartoffelernte sowie eine allgemeine Nahrungsmittelknappheit hatten dazu geführt, dass in dem besagten Winter fast alles auf Basis von Steckrüben zubereitet wurde. Es gab fast nichts, was man nicht daraus machte: Steckrüben-Marmelade, Aufläufe, Suppen Sauerkraut-Ersatz, ja sogar Kaffee. 

Obwohl seitdem nun rund 100 Jahre vergangen sind, haftet dem Gemüse noch immer ein schlechter Ruf an. Doch völlig zu unrecht, meinen viele Gourmetköche. Denn die vielseitige und sehr schmackhafte Steckrübe ist ein Alleskönner in der Küche und darüber hinaus kalorienarm und äußerst gesund.

Die Steckrübe, eine Kreuzung aus Rübsen (Brassica rapa) und Gemüsekohl (Brassica oleracea), ist nicht zu verwechseln mit der Speiserübe (z. B. Mairübe, Stielmus). Für den menschlichen Verzehr werden vorrangig gelbfleischige Sorten angebaut – bekannte Sorten sind 'Hoffmanns Gelbe' oder 'Willhelmsburger'. Weißfleischige Sorten finden vorrangig als Viehfutter Verwendung, es gibt aber auch weißfleischige Speisesorten. 

Kulturtipps

Am einfachsten ist es, wenn Sie die Steckrübe im Juni direkt in das Beet säen. In Abständen von 5-8 cm werden die Samen 0,5-1 cm tief in den Boden gelegt. Nach dem Auflaufen – Keimdauer etwa 7-10 Tage – werden die jungen Pflänzchen auf einen Abstand von 40 cm in der Reihe vereinzelt. Der Reihenabstand sollte etwa 50 cm betragen.

Etwas aufwendiger ist es, wenn Sie die Jungpflanzen erst vorziehen und später ins Beet pflanzen. Dieses Verfahren hat jedoch einige Vorteile: Die Beete können im Frühjahr und Frühsommer für Frühgemüse wie Frühkartoffeln, Dicke Bohnen oder Erbsen genutzt werden. Beim Einpflanzen können Sie zudem kranke und schwache Pflänzchen ausselektieren. Ausgesät wird bei dieser Methode ab Mitte Mai in ein spezielles Saatbeet. Erst ab Anfang Juli – nach dem 4.-5. Blatt – erfolgt das Auspflanzen in Abständen von 40 x 50 cm. Die Jungpflanzen sollten nicht zu tief gesetzt werden, da die Knollen sonst klein bleiben und unförmig wachsen.  

Potenzielle Pflanzenschädlinge sind Erdflöhe und andere typische Kohl befallende Insekten. Zur Vermeidung der Kohlhernie sowie anderer Fruchtfolgekrankheiten, sollte die Steckrübe in ausreichend zeitlichem Abstand – mindestens vier Jahre – zu anderen Kreuzblütlern stehen. Da Steckrüben eher zu den Mittelstarkzehrern zählen, reicht eine mittlere Gabe Kompost aus. Zu viel Stickstoff führt nur zu übermäßigem Blattwachstum und schwachen Knollen, die schneller hohl werden und faulen. Bei ausbleibendem Regen sollten Sie gut wässern, denn Trockenheit vertragen Steckrüben sehr schlecht.

Ernte und Lagerung

Geerntet wird von September bis Ende November. Lagerrüben sollten voll ausgereift sein, daher sollte man diese besser erst im November ernten. Ein späterer Erntezeitpunkt ist zu vermeiden, da die Rüben im Laufe der Zeit holziger werden und mehr und mehr dem Frost ausgesetzt sind. Leichte Fröste können den Rüben nichts anhaben – er macht sie sogar noch etwas süßer im Geschmack. Längere Nachtfröste überstehen sie jedoch nicht. Die optimale Rübe ist rundlich und etwa 1,5 kg schwer. Die Schale ist glatt, oben grün oder rot und unten gelblich gefärbt. Nach dem Entblättern lassen sich die Rüben frostfrei einmieten oder im kühlen Keller über mehrere Monate lagern.

Verwendung in der Küche

Der relativ hohe Zuckergehalt – vor allem Traubenzucker – verleiht der Steckrübe einen feinen herbsüßlichen Geschmack und macht sie gleichzeitig zu einem ernährungsphysiologisch wertvollen Gemüse. Darüber hinaus weist sie hohe Gehalte an Mineralstoffen und Vitaminen (z. B. B1, B2, C) auf. Die gelbe Farbe beruht auf dem Gehalt an Carotinen. 

Vor dem Zubereiten werden die Rüben gründlich gewaschen und geschält. Wichtig ist, dass das Rübenfleisch nach dem Aufschneiden nicht holzig ist und auch keine Wurmstiche hat. Neben dem bekannten Steckrübeneintopf gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Verwendungsmöglichkeiten. Gewürfelt und mit Muskatnuss gewürzt, ergibt die Steckrübe zum Beispiel eine wohlschmeckende Beilage zu Fleischgerichten. Steckrüben können aber auch roh in Salaten verwendet werden. Auch als Ersatz für Kartoffeln bieten sich Steckrüben an, beispielsweise als leckeres Steckrübenpüree.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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