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Stickstoff

Stickstoff ist einer der wichtigsten Nährstoffe überhaupt für die Pflanze und wird von dieser in verhältnismäßig großen Mengen benötigt.

Zwei Hände halten granulierten Mineraldünger
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Die Pflanze braucht Stickstoff (N) zum Aufbau wichtiger Verbindungen wie Aminosäuren, Enzyme oder Chlorophyll, die direkt oder indirekt Einfluss auf das Wachstum und den Ertrag haben. Neben dem Ertrag wird aber auch die Qualität der Pflanze durch die N-Düngung beeinflusst. Wie zahlreiche Untersuchungen belegen, hat die Stickstoffversorgung zudem auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Pflanze. Insbesondere eine Überdüngung kann die Anfälligkeit für Schaderreger erhöhen bzw. die Resistenzen verringern.

Optimale Stickstoffdüngung: Der Königsweg ist ein schmaler Pfad

Wissen und praktische Erfahrung müssen zusammenkommen, sollen mit optimaler Düngung bestmögliche Erträge und Qualitäten erzielt werden. Stickstoffdünger wirken sich von Pflanzenart zu Pflanzenart, von Wachstumsphase zu Wachstumsphase sehr unterschiedlich aus – dies macht deren Anwendung so schwierig. So fördert beispielsweise eine gute N-Versorgung beim Raps die Bestandsentwicklung, lässt die Pflanzen schneller dem ersten Unkraut entwachsen und unliebsame Konkurrenten durch dichten Schluss der Blätter gar nicht mehr aufkommen. Doch der Nährstoff unterstützt zugleich den Aufbau von Eiweiß - auf Kosten des eigentlichen Produktionsziels, einem hohen Fettgehalt. Für den Landwirt gilt es abzuwägen, ob der dichte Bestand den Fett-Verlust zumindest wettmacht oder nicht. Bis zu welchem Punkt zahlt sich der Mehraufwand an Geld und Arbeit tatsächlich aus?

Auch bei den Kartoffeln konkurriert der Vorteil einer schnellen und kräftigen Pflanzenentwicklung mit den negativen Folgen hoher N-Gaben: Mehr Eiweiß in den Knollen lassen Trockenmasse und Stärkegehalt sinken, der Geschmack leidet ebenso wie die Kochfestigkeit – gleichgültig, was in der Sortenbeschreibung diesbezüglich steht.

Das alles wäre noch vergleichsweise einfach, müsste die Entscheidung über die Höhe und den Zeitpunkt der Düngung am grünen Tisch und nicht im grünen Feld gefällt werden. Denn was der Bauer will und durch gezielte Düngung anstrebt, können Witterungsverlauf und andere Umweltfaktoren sehr schnell zunichtemachen.

Stickstoffdüngung und Umwelt

Dem positiven Einfluss, den der Stickstoff für die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion hat, steht leider auch ein negativer entgegen: übermäßiger und unsachgemäßer Einsatz von stickstoffhaltigen Düngern führt nicht selten zu folgenreichen Umweltbelastungen, wie die Anreicherung von Nitrat im Grundwasser oder die Eutrophierung von Oberflächengewässer, infolge von Stickstoffeintrag. Diese ökologischen Beeinträchtigungen sind die Folge von übermäßigem und unsachgemäßem Umgang mit Stickstoffdüngern.

 

Fragen und Antworten

Was wird bei einer Nmin-Messung gemessen?

Die Nmin-Methode (nach Scharpf und Wehrmann) misst den Nmin-Vorrat in der gesamten von den Wurzeln nutzbare Bodenschicht, einschließlich des Unterbodens (in tiefgründigen Böden und bei tief wurzelnden Pflanzen bis 90 cm, aufgeteilt in drei Schichten). Gemessen wird der mineralische Stickstoff in Kilogramm pro Hektar: NO3-N + NH4-N = Nmin -Vorrat

Wie sieht die Stickstoff-Bilanz für Deutschland aus und wie ist die Tendenz?

Laut „Daten zur Umwelt – Umwelt und Landwirtschaft“ des Umweltbundesamtes sank der Stickstoffüberschuss zwischen 1991 und 2007 von 133 kg/ha und Jahr auf 105 kg/ha und Jahr. Das entspricht einem Rückgang um etwas mehr als 20 %. Der aktuelle Wert liegt noch weit über dem angestrebten Zielwert. Ein Stickstoffüberschuss ergibt sich, wenn die Menge des zugeführten Stickstoffs die Menge des zum Beispiel über Pflanzen und Tiere abgeführten Stickstoffs übersteigt. Bis zum Jahr 2010 sollten die Stickstoffüberschüsse in der Gesamtbilanz auf 80 kg/ha landwirtschaftlich genutzter Fläche und Jahr verringert werden. Darüber hinaus strebt die Bundesregierung eine weitere Verringerung bis zum Jahr 2015 an.

Iris Lehmann, Stuttgart und Jörg Planer, Bonn |

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