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Stickstoff-Düngung

Ab Februar können Landwirte wieder stickstoffhaltigen Dünger auf Äcker und Grünland ausbringen. Drei Monate lang war das nicht erlaubt,...

Großes Güllefass im Einsatz
countrypixel / Fotolia.com

Sperrfrist endet

(aid) - Ab Februar können Landwirte wieder stickstoffhaltigen Dünger auf Äcker und Grünland ausbringen. Drei Monate lang war das nicht erlaubt, da die Vegetation in der Winterzeit kaum Nährstoffe aufnimmt. Die Sperrfrist ist in der nationalen Düngeverordnung (DüV) festgelegt. Örtliche Wasserschutzgebietsverordnungen können sogar eine längere Pause vorschreiben, darauf weist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hin.

Betroffen sind Gülle, Jauche, Gärreste aus Biogasanlagen, Geflügelkot, stickstoffhaltiger Mineraldünger und viele Klärschlämme. Diese Dünger dürfen auf Ackerland (inklusive Gartenbau) vom 1. November bis 31. Januar (12 Wochen) und auf Grünland vom 15. November bis 31. Januar (10 Wochen) grundsätzlich nicht ausgebracht werden. Stallmist ist erlaubt, da der Stickstoff organisch gebunden ist. Er steht den Pflanzen erst zur Verfügung, wenn die Temperaturen wieder steigen.

Falls es dem Boden- und Gewässerschutz dient, können Landwirte auf Antrag die Sperrfrist vorziehen oder nach hinten verlagern. Bei der Entscheidung werden auch regionaltypische Gegebenheiten berücksichtigt. Der Zeitraum muss allerdings gleich bleiben. Es kann beispielsweise sinnvoll sein, bereits Mitte Januar mit der Düngung zu beginnen, wenn der Boden oberflächlich gefroren und somit gut befahrbar ist.

Im Allgemeinen sollen die Landwirte die Düngung dem Bedarf der Pflanzen anpassen. Zeitpunkt und Menge müssen geschickt gewählt werden, damit sie die Nährstoffe möglichst vollständig aufnehmen. Die Nährstoffe dürfen nicht ins Oberflächen- oder Grundwasser gelangen. Ist der Boden nicht aufnahmefähig, ist die Düngung mit Gülle, Gärresten und anderen stickstoff- und phosphathaltigen Präparaten nicht erlaubt. Das ist bei einem wassergesättigten oder überschwemmten Boden ebenso der Fall wie bei einer geschlossenen Schneedecke (höher als 5 cm) und bei dauerhaft gefrorenem Boden, der nicht im Verlauf des Tages oberflächlich auftaut. Verstöße sind eine Ordnungswidrigkeit und führen zu Abzügen bei den EU-Direktzahlungen.

Heike Kreutz, www.aid.de

 

Weitere Informationen:

Düngeverordnung (§4, Absatz 5): http://www.gesetze-im-internet.de/d_v/

aid-Heft „Gute fachliche Praxis der Stickstoffdüngung“, Bestell-Nr. 1017, Preis: 4,50 Euro

www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1017

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