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Streuobstwiesen

Streuobstwiesen dienen als Rückzugsort für mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Daher ist der Schutz dieser baumbestandenen Wiesen so wichtig.

Streuobstwiese Bäume
Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Ein schlechter Pollenspender ist er ja, der Rheinische Winterrambour, doch dafür sind seine Früchte so rotbackig und groß, wie sonst nur die Äpfel aus der Werbung. Gehandelt wird die alte Apfelsorte allerdings schon lange nicht mehr. Lediglich zur Saftproduktion werden die traditionellen Apfel- und Birnbäume der Streuobstwiesen nach wie vor genutzt. Doch so wenig der Moster für die abgelieferte Fracht im Herbst auch zahlt und so wenig sich das umständliche Mähen der Wiesen lohnt, steigt der Wert des insbesondere durch Siedlungsdruck gefährdeten Biotops doch beständig – wenigstens in der Einschätzung der Umweltexperten.

Über die Äcker "gestreut"

Früher, als man seinen Vitaminbedarf noch nicht im Laden um die Ecke oder gleich aus dem Tablettenröhrchen deckte, wurden die baumbestandenen Wiesen praktischerweise im Ring um Klöster und Siedlungen angelegt, die Bäume dabei nicht militärisch streng angeordnet, sondern – oft eine bunte Mischung aus Äpfeln, Birnen, Zwetschgen und Kirschen - über die Wiesen und teilweise sogar über die Äcker „gestreut“. Daher soll der erstmals um 1940 in Schleswig-Holstein verwendete und 1975 naturschutzfachlich eingeführte Begriff Streuobstwiese kommen. Auf rund 1,5 Mio. ha in Deutschland und wohl über 5 Mio. ha in Europa schätzen Experten die einst landschaftsprägende Ausdehnung der herrlich blühenden "Obstbaumwälder", die einst schon Goethe auf seinen Reisen begeisterten.

Rückzugsort für selten gewordene Tiere

Heute sind die grünen Gürtel um Dörfer herum und entlang von Straßen und Wegen selten geworden. Nach Schätzungen des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU) existieren heute bundesweit rund 400.000 Hektar Streuobstbestände. Diese dienen als Rückzugsort für mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten: Ein typischer und früher häufiger Bewohner der Streuobstwiesen ist zum Beispiel der Wendehals. Inzwischen findet sich der Vogel jedoch als “gefährdete Art”auf der “Roten Liste". Eine der größten einheimischen Fledermausarten ist der Abendsegler, der in Astlöchern von alten Hochstämmen einen Unterschlupf findet. Unter den Bäumen wachsen in den wenig gedüngten und selten gemähten Wiesen Veilchen und Schlüsselblumen, Margeriten und Witwenblumen, der Wiesensalbei und viele andere Pflanzen – vor nicht allzu langer Zeit noch Allerweltsarten, heute bereits ein seltener Augenschmaus für gestresste Städter.

Iris Lehmann, Stuttgart und Jörg Planer, Meckenheim |

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