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Strom aus Erneuerbare Energien

Windflaute, wolkenverhangener Himmel: Solche Wettergeschehnisse können dazu führen, dass das Stromangebot aus Erneuerbaren Energien stark schwankt. Es gibt Möglichkeiten dies auszugleichen.

Zwei Strommasten
Fotolyse / Fotolia.com

Derzeit beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung etwa 25 Prozent. Dieser Wert ist allerdings lediglich ein Durchschnittswert für das gesamte Jahr. Innerhalb des Jahresverlaufes ist der Anteil zeitweise heute schon deutlich höher. Stundenweise erreichen die fluktuierenden Erneuerbaren Energien – Wind und Photovoltaik – einen Anteil von über 60 Prozent. Laut Netzentwicklungsplan (NEP 2014, Szenario B) werden im Jahr 2024 wahrscheinlich bereits knapp 140 Gigawatt (GW) an erneuerbaren Energien in Deutschland installiert sein. Der Stromverbrauch (Last) innerhalb eines Jahres schwankt allerdings lediglich zwischen ca. 40 und 80 GW. Die Erneuerbaren Energien werden also zukünftig vermehrt den aktuellen Strombedarf alleine abdecken bzw. mehr als den Bedarf produzieren. Andererseits wird es auch Zeiten geben, z.B. eine länger anhaltende Windflaute im Winter, in denen wenig Erneuerbare Energien zur Verfügung stehen.

Eine besondere Herausforderung für die Netzbetreiber ist es, das häufig schwankende Angebot an Strom aus Erneuerbaren Energien in Gleichklang mit der Nachfrage zu bringen. Damit die Netzbetreiber den Stromverbrauchern eine zuverlässige Stromversorgung gewährleisten können, muss daher eine zu starke Über- oder Unterschreitung der Netzfrequenz von etwa 50 Hertz vermieden werden. Um dieser Forderung nachzukommen nimmt der Gesetzgeber seit 2012 auch die Erzeuger von Erneuerbaren Energien in die Pflicht, zur nötigen Frequenz- und Spannungshaltung in den Stromnetzen beizutragen.

Gezielter Stromverbrauch durch Lastmanagement

Das Energieversorgungssystem muss an die sich zeitlich stark ändernden Angebots- und Nachfragesituationen angepasst sein. Neben einem großräumigen Ausgleich der wetterbedingten Schwankungen der Einspeisung der erneuerbaren Energien muss sich beispielsweise die Stromerzeugung besser an der Nachfragesituation orientieren. Andererseits muss aber auch der Stromverbrauch („Last“) flexibler werden, zum Beispiel durch Lastmanagement. Hierbei wird Strom gezielt dann verbraucht, wenn gerade viel davon zur Verfügung steht, z.B. in Starkwindzeiten. Variable Tarife machen es möglich, dass sich eine solche so genannte „Lastverschiebung“ für den Endverbraucher finanziell auch lohnt. Gerade Landwirte haben durch das Verschieben des Stromverbrauchs in diese Zeiten viele Möglichkeiten. Durch die Steuerung der Verbrauchsseite kann auch die Höchstlast und damit der Bedarf an gesicherter Leistung reduziert werden. So können auch die Stromverbraucher einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Autoren: Christiane Aumüller-Gruber, Bonn und Thomas Gaul, Gehrden |

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