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Süßkirsche

Süße Kirschen im eigenen Garten sind immer eine Versuchung. Dank schwachwüchsiger Unterlagen aus dem Erwerbsanbau gibt es inzwischen auch kleinkronige Kirschbäume für den Garten.

rote Süßkirschen
M. Schuppich / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Die Vogelkirsche Prunus avium gilt als Stammform der Süßkirsche. Es wird angenommen, dass erste Kulturformen der Süßkirsche in der Schwarzmeerregion entstanden sind, von wo aus sich der Baum dann in den westeuropäischen Raum ausgebreitet hat. Heute ist die Süßkirsche in Europa ein weit verbreiteter Baum.

Süßkirschen zählen zum Steinobst, es gibt sie in vielen Sorten. Die Früchte unterscheiden sich in Form, Größe und Farbe. Das Angebot reicht von gelb, gelb-rot, hellrot, rot bis dunkelrot. Auch das Fruchtfleisch der Sorten ist verschieden: Es gibt die früh reifende, weichfleischige Herzkirsche und die mittelspät bis spät reifende, festfleischige Knorpelkirsche.

Standortbedingungen

Die Süßkirsche bevorzugt einen tiefgründigen und nährstoffreichen Boden in sonniger Lage. Staunässe und Spätfrost behagen ihr gar nicht. Bei andauernder Nässe in den Sommermonaten besteht eine erhöhte Gefahr, dass Früchte platzen und faulen.

Früher war der Anbau von Süßkirschen im Kleingarten nur bedingt möglich, da die üblichen hochstämmigen und großkronigen Bäume viel Platz einnahmen. Heute gibt es auch Kirschbäume mit kleinen Kronen. Bei viel Platz im Garten hat jedoch nach wie vor auch noch der starkwüchsige Vogelkirschensämling als Unterlage seine Berechtigung. Dieser zeichnet sich durch gute Verträglichkeit mit allen Sorten, Frosthärte und Standortanpassung aus. 

Düngung

Einmal im Jahr kann mit etwas Kompost und Kalk zurückhaltend gedüngt werden.

Aussaat / Pflanzung

Pflanzmaterial

Gepflanzt werden ein- oder zweijährige Jungbäume, erhältlich in der Baumschule.

Sortenempfehlungen

Es gibt nur wenige Sorten, die selbstfruchtbar sind. Die meisten Sorten benötigen eine sogenannte Befruchtersorte. Fragen Sie in der Baumschule nach. Sortenempfehlungen siehe Linkliste unten.

Pflanzgrube

Pflanzgrube muss ausreichend groß sein, sodass die Wurzeln bequem Platz haben und nicht gequetscht werden. Erdaushub kann mit Kompost angereichert werden (kein Stallmist oder Torf!).

Pflanztiefe

Die Veredelungsstelle von Bäumen, die am Wurzelhals veredelt sind, muss etwa 5-10 cm über der Erdoberfläche liegen. Kronenveredelte Bäume können etwas tiefer gesetzt werden als sie in der Baumschule gestanden haben. Fragen Sie in der Baumschule nach.

Pflanzung 

Am besten im Herbst oder Frühjahr in frostfreien Boden. Beim Verfüllen der Pflanzgrube den Baum leicht hin und her bewegen, damit keine Hohlräume zwischen den Wurzeln verbleiben. Bei schwachwüchsigen Unterlagen ist ein Anbinden des Jungbaums an einen Pfahl erforderlich. Gut wässern.

Pflege und Schnitt

Während lang anhaltender trockener Perioden müssen vor allem junge Bäume gut gewässert werden. Stamm und größere Äste können durch einen weißen Stammanstrich vor der Wintersonne geschützt werden. Ganzjähriges Mulchen ist vorteilhaft.

Die Schnittmaßnahmen richten sich nach der gewünschten Erziehungsform des Kirschbaums. Üblich sind Spindel, Busch oder die Kronenveredelung als Nieder, Halb- oder Hochstamm.

Schädlinge und Krankheiten

Schäden werden überwiegend verursacht durch die Kirschfruchtfliege, Vogelfraß, Trieb- und Fruchtmonilia, Wühlmäuse, Blattläuse oder Frostspannner. Frühreifende Süßkirschensorten werden seltener von der Kirschfruchtfliege befallen. Gelbe Sorten bleiben weitgehend von Vogelfraß bewahrt.

Ernte und Lagerung

Geerntet wird je nach Sorte zwischen Anfang Juni und Ende Juli. Einzelne Sorten reifen noch später ab, sodass sich der Erntezeitraum in den August verlagert. Die Früchte sollten immer mit Stiel geerntet werden, eventuell mithilfe einer Schere. Da Kirschen zu den nicht nachreifenden Obstarten zählen, müssen sie reif gepflückt werden, wodurch die Lagerzeit beschränkt wird. Bei einer Lagertemperatur von 0-2 °C sind sie maximal zwei Wochen haltbar. Sie eignen sich jedoch hervorragend zum Einfrieren in Folienbeuteln. Früchte mit kleinen Mängeln sollten Sie sofort aussortieren, um der Schimmelbildung vorzubeugen.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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