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Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure ist wichtig für eine gesunde Entwicklung des Fötus. Reicht es in der Schwangerschaft aus, sich ausgewogen zu ernähren oder braucht jede Schwangere zusätzlich Folsäure?

Buchstaben neben Tabletten bilden das Wort Folsäure
p365.de / Fotolia.com

Jährlich werden in Deutschland 700 bis 1000 Neuralrohrdefekte diagnostiziert [1]. Folat bzw. Folsäure spielen eine bedeutende Rolle in der Prävention dieser angeborenen kindlichen Fehlbildungen. Untersuchungen zeigen, dass die mittlere Folatzufuhr der Frauen in Deutschland im Mittel weit unter den Zufuhrempfehlungen liegt.

Eine gute Versorgung mit Folat ist für Schwangere besonders wichtig. Das Vitamin ist vor allem an der Teilung und Neubildung von Zellen beteiligt. Daher steigt in der Schwangerschaft die empfohlene Zufuhrmenge um 83 Prozent. Zusätzlich zu einer ausgewogenen, folatreichen Ernährung empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums, mindestens bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats täglich 400 µg Folsäure (synthetisch hergestellte Form des Vitamins) einzunehmen. Schon bei Kinderwunsch sollte täglich Folsäure zusätzlich eingenommen werden, um das Risiko für Neuralrohrdefekte zu senken [2].

Es kommt auf beides an: eine ausgewogene Ernährung mit folatreichen Lebensmitteln, wie Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten, sowie eine zusätzliche Einnahme von Folsäure als Supplement in den ersten Monaten. Die Gabe von Folsäure ergänzt die Folatzufuhr mit natürlichen Lebensmitteln. Sie ersetzt sie nicht.

Quellen:

[1] Obeid R, Oexle K, Rißmann A, Pietrzik K, Koletzko B: Folate status and health: challenges and opportunities. J Perinat Med 2015.

[2] Koletzko B, Bauer CP, Bung P, Cremer M, Flothkotter M, Hellmers C, Kersting M, Krawinkel M, Przyrembel H, Rasenack R et al: Ernährung in der Schwangerschaft - Handlungsempfehlungen des Netzwerks "Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie" [Nutrition in pregnancy - Practice recommendations of the Network "Healthy Start - Young Family Network"]. Dtsch Med Wochenschr 2012, 137(25-26):1366-1372.

Andrea Fenner, Edinburgh |

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Ernährung in der Schwangerschaft - Handlungsempfehlungen des Netzwerks "Gesund ins Leben"

Beratungsstandard

Ernährung in der Schwangerschaft - Handlungsempfehlungen des Netzwerks "Gesund ins Leben"

Die Handlungsempfehlungen fassen wichtige Botschaften zu Ernährung, Lebensstil und Allergievorbeugung in der Schwangerschaft zusammen. Hinter den Inhalten stehen die für Deutschland einschlägigen Fachgesellschaften, Verbände und Institutionen. mehr...

Nachgefragt

Listeriose und Toxoplasmose: Worauf verzichten?

Lebensmittelinfektionen wie Listeriose und Toxoplasmose können dem ungeborenen Kind schaden. Deshalb werden schwangere Frauen vor bestimmten Lebensmitteln gewarnt. Doch wie stark muss die Auswahl wirklich eingeschränkt werden? 

Etwa 40 Fälle von Toxoplasmose und Listeriose in der Schwangerschaft wurden dem Robert Koch-Institut im Jahr 2014 gemeldet. Das klingt bei rund 700.000 Geburten pro Jahr nicht viel, doch ist von einer Dunkelziffer auszugehen. Die Folgen für das Kind können schwerwiegend sein und sogar zu Früh- und Totgeburten führen.

Vorbeugen ist einfach. Die wichtigste Empfehlung lautet: Lebensmittel vom Tier nur durcherhitzt, also gekocht, gebraten oder pasteurisiert, zu essen. Das gilt für Fisch, Fleisch, Milch und Milchprodukte genauso wie Eier. Das schränkt die Lebensmittelauswahl zwar etwas ein, doch eine ausgewogene Ernährung ist weiterhin leicht zu realisieren. Was noch dazu gehört: auf Sauberkeit in der Küche achten, Obst und Gemüse gründlich waschen und schälen und das Händewaschen nicht vergessen. Frauen, die eine Infektion vermuten, sollten ihren betreuenden Frauenarzt konsultieren.

...ausführliche Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

Auf was sollten schwangere Vegetarierinnen achten?

Mit einer ausgewogenen ovo-lakto-vegetarischen Ernährung, die neben Gemüse, Obst, Vollkornprodukten auch Milch(produkte) und Eier enthält, kann der Bedarf an den meisten Nährstoffen auch in der Schwangerschaft gedeckt werden, informiert das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums.

Zusätzlich sollten Vegetarierinnen in der Schwangerschaft – genauso wie alle anderen Schwangeren auch – in den ersten drei Monaten täglich 400 µg Folsäure und während der gesamten Schwangerschaft täglich 100 (bis 150) µg Jod ergänzen. Ebenfalls empfehlenswert ist die Einnahme von 200 mg DHA (Docosahexaensäure), wenn nicht regelmäßig Fisch gegessen wird (was manche Vegetarierinnen durchaus tun). Ob weitere Supplemente, wie z.B. Eisen, notwendig sind, ist im Einzelfall im Rahmen einer medizinischen Beratung und ggf. entsprechender Blutuntersuchung zu klären.

Bei einer rein pflanzlichen – der veganen – Ernährung ist eine ausreichende Nährstoffversorgung in der Schwangerschaft nicht möglich. Veganerinnen, die ihre Ernährung in der Schwangerschaft nicht verändern möchten, brauchen eine ausführliche Beratung und sollten Mikronährstoffsupplemente zu sich nehmen.

...ausführliche Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

Vegane Ernährung in der Schwangerschaft?

Mit einer rein pflanzlichen (veganen) Ernährung ist eine ausreichende Nährstoffversorgung in der Schwangerschaft auch bei sorgfältiger Lebensmittelauswahl nicht möglich. Eine vegane Ernährung birgt ernsthafte gesundheitliche Risiken – insbesondere für die Entwicklung des kindlichen Nervensystems, erklärt das Netzwerk Gesund ins Leben. Eine rein pflanzliche Ernährung ohne Fleisch, Fisch, Milch(-produkte) und Eier ist daher für Schwangere nicht geeignet.

Schwangere, die sich trotz Hinweis auf Gesundheitsrisiken vegan ernähren wollen, brauchen eine qualifizierte, engmaschige Ernährungsberatung und ärztliche Beobachtung inklusive Blutwertkontrolle. Sie benötigen Supplemente, um den Nährstoffbedarf für sich und ihr ungeborenes Kind zu decken.

...ausführliche Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

Ist Sport in der Schwangerschaft erlaubt?

Bewegung in der Schwangerschaft dient der Gesundheit von Mutter und Kind. Sie erhält bzw. verbessert die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und steigert das psychosoziale Wohlbefinden. Sie trägt außerdem dazu bei, schwangerschaftstypische Begleiterscheinungen und Komplikationen zu mildern bzw. zu vermeiden. Körperliche Aktivität in der Schwangerschaft ist daher wünschenswert.

Schwangere sollten möglichst täglich in Bewegung sein (körperliche Aktivitäten im Alltag und/oder Sport), empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben. Sportliches Training sollte dabei nur mit mäßiger Intensität ausgeübt werden. Das ist der Fall, wenn eine Unterhaltung während des Sporttreibens noch möglich ist (Talk-Test).

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Brauchen Schwangere zusätzlich Jod?

Jod ist unter anderem wichtig für eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung des wachsenden Kindes. In der Schwangerschaft sollte daher auf eine ausreichende Jodzufuhr geachtet werden. Um eine gute Jodversorgung zu unterstützen, wird Schwangeren die Verwendung von jodiertem Speisesalz, der Verzehr von Meeresfisch zweimal pro Woche sowie der regelmäßige Verzehr von Milch und Milchprodukten empfohlen.

Da auch bei sorgfältiger Lebensmittelauswahl Schwangere in der Regel zu wenig Jod mit der Nahrung aufnehmen, sollen sie – um den Mehrbedarf zu decken – täglich zusätzlich ein Supplement mit 100 (–150) μg Jod einnehmen, empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte zunächst eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

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Omega-3-Supplemente in der Schwangerschaft?

DHA ist für die normale Entwicklung, vor allem von Gehirn und Sehfunktion, wichtig. Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt deshalb schwangeren Frauen, wöchentlich zwei Portionen Meeresfisch zu verzehren.

Um die Empfehlung von durchschnittlich mindestens 200 mg der langkettigen Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) pro Tag zu erreichen, sollte eine Portion von einem fettreichen Meeresfisch wie Makrele, Hering, Sardine oder Lachs stammen. Pflanzliche Lebensmittel wie Rapsöl, Leinöl oder Walnüsse enthalten die kürzerkettige Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure. Aus ihr kann der Körper zwar DHA bilden, doch die Umwandlungsrate ist sehr begrenzt.

Wer in der Schwangerschaft nicht regelmäßig Fisch verzehrt, sollte deshalb Supplemente mit der Omega-3-Fettsäure DHA zu sich nehmen. Mit DHA angereicherte Lebensmittel können ebenfalls zu einer guten Versorgung beitragen. Vegetarierinnen können auf DHA aus marinen Mikroalgen zurückgreifen.

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Schadet Koffein in der Schwangerschaft dem Baby?

Es ist nicht notwendig, während der Schwangerschaft vollständig auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke zu verzichten. Bis zu drei Tassen Kaffee pro Tag werden als unbedenklich angesehen, erklärt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums. So zeigten Studienergebnisse beim Verzehr von bis zu drei Tassen Kaffee während der Schwangerschaft keine nachteiligen Wirkungen auf Gestationsdauer und Geburtsgewicht. Im Sinne eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes wird jedoch vorsorglich von hohen Koffeinmengen abgeraten. Aus diesem Grund sollten Schwangere auf sogenannte Energydrinks, die gewöhnlich hohe Koffeinmengen pro Portion enthalten, verzichten.

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Fortbildung

Fortbildung für Fachkräfte Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft

Eine gesunde Lebensweise in der Schwangerschaft ist wichtig für Mutter und Kind. Doch was heißt das genau? Viele Schwangere sind verunsichert. Sie bekommen unterschiedliche Informationen, wie sie sich ernähren sollten und welche körperlichen Aktivitäten empfehlenswert sind. Damit Multiplikatoren Schwangere gut durch all ihre Fragen begleiten können, hat das Netzwerk Gesund ins Leben die Fortbildung „Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft“ entwickelt. Einige Berufsgruppen aus dem Umfeld junger Familien können sich ihre Teilnahme bezuschussen lassen und Fortbildungspunkte erhalten.

Infos zur Fortbildung auf www.gesund-ins-leben.de

Institutionen gesucht

Für die Umsetzung der Fortbildung vor Ort sucht Gesund ins Leben Kooperationspartner. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle. Dort erhalten Sie weitere Informationen.

Ihre Ansprechpartnerin ist:

Astrid Lange
Telefon: 0228 8499-114
E-Mail: post@gesund-ins-leben.de

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Tipp im Web

Apps Für Schwangere und junge Familien

Kostenlos, unabhängig und praktisch. Die drei Apps „Schwanger & Essen“, „Baby & Essen“ und „Kind & Essen“ begleiten Eltern von der Zeit vor der Schwangerschaft bis zum 3. Lebensjahr ihres Kindes. Zusammen mit vielen interaktiven Features und Funktionen bietet die App-Trilogie relevante Infos rund um gesunde Ernährung und Bewegung. Die Apps wurden jeweils vom Kompetenzzentrum für Ernährung, dem Netzwerk Gesund ins Leben und der Stiftung Kindergesundheit entwickelt und basieren auf den aktuellen Handlungsempfehlungen von Gesund ins Leben.

Infos unter www.familie-gesund-ernaehrt.de