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Technik im ökologischen Landbau

Auch wenn der ökologischen Landwirtschaft immer noch etwas das Image des Ursprünglichen anhängt: Der Ökobauer, der mit dem Pferd den Acker pflügt, ist Vergangenheit.

Striegel Nahaufnahme Zinken
oekolandbau.de / T. Stephan

Wer in heutigen Zeiten als Landwirt konkurrenzfähig bleiben möchte, kommt um moderne Landtechnik nicht herum – dies gilt für konventionelle wie für ökologische Betriebe.

In weiten Bereichen des Pflanzenbaus gibt es eigentlich gar keine großen Unterschiede bei der technischen Ausstattung. So nutzen Ökolandwirte bei der Ernte, beim Transport oder der Saatbettbereitung nahezu die gleiche Technik, wie ihre konventionellen Kollegen. Es gibt jedoch auch Bereiche, in denen aufgrund der speziellen Produktionsweise im Ökolandbau andere Maschinen und Geräte benötigt werden. So spielt beispielsweise bei der ökologischen Unkrautregulierung eine präzise und leistungsstarke Technik eine besondere Rolle, da auf die Verwendung von Herbiziden verzichtet wird. Aus diesem Grund sind in den letzten Jahren insbesondere für den Einsatz im Ökolandbau verschiedenste Hack- und Bürstensysteme sowie Verfahren zur thermischen Unkrautvernichtung entwickelt worden.

Striegel und Miststreuer

Eine der wenigen Maschinen, die fast ausnahmslos im Ökolandbau verwendet werden, ist der Hackstriegel. Dieses im ökologischen Ackerbau nahezu alternativlose Gerät wird in den meisten Druschfruchtfolgen (Getreide und Körnerleguminosen) verwendet. Auch der Miststreuer ist eine Maschine, die heute überwiegend auf Ökohöfen zu finden ist, denn im Unterschied zur konventionellen Tierhaltung, werden die Tiere im Ökolandbau überwiegend auf Stroh gehalten. Daraus ergibt sich auch, dass Gülletankwagen auf ökologischen Betrieben eher die Ausnahme sind. Selten zu finden, sind zum Beispiel auch Pflanzenschutzspritzen, da Ökolandwirte keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und flüssigen Mineraldünger ausbringen. Ausnahmen stellen hier jedoch Betriebe mit ökologischem Obst- und Kartoffelanbau dar, wo noch Kupferpräparate gegen Pilzkrankheiten zum Einsatz kommen.

Das Ökodilemma: Pflug oder pfluglos?

Eine bereits seit Jahrzehnten viel diskutierte, aber nach wie vor nicht befriedigend gelöste Frage ist die der Grundbodenbearbeitung: mit oder ohne Pflug? Aus Gründen des Bodenschutzes spricht eigentlich vieles für den Verzicht auf den Pflug. Denn bei der nicht wendenden Bodenbearbeitung werden Bodenhorizonte und Bodenfauna weitestgehend erhalten, was letztlich die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht und gleichzeitig die Bodenerosion mindert.

Nichtsdestotrotz verwenden die meisten ökologisch wirtschaftenden Betriebe jedoch nach wie vor den Pflug, weil durch die wendende Bodenbearbeitung der Unkrautdruck am wirksamsten reduziert werden kann – auch wenn damit eine erhöhte Erosions- und Verschlämmungsgefahr in Kauf genommen werden muss. Der Pflug ist im Ökolandbau auch deshalb so beliebt, weil er den Boden in der Regel am intensivsten lockert, ihn schnell erwärmt und damit die Mineralisierung beschleunigt.

Als Ansatz zur Lösung dieses Dilemmas wurde der Zweischichtenpflug entwickelt. Dieses Gerät, das überwiegend im Ökolandbau zum Einsatz kommt, soll die Vorteile des Pfluges mit denen der pfluglosen Bodenbearbeitung vereinen – nämlich flach wenden und tief lockern. Dadurch wird die organische Substanz aus Ernteresten, Gründüngung und Wirtschaftsdünger oberflächennah eingebracht. Die unterhalb der Pflugschare angebrachten bodenbrechenden Lockerungsschare verhindern dabei jedoch, dass sich die natürliche Schichtung des Bodens zu stark verändert und sich eine Pflugsohle bildet.

Jörg Planer, Bonn |

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www.oekolandbau.de / BLE / T. Stephan

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