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Tipps für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln

Nachlässigkeit im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln kann zur Gefahr für Mensch und Umwelt werden. Strikte gesetzliche Regelungen sollen dazu beitragen, die Risiken zu reduzieren.

Landwirt füllt PSM in Tank
landpixel.de

Die größte Gefahr sich durch Pflanzenschutzmittel zu gefährden, besteht, wenn die hochkonzentrierten Substanzen verarbeitet werden – beim Ansetzen der Spritzflüssigkeit. Darum sollte dies möglichst im Freien oder in gut belüfteten und unbewohnten Räumen passieren, nie aber in Küchen, Ställen oder an Orten, wo Lebens- oder Futtermittel aufbewahrt werden. Um die Gefahr zu verringern, werden Pflanzenschutzmittel heute oft in wasserlöslichen Folienbeuteln, als Granulat oder in Nachfüllpatronen angeboten.

Angerührt und aufbewahrt dürfen die Lösungen nur in dafür bestimmten und entsprechend gekennzeichneten Behältern werden. Ob eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) benötigt wird, richtet sich nach der Gefährlichkeit des Pflanzenschutzmittels, der Art der Formulierung, dem Anwendungsgebiet und der Art der Anwendung. Viele Pflanzenschutzmittel werden nur unter der Voraussetzung zugelassen, dass bei der Anwendung Schutzkleidung getragen wird. Die vorgeschriebene Schutzkleidung ist dann unbedingt zu tragen. Schutzanzug und Schutzhandschuhe müssen den Anforderungen der PSA-Verordnung entsprechen. Alle Schutzausrüstungen müssen mit der CE-Kennzeichnung (Europäisches Komitee für Normung) versehen sein.

Wenn Routine zu Nachlässigkeit führt...

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Menschen bei Routinearbeiten dazu neigen, allmählich nachlässig zu werden. Verständlich – doch im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln unter Umständen ein Risiko. Strikte gesetzliche Regelungen – etwa die Pflicht zum Sachkundenachweis – sollen dazu beitragen, die Risiken zu reduzieren. Zwar tragen heute nur noch wenige Mittel die Gefahrenbezeichnung ”giftig”oder ”sehr giftig”, doch können diese bei falscher Verwendung große Schäden anrichten – und das betrifft nicht nur den Anwender. Wer mit Pflanzenschutzmitteln etwa die Wasserqualität gefährdet, muss mit sehr hohen Strafen rechnen. Um dies von vornherein auszuschließen, informiert eine Gebrauchsanweisung, die grundsätzlich am Behälter oder der Packung in deutscher Sprache angebracht sein muss, ausführlich über die jeweiligen Anwendungsbedingungen und -einschränkungen. So dürfen fischgiftige Mittel nicht in der Nähe von Gewässern, bienengefährdende Chemikalien nicht in blühende Bestände – das gilt auch für Unkräuter – ausgebracht werden. Der Verstoß gegen diese Anweisungen kann, je nach Art und Schwere der Zuwiderhandlung, als Ordnungswidrigkeit mit hohen Bußgeldern geahndet werden.

Sachgerechte Entsorgung

Restmengen der Spritzflüssigkeit sind durch genaue Berechnung der benötigten Menge so weit wie möglich zu vermeiden. Ein vom errechneten Ergebnis abweichender hoher oder niedriger Verbrauch kann auf die fehlerhafte Einstellung der Dosiereinrichtung am Gerät hinweisen. Was von der Spritzflüssigkeit übrig bleibt, darf keinesfalls in die Kanalisation, ins Grundwasser oder in Gewässer gelangen. In vielen Kommunen gibt es spezielle Sammelstellen für Pflanzenschutzmittelreste oder werden Sammelaktionen durchgeführt, die vor Ort erfragt werden können. Für die Verpackung von Pflanzenschutzmitteln besteht eine Rücknahmepflicht durch den Handel.

Autoren: Iris Lehmann, Stuttgart und Jörg Planer, Meckenheim |

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