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Tomaten in sich selbst verpacken!

Pappschalen zur Verpackung von Tomaten können mit Tomatenfasern angereichert werden.

An Sträuchern hängende Tomaten in einem Gewächshaus
Ruud Morijn / Fotolia.com

(aid) – Dass aus Pflanzenabfällen von abgeernteten Feldern noch etwas gewonnen werden kann, ist seit langem bekannt. Beispielsweise wird organische Substanz zur Bodenverbesserung, Kompost oder Energie fast allerorten in der Praxis umgesetzt. Doch auf die Idee zu kommen, die Ernteprodukte quasi in sich selbst zu verpacken, ist der Clou, für den jetzt der europäische Nachhaltigkeitspreis „Packaging Europe Sustainability Awards 2016“ vergeben wurde.

Eine Niederländische Verpackungsfirma hatte die Idee, die Pappschalen, in denen Tomaten häufig in den Handel kommen, mit Tomatenfasern anzureichern. Auf diese Weise können pro Hektar Tomatenpflanzen ca. 100.000 Kartons erzeugt werden, indem die Fasern mit Altpapier vermischt zu Pappe verklebt werden. Sechs Tonnen Tomaten können so verpackt werden, und zwar tatsächlich in dem eigenen Tomatenstroh, das auf dem gleichen Feld anfällt. Die eingesparte CO2-Menge ist beträchtlich und entspricht 420 Autokilometern pro erzeugter Tonne Karton.

Die Zusammenarbeit aus Erzeugern, Stromverarbeitern, Kartonfabrik, Wissenschaftlern und Beratern hat das gewinnbringende Projekt hervorgebracht: Der Tomatenerzeuger kauft die Verpackungen aus stabilem Karton, der mit den eigenen Pflanzen angereichert wurde, zurück und verwendet ihn für die Verpackung der eigenen Tomaten. Das Beispiel zeigt deutlich, dass beim Ideenreichtum noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, wenn es um die Einsparung von CO2 geht. Zumal wenn sie dann auch noch mit Gewinn verbunden ist.

Friederike Heidenhof, www.aid.de

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