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Tröpfchenbewässerung für Getreide?

Tröpfchenbewässerung bringt Wasser direkt an die einzelne Pflanze. Für einjährige Kulturen lohnt sich die Verlegung der Schläuche nicht. „Subsurface Drip Irrigation“ könnte die Lösung sein.

(aid) – Seit 1900 ist die Lufttemperatur in Mitteleuropa um 0,9 Grad Celsius angestiegen. Das bedeutet eine längere Vegetationsdauer für Nutzpflanzen und einen höheren Jahreswasserverbrauch, erläuterte Dr. Harald Hackl von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) auf den DLG-Feldtagen in Haßfurt Mitte Juni. Die Niederschlagsmenge bleibt zwar gleich, verlagert sich aber vom Sommer in den Winter. Beregnung wird zunehmend ein Thema für deutsche Landwirte.

Die effizienteste Beregnung ist die Tröpfchenbewässerung, die Wasser sparsam direkt an die einzelne Pflanze bringt und in Dauerkulturen wie Wein und Hopfen bereits Anwendung findet. Für einjährige Kulturen lohnt sich die Verlegung der Schläuche und das Entfernen zur Ernte und Bodenbearbeitung nicht. Doch das Berliner Ingenieurbüro „irriproject“ hat zusammen mit der Deutschen Landwirtschaft-Gesellschaft (DLG) seit zwei Jahren die neueste Technik in Sachsen-Anhalt im Versuch: Hinter dem Kürzel SDI verbirgt sich die „Subsurface Drip Irrigation“, bei der Bewässerungsschläuche bis in 50 Zentimeter Tiefe abgelegt werden können. Dadurch wird der Einsatz dieser sparsamsten Bewässerungstechnik auch bei einjährigen Kulturen möglich.

Auf dem Gelände des Internationalen Pflanzenbauzentrums IPZ im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt wurden vor zwei Jahren Parzellen im Vergleich mit oberirdischer Tropfbewässerung auch mit SDI angelegt. Darüber rotiert eine übliche Fruchtfolge Winterraps – Winterweizen – Silomais – Winterweizen hinweg. Die Schläuche können bis zu 20 Jahre im Boden bleiben. Für die Praxis werden derzeit 12 bis 15 Jahre angepeilt. Erzielte Mehrerträge fallen derzeit „nebenbei“ an. Es geht vor allem um die technische Machbarkeit. Und da sind die Wissenschaftler sehr experimentierfreudig. Im letzten Jahr haben sie mit dem Bewässerungswasser gleichzeitig einen Ammoniumdünger mit ausgebracht. Nicht für den Grundbedarf, sondern die späteren Gaben; tröpfchenweise über einen langen Zeitraum, damit die Salze auch von der Pflanze kontinuierlich aufgenommen werden können.

Das Einbringen des Schlauchs erfolgt über eine Kabeltrommel am Traktor, die den Schlauch über ein Rohr in die entsprechende Tiefe auch bei höheren Geschwindigkeiten ablegt. Aufwendig ist nur das Hervorholen, was aber erst nach 12 bis 15 Jahren erfolgen muss. In der Zwischenzeit kann auch der Boden bis zur Verlegetiefe bearbeitet werden. Die Anlage wird in der Zwischenzeit so gesteuert, dass der Wurzelraum durchfeuchtet bleibt, aber nicht nass wird. So wird viel Wasser für die Beregnung gespart und die Ressourcen schont.

Roland Krieg, www.aid.de

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