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Trubel am Teich

Teiche sind attraktiv für zahlreiche Tierarten. Einige kommen gelegentlich vorbei, andere lassen sich dauerhaft nieder. Besonders geeignet sind Teiche mit unterschiedlich tiefen Wasserzonen.

Frosch im Wasser
Bill Ernest / Fotolia.com

So mancher Teichbesitzer rieb sich beim morgendlichen Blick aus dem Fenster schon verwundert die Augen: Da steht im gerade mal sandkastengroßen Mini-Gewässer inmitten der Großstadt wie selbstverständlich ein ausgewachsener Reiher – offensichtlich angezogen von der Aussicht auf ein Schlückchen Gänsewein und möglicherweise den einen oder anderen Goldfisch. Kurios und dennoch eigentlich nicht überraschend, denn das Elixier des Lebens zieht Mensch und Tier seit jeher wie magisch an. Einige wie der Reiher und andere Vögel, aber auch Katzen, Igel und Libellen kommen nur gelegentlich am Teich vorbei, zum Beispiel um ihren Durst zu stillen, nach Futter zu suchen oder im Fall der Libellen ihre Eier in das Gewässer abzulegen. Andere Tiere lassen sich dauerhaft im Teich oder seiner Umgebung nieder, beispielsweise Wasserläufer, Gelbrandkäfer oder die lustig anzusehenden Rückenschwimmer; selbst Molche, Kröten oder Frösche wandern oft ganz von alleine ein, wenn ihnen das gebotene Umfeld behagt.

Gesucht: Feuchter Wohnraum mit Stufen und Tiefgang

Besonders abwechslungsreich und damit für viele Tierarten attraktiv sind Teiche mit unterschiedlich tiefen Wasserzonen. Die meisten Blütenpflanzen sind in der 10 bis 20 cm tiefen Sumpfzone anzutreffen. Daran grenzt die etwa 20 bis 60 Zentimeter tiefe Flachwasserzone an, in der sich beispielsweise Hechtkraut (Pontederia cordata) oder Kleiner Rohrkolben (Typha minima) wohlfühlen. Als letzte Stufe folgt die Tiefwasserzone. Damit der Teich auch in strengen Wintern nicht bis auf den Grund durchfriert, sollte dieser Bereich auf einer Fläche von ein bis zwei Quadratmetern mindestens 1,20 m tief sein – andernfalls droht Tiefkühlfisch, auch im Schlamm überwinternde Kröten könnten eher eisig reagieren.

Sauerstoffdusche fürs innere Gleichgewicht

Je kleiner ein Teich, desto größer ist die Gefahr, dass er 'umkippt' und viele seiner Bewohner flüchten oder sterben. Dies passiert, wenn der Sauerstoffgehalt im Wasser drastisch sinkt, während umgekehrt der Nährstoffgehalt steigt. Ein frühes Anzeichen dafür ist übermäßiges Algenwachstum. Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollte zumindest ein Teil der Wasserfläche zeitweise im Schatten liegen – und zwar umso mehr, je kleiner das Gewässer ist. Auch dürfen sauerstoffspendende Pflanzen wie der Tannenwedel (Hippuris vulgaris) oder die frei im Wasser treibende Krebsschere (Stratiotes aloides) nicht fehlen und ein kleiner Springbrunnen wirkt wie eine Sauerstoffdusche.

Fischgericht: Teichverbot für Goldi und Co.

In kleinen Teichen sollte man auf Fische besser verzichten, insbesondere auf Goldfische und Kois: Sie wühlen den Teichboden durch und setzen dadurch im Schlamm gebundene Nährstoffe frei – dadurch steigt der ohnehin schon durch Futterreste und Exkremente erhöhte Nährstoffgehalt weiter an. Erst ab einem Teichvolumen von 2.000 Litern sollten Fische in Erwägung gezogen werden, am besten kleinbleibende Arten wie Rotfeder und Goldorfe, die sich von abgestorbenen Pflanzenteilen ernähren. Aktiven Artenschutz betreibt, wer dem Bitterling ein Zuhause bietet, der für die Vermehrung auf die Gemeine Teichmuschel angewiesen ist. Oder Sie siedeln Edel- und Steinkrebs im Teich an, sie stehen in Deutschland ebenfalls auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Mascha Schacht |

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