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Überraschende Urlaubsbegegnungen

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Kennt ihr das: Ihr seid im Urlaub, steht vor einer attraktiven exotischen Pflanze und zermartert euch das Hirn, weshalb sie euch so bekannt vorkommt? Bis die Erleuchtung kommt: ein Gummibaum!

Kennt ihr das: Ihr seid im Urlaub, steht vor einer attraktiven exotischen Pflanze und zermartert euch das Hirn, weshalb sie euch so bekannt vorkommt? Bis einem die Erleuchtung kommt: ein Gummibaum! Aber wieso hast Du so viele Blätter?! Das Staunen wird nicht weniger, wenn man sich mit Ortskundigen unterhält und herausfindet, dass das stattliche Exemplar, dessen Stamm man zu zweit nicht mal annähernd umfangen kann, nicht etwa Jahrhunderte, sondern gerade mal 80 Jahre alt ist.

Gummibaum
Kalle Kolodziej / Fotolia.com

Da beginnt bei Pflanzenfreunden unweigerlich, das Räderwerk im Kopf zu rattern: Wieso stehen die Bürovarianten trotz aller Zuwendung meist kurz vorm Abkratzen, während sie hier auch ohne Pflege prächtig gedeihen? Die Erkenntnis lässt nicht lange auf sich warten und kommt schon, während man sich noch den Schweiß von der ewig feuchten Stirn wischt: Konstant höhere Temperaturen und eine meist spürbar höhere Luftfeuchte bekommen vielen exotischen Arten nun mal deutlich besser als trockene Heizungsluft und ein Platz am Nordfenster. Und dann ist da noch die Kleinigkeit mit dem Wurzelraum: Der Gummibaum heißt nicht umsonst Baum und nicht Kleinstrauch, er will hoch hinaus und dafür braucht er entsprechend Wurzelraum; in einem 30 cm Topf ist nicht viel mit Wachstum, da kann man noch so großzügig düngen.

Und wer einmal einen ausgewachsenen Weihnachtsstern in freier Wildbahn angetroffen hat (ein wirklich lustig anzusehender Großstrauch mit ziemlich langen, kahlen Ästen an deren Triebspitzen es grünt und blüht), kann sich in etwa vorstellen, welchen Zweck sogenannte Stauchemittel haben. Die bekommen viele (Zimmer-)Pflanzen nämlich verpasst, ehe es ab in die Läden geht, weil sie dadurch einen kompakteren, gefälligeren Wuchs aufweisen. Eine Zeitlang zumindest, dann lässt die Wirkung nach und das kompakte Pflänzchen reckt und streckt sich nach Leibeskräften – schön zu wissen, dass man nichts falsch gemacht hat, sondern es eigentlich genau das tut, was es soll.

Es ist immer wieder ein Genuss, Pflanzen in ihrer ursprünglichen Umgebung zu erleben, und bringt nicht selten manchen Erkenntnisgewinn für die Pflege der zuhause wartenden Exemplare mit sich oder, insbesondere bei Stauden, neue Inspirationen für die Gartengestaltung. Bisweilen versöhnt einen der Naturstandort sogar mit Arten, denen man bis dato jegliche Attraktivität abgesprochen hätte. Ah, wie ich höre, raten mir die Geranien und das Indische Blumenrohr dringend zur nächsten Reise. Wohl denn, Pflanzenwelt, ich komme!

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