Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Und ewig ändern sich die Wälder

Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich am Ende der letzten Eiszeit ganz langsam wieder Wälder in der Tundra Mitteleuropas ausgebreitet haben.

Alter Eichenbaum von unten
iStock.com / AVTG

Alle unsere heutigen Wälder entstanden aus – Einwanderern∩ Kaum 12.000 Jahre sind vergangen, seit zunächst Birke und Kiefer wieder dauerhaft Fuß fassten. Dann dauerte es noch mehrere Jahrtausende, bis sich auch Eichen, Ulmen und Linden bis zur Nord- und Ostsee ausbreiteten. Wesentlich länger ließen Buche, Tanne, Fichte und Hainbuche auf sich warten. Sie kamen bei uns erst an, als hierzulande schon die ersten Bauern Wald rodeten und Äcker anlegten. Mit den Bäumen kamen auch viele der Tier- und Pflanzenarten zu uns, die wir heute im Wald finden.

Waldgeschichte ist dynamisch

Eine zentrale Rolle für die Wälder spielte natürlich immer das Klima: Waldgeschichte ist deshalb bis heute eine dynamische Geschichte der Ausbreitung, der Dominanz und auch des Verschwindens von Bäumen, Kräutern, Farnen, Pilzen. So gibt es Flaumeichen bei uns nur noch auf besonders warmen und sonnigen Hängen Süd- und Mitteldeutschlands: als Relikt warmer Klimaperioden vor etwa 7.000 und 5.000 Jahren, in denen sie sich weit nach Norden ausbreiten konnten.

Die Waldgeschichte Mitteleuropas ist aber auch nicht von der Einflussnahme durch den Menschen zu trennen. Selbst das, was wir im Wald heute als natürlichen Urzustand begreifen, trägt nicht selten einen deutlichen kulturellen Einfluss: So auch manche unserer Eichenwälder, die der Mensch über viele Jahrhunderte durch – direkte und indirekte – Förderung gegen die Dominanz der Buche verteidigt hat.

Wald – von trocken bis nass und von heiß bis kalt∩

Die natürlichen Waldtypen („Waldgesellschaften“), die man heute in Deutschland findet, sind sehr vielfältig. Sie reichen von Kiefernwäldern auf trockenen Sanddünen oder Felsklippen über Buchenwälder mittlerer Standorte bis zu regelmäßig überfluteten Auenwäldern an Gewässern. Es gibt bei uns zwar keine Urwälder mehr – viele unserer Wälder sind in ihrer Zusammensetzung den natürlichen Waldgesellschaften aber sehr ähnlich.

Buchenwälder

sind in Deutschland die häufigsten naturnahen Waldgesellschaften, da die Buche bei uns außerordentlich konkurrenzstark ist. Sie mag atlantische Klimatönungen (ohne lange Sommertrockenheit und ohne Spätfröste) sowie Standorte, die keine Extreme aufweisen, dominiert von Natur aus aber auch die meisten Mittelgebirgswälder.

Eichenmischwälder

haben dagegen eine große ökologische Spannbreite – von feuchten Eichen-Hainbuchenwäldern der Niederungen bis zu Flaumeichenwäldern auf sonnig-heißen Südhängen. Man findet sie besonders dort, wo die Buche zum Beispiel durch Nässe, Trockenheit oder schwere Tonböden Probleme hat.

Auenwälder

wurden im Lauf der letzten Jahrhunderte recht selten, vor allem durch umfangreiche Flussbegradigungen und Umwandlung der Auen in Ackerflächen. Umso wichtiger sind die heute noch erhaltenen Feuchtwälder für den Naturhaushalt. Das gilt auch für die Moorwälder, die sich im Randbereich von Mooren entwickeln.

Extremstandorte: Wichtig für die Artenvielfalt

Die Wälder auf Extremstandorten sind für die Artenvielfalt sehr wichtig. Denn aufgrund der sehr speziellen Lebensbedingungen in diesen Wäldern haben sich außergewöhnliche Lebensgemeinschaften mit seltenen Arten entwickelt.

Rainer Schretzmann, aid |

als hilfreich bewerten 0 Versenden
Wald-Lebensräume

Medienshop-Tipp

Wald-Lebensräume

Mit diesem Heft entdeckt der Leser die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt unserer Wälder. Ausführlich vorgestellt werden die verschiedenen Waldtypen (Waldgesellschaften), aber auch die ökologisch wichtigen Sonderflächen. mehr...