Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Deutscher Wald nimmt zu

In den Wäldern in Deutschland entstehen jährlich weit über 120 Mio. m3 neues Holz. Allein mit diesem Zuwachs könnte man Jahr um Jahr mehr als eine Million Holzhäuser errichten.

Nadelbäume im Morgenlicht
Schretzmann

Für die Bereitstellung von Nutzholz ist im Wald nur wenig zusätzliche Energie erforderlich. Die meiste Energie für die „Produktion“ von Holz kommt direkt von der Sonne. Diese Energie nutzen die Bäume, um zu wachsen und mittels Fotosynthese Holz aufzubauen.

In Deutschland wachsen nicht nur die Bäume...

Auch der deutsche Wald im Ganzen wächst seit Jahrzehnten. Und das sowohl, was die Gesamtfläche betrifft, als auch was das Volumen der Bäume angeht. Ganz im Gegensatz zu den weltweiten Waldverlusten hat die Waldfläche in Deutschland in den letzten Jahrzehnten laufend zugenommen, allein in den zehn Jahren von 2002 bis 2012 um mehr als 50.000 ha.

Es ist aber nicht alleine die Fläche, die zugenommen hat. Es steht auch immer mehr Holz im Wald: Das Volumen der Waldbäume hat zwischen 2002 und 2012 um 220 Mio. m3 zugenommen – und das bei einer deutlich intensivierten Nutzung.
Das gesamte Volumen der Waldbäume erreicht inzwischen Rekordwerte: 3,66 Milliarden m3 - und das ist noch nicht einmal alles, denn es kommt noch das sehr dünne Holz der Äste dazu, das traditionell nicht mitgezählt wird. Selbst der Vorrat an abgestorbenen Bäumen nimmt zu, und zwar deutlich: auf jetzt über 200 Mio. m3. Die sind besonders unter Naturschutzaspekten interessant.
Besonders stark zugelegt haben die dicken Bäume. Das hängt auch damit zusammen, dass die Bäume in unseren Wäldern im Durchschnitt immer älter und kräftiger werden:

Die Alten nehmen stark zu – die ältesten am stärksten...

  • In ganz Deutschland bedecken die über 100-jährigen Waldflächen inzwischen mehr als 2,6 Mio. ha - eine Zunahme um mehr als 17 % seit 2002! Zum Vergleich: Das ist eine Fläche, die wesentlich größer ist als das ganze Bundesland Hessen (mit einer Gesamtfläche von etwa 2,1 Mio. ha = 21.000 km2
  • Besonders die Flächen der sehr alten Bäume (mit einem Alter von über 160 Jahren) nehmen seit Jahrzehnten stark zu. Die bundesweiten Walderhebungen zeigen zwischen 2002 und 2012 eine Zunahme dieser alten Baumriesen um über 45 % auf jetzt 350.000 ha.

Auch der Kohlenstoffspeicher wächst

Unter Klimaschutzaspekten ist es sehr erfreulich, dass mit dem Holzvolumen der Bäume auch die Kohlenstoff-Menge immer mehr zunimmt, die in unseren Wäldern gespeichert ist: Etwa 2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff stecken im deutschen Wald, eine unglaubliche Menge!
In Kohlendioxidmengen umgerechnet heißt das: Die heutigen Wälder haben der Atmosphäre im Laufe ihres Wachstums über 7 Milliarden Tonnen CO2 entzogen, und jedes Jahr schlucken sie weitere 50 Mio. Tonnen.

Nutzholz – ein wichtiger Kohlenstoffspeicher

Dazu kommen noch die Kohlenstoffvorräte im genutzten Holz: Denn Holz behält seine Speicherfunktion auch dann, wenn es als Nutzholz zum Beispiel in Dachstühlen, Fenstern oder Bodenbelägen steckt: Das sind noch einmal 1,5 Milliarden Tonnen CO2. Und das ist nur das reine Speichervolumen. Tatsächlich ist die Klimawirksamkeit noch wesentlich höher.

Holznutzung hat eine enorm starke Klimaschutz-Wirkung:
Durch Nutzung von Holz ergibt sich in Deutschland gegenwärtig eine CO2-Vermeidung von über 100 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr (durch die Zunahme der aktuell verwendeten Holzprodukte, und durch Substitutionswirkung). Zusammen mit der Zunahme des Holzvolumens der Waldbäume (etwa 50 Mio. Tonnen) sind dies etwa 150 Mio. Tonnen an CO2-Entlastung.

Das heißt: Aktuell werden der Atmosphäre jedes Jahr 150 Mio. Tonnen Kohlendioxid entzogen oder bleiben ihr erspart – dank Wald und Holznutzung.

Rainer Schretzmann, aid |

als hilfreich bewerten 0 Versenden