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Unternehmergeist junger Frauen fördern

Frau mit Tablet auf einer Wiese
Production Perig / Fotolia.com

Ziel des Projekts „Mentoring Women for Entrepreneurship“ ist es, junge Frauen, die ein Geschäft aufbauen, fortühren oder verändern wollen, durch Weiterbildung und Vernetzung zu unterstützen.

Da auf dem Land im Vergleich zu städtischen Regionen nach wie vor deutlich weniger und häufig auch geringer qualifizierte Arbeitsstellen angeboten werden, bietet sich eine Selbstständigkeit im Berufsweg junger Frauen an. In einem selbstständig geführten Unternehmen kann betriebswirtschaftlicher Erfolg häufig besser mit individuellen Fähigkeiten und Rahmenbedingungen in Einklang gebracht werden.

Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt „Mentoring Women for Entrepreneurship“ (MWE) initiiert. Es sollte junge Unternehmerinnen im ländlichen Raum in Fähigkeiten und Persönlichkeit stärken und gleichzeitig dazu beitragen, Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern herzustellen. Das Projekt zielte darauf ab, engagierte Jungunternehmerinnen miteinander und mit bereits erfahrenen Unternehmerinnen in Kontakt und Austausch zu bringen. Dabei sollten Letztere möglichst eine Mentorenrolle einnehmen. Für mögliche Mentoringbeziehungen wurden fünf Mentees und drei mögliche Mentorinnen im Raum Schwaben/Oberbayern erfasst. Konkrete Mentoringbeziehungen wurden jedoch noch nicht realisiert.

In einem weiteren Schritt sollten auch andere junge Frauen über das Netzwerk vor Ort und durch den Social-Media-Bereich motiviert werden, selbst unternehmerisch aktiv zu werden. Kommunikation, Weiterbildung und der Austausch von Unternehmerin zu Unternehmerin standen im Mittelpunkt des Projektes.

Das Projekt wurde von der EU im Rahmen des „Lifelong Learning Programms“ von Oktober 2013 bis September 2015 gefördert. Es hat die in den Vorgängerprojekten „MW-Sonet“ und „Building Bridges“ entwickelten Ergebnisse praktisch umgesetzt. Das MWE-Projekt wurde von sechs europäischen Projektpartnern getragen: dem spanischen Antragsteller FIDTA, einer Stiftung zur Erforschung und Entwicklung landwirtschaftlicher Arbeit, dem Baltic Education Technology Institute aus Litauen, dem toskanischen Bauernverband CIA, dem rumänischen Verein für lebenslanges Lernen AEPMR und dem Rat der europäischen Jungbauernschaft CEJA. Der deutsche Projektpartner ist die landwirtschaftliche Unternehmensberatung Hof und Leben GmbH mit Sitz in Bad Wörishofen-Kirchdorf.

Sämtliche Trainingskurse sind in allen Sprachen der beteiligten Partnerorganisationen verfügbar. Es wird in den Online Kursen ein breites Spektrum abgedeckt, das von Kreativität und Innovation als Basis von Geschäftsideen über Multifunktionalität im ländlichen Raum, Unternehmensplanung, Kommunikation, Zeitmanagement bis hin zu ProjektplaFotonung oder Verhandlungsgeschick im Geschäftsleben reicht. Die Kurse stehen kostenfrei zur Verfügung.
Die Resonanz auf das Projekt war erfreulich. Im Rahmen eines Workshops kamen im März 2014 in Mindelheim im Unterallgäu ein Dutzend interessierte Jungunternehmerinnen und Mentorinnen sowie ausgewählte Experten zum Thema „Herausforderungen und Trainingsbedarf junger Unternehmerinnen auf dem Land“ zusammen. Neben den im Rahmen des Projektes angebotenen Weiterbildungskursen waren die Teilnehmerinnen vor allem an einem direkten Austausch miteinander interessiert. Die Lerneffekte eines solchen Austauschs sind unersetzlich, da erfahrene Unternehmerinnen authentisch über Erfolgsfaktoren, aber auch über Gefahren des Unternehmerdaseins berichten können. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Chemie zwischen den Gesprächspartnerinnen stimmt. Die Persönlichkeit zählt.

Bürokratische Hürden

Die Erfahrungsberichte aus dem MWE-Projekt zeigen, dass die Bewältigung der mit einer Unternehmensgründung zusammenhängenden Bürokratie eine Herausforderung für viele gründungswillige Frauen darstellt. Zudem hemmt nicht selten das vorherrschende Rollenverständnis auf dem Land die Frauen, in die Selbstständigkeit aufzubrechen. Im Vergleich ist dieses Hemmnis in einigen Partnerländern jedoch noch stärker ausgeprägt als in Deutschland. Die Online-Kurse und das soziale  Netzwerk werden seit Sommer 2015 intensiv über das Netzwerk beworben – mittlerweile in Deutschland auch über die Region Unterallgäu hinweg. Informationen und Zugang zu den Online-Kursen gibt es über die Projekt-Homepage www.projectmwe.com oder auch über die Hof und Leben GmbH mit Sitz in Kirchdorf. 

Grundsätzlich ist es jede Geschäftsidee wert, geprüft zu werden. Einfluss auf den Erfolg hat jedoch auch und entscheidend die junge Unternehmerpersönlichkeit, die ihr Unternehmen mit der gebotenen Konsequenz vorantreibt. Erfolgreiche Beispiele junger Unternehmerinnen auf dem Land reichen von der Direktvermarktung über die Gastwirtschaft
bis zur Steuerberatung. Natürlich ist es eine große Herausforderung, als Frau ein Unternehmen „hochzuziehen“. Dessen sind sich alle Unternehmerinnen bewusst. Erfolg im Unternehmen ist aber auch hier eine Frage von richtiger Haltung, Konsequenz und Fleiß. 

Die Hof und Leben GmbH bietet sich auch über das offizielle Ende des Projektes hinaus für interessierte
Jungunternehmerinnen an, um in der Gründungsphase zu unterstützen, und weiter zu vernetzen. Ein gutes Gespräch und Reflektion machen Sinn – nicht nur für die junge Unternehmerin, sondern auch für die erfahrene Unternehmerin. Diese Win-win-Situation zu erkennen und effektiv zu nutzen ist ein wichtiger Schritt hin zum erfolgreichen Unternehmertum.

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Der Autor

Johannes Dreer

Hof und Leben GmbH, Unternehmensberatung für Landwirte

Kirchdorf