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Unwetterschäden in Deutschland

In den vergangenen Wochen haben Unwetter über Deutschland gewütet. Lokal führten sintflutartige Regenfälle und Hagelschauer zu großen Schäden – auch auf landwirtschaftlichen Flächen.

Hagelkorn
pixabay

(aid) – In den vergangenen Wochen haben Unwetter über Deutschland gewütet. Lokal führten sintflutartige Regenfälle und Hagelschauer zu großen Schäden – auch auf landwirtschaftlichen Flächen. Die Bauern beklagen überschwemmte Maisfelder, faulende Erdbeeren und zerstörte Obstplantagen.

Wenn an einem Tag mehr als 100 Liter pro Quadratmeter herunterkommen, kann das Wasser nicht mehr versickern. Auch Wälder und Wiesen können solche Mengen nicht aufnehmen. In der Eifel kamen die Landwirte aufgrund der aufgeweichten Böden zeitweise erst gar nicht auf die Felder. Das machte die Grasernte für das Vieh unmöglich.

Die heftigen Niederschläge haben fruchtbaren Oberboden von Äckern abgetragen. Zudem hat der Regen das Getreide auf den Boden gedrückt. Lagergetreide kann nicht gleichmäßig abtrocknen und erschwert später die Ernte. Nach den Überschwemmungen bereiten nach Einschätzung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) vor allem die Schlammablagerungen Probleme. Zudem erhöht das schwül-warme Wetter das Risiko für Krankheiten und begünstigt bei Getreide Pilzbefall.

Besonders stark haben die Unwetter die Obstbauern getroffen. Ein Hagelschauer kann die Arbeit eines ganzen Jahres vernichten, betont der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüseanbauer. An den Bäumen werden nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter beschädigt. Wunden in der Rinde sind anfällig für Infektionen und müssen mit kostenintensiven Bakteriziden behandelt werden. Daher spannen immer mehr Obstbauern Kunststoffnetze über ihre Plantagen, die den Hagel abhalten sollen.

Auch Weinberge sind stellenweise verwüstet worden. An der Mosel könnte es nach Einschätzung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) zu Ernteausfällen von bis zu 80 Prozent kommen. Allerdings ist das Wachstum der Trauben auch an beschädigten Reben noch möglich.

Da es sich um lokale Ereignisse handelte, sind flächendeckende Ernteeinbußen nicht zu befürchten. Für einzelne Landwirte können sich die Schäden jedoch existenzbedrohend auswirken, vor allem für Betriebe ohne Mehrgefahrenversicherung.

Insgesamt konnten die Böden die starken Niederschläge gut aufnehmen, meldet der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV). Das liege daran, dass Landwirte sich aktiv für den Erosionsschutz einsetzen. Sie verzichten beispielsweise auf Pflügen und bauen Zwischenfrüchte an.

Heike Kreutz, www.aid.de

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