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Vertikales Gärtnern

Beim Gärtnern in der Stadt ist oft zu wenig Raum für den Anbau von Gemüse. Die Lösung heißt „Vertikal gärtnern“: Man lockt sein Gemüse und Obst einfach an Klettergerüsten in die Höhe.

Balkon mit Pflanzen
ChiccoDodiFC / Fotolia.com

Was wird benötigt?

Für den vertikalen Gemüsegarten benötigen Sie nicht viel: einige Pflanzgefäße, etwas Erde, eine geeignete Kletterhilfe und natürlich das passende Klettergemüse. Und damit sind nicht nur die üblichen rankenden Gewächse wie Erbse, Bohne, Gurke & Co. gemeint, sondern auch Gemüsearten, die ihr Dasein normalerweise eher in Bodennähe fristen. Unter diesen gelten die kleinfrüchtigen Kürbisse und Melonen oder die kletternden Zucchini als besonders geeignet für den Anbau in der Vertikalen. Wer sich gerne an Exoten versuchen möchte, dem seien Pepino (Birnenmelone), Cyclanthere (Hörnchenkürbis) oder Kiwano (Horngurke) ans Herz gelegt. Auch Obstarten wie Himbeeren, Brombeeren, Kiwi und kletternde Erdbeeren lassen sich an geeigneten Kletterhilfen im Hinterhof ziehen.

Gemüse und Obst für den vertikalen Garten

Erbse Zuckererbse, Markerbse, Schalerbsen
Bohne z. B. Stangenbohnen, Feuerbohnen 
Gurke Salatgurke
Tomate z. B. Cherrytomaten, Flaschentomaten 
Kletterzucchini Sorte 'Black Forest', bis zu 2 m hoch und bis zu 30 Früchte
Kleinfruchtiger Kürbis

'Jack Be Little', bis zu 30 Früchte (150 und 300 g) an einer Pflanze
'Uchiki Kuri' (auch als Hokkaido im Handel); kleine, orange-rote Früchte (1-1,5 kg); ertragreiche Pflanze; robust und wetterfest
'Sweet Dumpling', kleine Früchte (400-600 g)

Kanarische o. Kletternde Kapuzinerkresse (Tropaeolum peregrinum) lange Triebe mit 2-3 m; bessere Klettereigenschaften als die bekannte Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), die nur leicht klettert
Cyclanthere oder Hörnchenkürbis (Cyclanthera pedata) einjährige rankende Pflanze mit vielen kleinen, leuchtend grünen Früchten, die olivengroß geerntet und vorwiegend roh als Gemüse verwendet werden
Pepino oder Birnenmelone
(Solanum muricatum)
stammt aus dem südamerikanischen Hochland; kleine Früchte, die geschmacklich an eine Mischung aus Birne und Melone erinnern; sehr wärmebedürftig 
Kiwano oder Horngurke (Cucumis metuliferus) geschmacklich zwischen Banane, Gurke und Limone; hoher Wärmebedarf
Melone kleinfrüchtige Sorten sind vorzuziehen, da sie sonst zu schwer werden; wärmebedürftig 
Kiwi winterfeste Sorten sind für unsere Breiten geeigneter 
Beerenobst Himbeeren, Brombeeren
Klettererdbeere bildet im Gegensatz zu den üblichen Erdbeersorten lange Triebe, die aufgebunden werden können

 

Kletterhilfen

Gemüse und Obst, das hoch hinaus möchte, benötigt eine passende Kletterhilfe. In den meisten Fällen reichen ein paar gespannte Schnüre oder Drähte aus, an denen das Gemüse aufgebunden werden kann. Stangen und Gerüste aus Holz, Bambus, oder Stahl bieten den Pflanzen hingegen etwas mehr Halt. Dies empfiehlt sich zum Beispiel bei Gemüsearten mit schweren Früchten wie Kürbis oder Melone. Dabei muss es sich nicht immer um teure Edelstahl-Rankgitter oder Pergolen handeln. Billige Baustahlgitter geben den Pflanzen ebenfalls stabilen Halt und können mit einem Bolzenschneider in beliebig große Teile zerlegt werden. Und was die Ästhetik angeht: Kürbis, Gurke und Zucchini beispielsweise wachsen so rasch und üppig, das man das Gitter darunter binnen einiger Tage nicht mehr sieht.

Ein Tipp für Familien mit kleinen Kindern: Dekorative Kletterpyramiden lassen sich auch relativ leicht gemeinsam mit Kindern aus Weidenruten flechten. Neben dem Stützeffekt für das Gemüse bieten diese Pyramiden den Kindern im Sommer ein grünes und blühendes Zelt, an dem sie Gemüse „live“ beim Wachsen beobachten können. Wer kann schon im Kindergarten oder in der Schule behaupten, zuhause Zucchini oder Kürbisse auf dem (Zelt-)Dach zu haben!

Nicht nur praktisch, sondern auch schön

Vertikales Gärtnern bietet außer der äußerst sinnvollen Raumnutzung noch viele weitere Vorteile. So ist es zum Beispiel gerade für ältere Menschen einfacher, wenn sie sich für Pflege- und Erntearbeiten nicht ständig bücken müssen. Auch Wärme liebende Pflanzen wie Tomaten, Melonen oder Pepinos wissen ein warmes und windgeschütztes Plätzchen an der Hauswand zu schätzen. Denn die tagsüber von der Hauswand gespeicherte Wärme wird nachts wieder abgestrahlt und bietet den Pflanzen ein gleichmäßiges Klima.

Auf Terrassen oder Balkonen bietet eine dichte „Wand“ aus Kapuzinerkresse oder Kürbissen einen hervorragenden Wind- und Sichtschutz, der nicht nur praktisch, sondern dazu noch sehr schön anzusehen ist. Gleiches gilt für die Begrünung von tristen Fassaden. So manche unansehnliche Hauswand gewinnt durch ein sommerlich, grün-buntes Kleidchen an Attraktivität und hilft damit so manches Stadtviertel zu verschönern.

Jörg Planer, Meckenheim |

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