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Gründüngung spart Dünger, Spaten, Hacke und Unkrautvernichter

Eine Gründüngung lockert die Erde, reichert den Boden mit Humus und Nährstoffen an und beugt neben Unkrautaufwuchs auch einer Nitratauswaschung im Winter vor.

Blüten von Phacelia
CeHa / Fotolia.com

Die eierlegende Wollmilchsau ist ein ganz und gar fabelhaftes Tier: Sie liefert Eier, Milch, Wolle und Fleisch und vermutlich kann sie zudem noch italienische Opernarien grunzen. Bedauerlicherweise ist das sympathische Geschöpf wie sein naher Verwandter, der Wolpertinger, in Fantasien beheimatet und in unseren Breiten nur selten anzutreffen. Ganz im Gegensatz zu Zottel-Wicke und Bienenfreund: Sie tragen zwar ebenfalls fantasievolle Namen, der Mehrwert, mit dem sie glänzen, ist jedoch durch und durch real. Beide Arten sind bewährte Gründüngungspflanzen und somit wertvolle Helfer beim Streben nach dem berühmten „guten Boden“.

Mit Bakterien im Bunde

Die Zottel-Wicke (Vicia villosa) beispielsweise ist ein Vertreter der auch als Leguminosen bekannten Schmetterlingsblütler. Ihre Beliebtheit verdankt die allerdings nicht allein ihren hübschen Blüten: An ihren Wurzeln sitzen sogenannte Knöllchenbakterien, mit deren Hilfe Wicken, aber auch Klee, Lupinen und andere Leguminosen, Stickstoff aus der Luft binden können. Werden die Pflanzen nach einigen Monaten zerkleinert und in die Erde eingearbeitet, verrotten sie und stellen den wertvollen Pflanzennährstoff den nachfolgend angebauten Kulturpflanzen zur Verfügung. Im Herbst ausgesät, nehmen sie zudem überschüssigen Stickstoff im Boden auf und verhindern dadurch, dass er in den Folgemonaten bis zum Frühjahr als Grundwasser belastendes Nitrat ausgewaschen wird.

Platzhalter mit Tiefgang

Gründünungspflanzen sparen aber nicht nur Dünger und damit bares Geld, sie sind auch sozusagen das Handtuch auf der Liege des Gärtners: Auf offenem Boden, beispielsweise nach der Gemüseernte im Sommer, würde sich normalerweise rasch lästiges Unkraut breitmachen, doch Luzerne (Medicago sativa), Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia) und Co. halten den Kulturpflanzen bis zur nächsten Aussaat freundlicherweise den Platz frei. Die Tiefwurzler unter den hilfsbereiten Pflanzen, beispielsweise Bitter-Lupinen (Lupinus angustifolius), können zudem gezielt zur Bodenvorbereitung eingesetzt werden: Mit ihrem langen Wurzeln bohren sie sich mit Leichtigkeit selbst in stark verdichtete Erde hinein und lockern sie nachhaltig auf – im Übrigen auch dann noch, wenn sie bereits in den Boden eingearbeitet wurden, denn dadurch erhöht sich der Humusanteil.

Bienenfreund im Gemüsegarten

Dank der vielen pflegeleichten Arten gibt es bei der Gründüngung eigentlich nicht viel falsch zu machen, lediglich zwei Punkte sollte man bedenken: Einige Arten wie Roggen und Raps haben eine relativ lange Standzeit, während sich solche wie die Sommer-Wicke (Vicia sativa) auch als Zwischenkultur eignen. Außerdem sind einige Pflanzenfamilien selbstunverträglich: Wer beispielsweise Kreuzblütler wie Raps als Gründünungspflanzen einsetzt, sollte mindestens vier Jahre warten, ehe er auf derselben Fläche Kohlgewächse anbaut, da diese ebenfalls zu den Kreuzblütlern gehören. Wird dies nicht beachtet, steigt das Risiko für Krankheiten, im Fall der Kreuzblütler etwa für Kohlhernie. Ähnlich verhält es sich mit den Schmetterlingsblütlern: Wer im nächsten Jahr Bohnen anbauen möchte, sät vorher besser keine Wicken oder Lupinen aus. Um sich derartige Überlegungen zu sparen, setzen viele Gemüsegärtner auf Bienenfreund: Die attraktive, auch bei Insekten äußerst beliebte Pflanze zählt weder zu den Kreuzblütlern noch zu den Schmetterlingsblütlern – aber eindeutig zu den heißesten Anwärtern auf den Wollmilchsau-Award.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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