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Wald genießen, Risiken vermeiden: Zecken

Wie kann man sich Zecken am besten vom Leib halten und was ist zu tun, wenn man doch mal gestochen wird. Wir haben für Sie wertvolle Tipps zusammengetragen.

Nahaufnahme Zecke auf Blatt
iStock.com / Stock-Fotografie

Zecken sind ja schon per se nicht so richtig angenehm: Wer lässt sich denn schon gerne anstechen?
Aber dummerweise bleibt es nicht bei der unangenehmen Belästigung durch die Plagegeister.
Denn Zecken haben auch noch richtig fiese Eigenschaften – zumindest viele von ihnen. Deshalb haben wir hier ein paar Hinweise zusammengestellt, wie man sie sich durch richtiges Verhalten vom Leib hält und was man im Falle eines (Zecken-)Falles tun sollte.

Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf unsere häufigste Zeckenart, den gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus), der bundesweit verbreitet ist. Seine Eigenart, sehr unterschiedliche Tierarten und den Menschen als Wirte zu nutzen und dabei als „Krankheitsvermittler“ tätig zu werden, macht ihn besonders problematisch.

Zecken sind bei uns besonders vom Frühjahr bis zum Herbst aktiv (ab einer Lufttemperatur von etwa 6 Grad Celsius). Bei Temperaturen nahe oder unter dem Gefrierpunkt „vergraben“ sie sich in der Regel in der Bodenstreu und sind inaktiv. Allerdings sind sie in wärmeren Gegenden und bei milder Witterung bei uns auch im Winter rege. Man sollte sich daher nicht auf den Kalender verlassen!

Aus dem Leben einer Zecke...

Verschieden Entwicklungsstadien der Zecke
Entwicklungsstadien einer Zecke im Größenvergleich

Die Entwicklung der Zecken ist an den „Genuss“ von Blutmahlzeiten gebunden. Die frisch geschlüpften, 0,5 mm großen sechsbeinigen Larven sind nach dem Schlüpfen zunächst durchsichtig und lassen sich daher kaum erkennen. Sie benötigen Blut für ihre weitere Entwicklung. Im Lauf der Blutmahlzeit werden sie als kleine dunkle Punkte auf der Haut erkennbar. Die nächste Entwicklungsstufe sind die ca. 1,5 mm großen achtbeinigen Nymphen. Auch sie benötigen eine Blutmahlzeit, um sich zur geschlechtsreifen erwachsenen Zecke weiterzuentwickeln. Die weibliche Zecke ist für die Fortpflanzung auf eine weitere, sehr umfangreiche Blutmahlzeit angewiesen. Sie kann danach ca. 2000 – 3000 Eier im Boden ablegen.

Wie kommt die Zecke auf den Wirt?

Zecken erkennen ihre Wirte durch Erschütterungen sowie durch die Wärmeabstrahlung des Körpers und durch chemische Verbindungen in Atemluft und Schweiß, die die Zecken über das sogenannte Haller’sche Organ am vorderen Beinpaar wahrnehmen. Als Wirtstiere dienen den Zecken viele Säugetiere, vor allem Mäuse, Igel, aber auch Vögel und Reptilien. Besonders von Nymphen und ausgewachsenen Zecken werden aber auch größere Wildtiere, wie Rehe oder Damwild, sowie Weide- und Haustiere für die Blutmahlzeit genutzt.

Richtiges Verhalten bei einem Zeckenstich

Hat sich eine Zecke schon fest eingerichtet, so ist die schnelle, vor allem aber die richtige Entfernung der Zecke das A und O der Gesundheitsvorsorge: Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt mit der Anzahl der übertragenen Erreger und damit vor allem mit der Länge des Saugaktes. Daher ist eine zügige Entfernung der Zecke wichtig!

Grundsätzlich:

1. Zecke ohne Verzögerung entfernen: Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Krankheitserregern (Borreliose) steigt vor allem mit der Länge des Saugaktes.
2. Zecke nicht quetschen. Quetschen kann das Risiko erhöhen, dass Krankheitserreger aus der Zecke in die Blutbahn gelangen.
3. Kein Klebstoff; Alkohol, Nagellackentferner und Ähnliches: Das setzt zwar die Zecke schachmatt. Dabei gelangt aber möglicherweise zusätzlicher Zeckenspeichel in die Einstichstelle, und damit unter Umständen zusätzliche Erreger.

Richtiges Entfernen der Zecke:

  • Zur Entfernung der Zecken möglichst eine spezielle Zeckenpinzette (Zeckenzange) verwenden. Auch andere geeignete Hilfsmittel wie Zeckenkarte oder spezielle Schlingen können verwendet werden. Dabei die Herstellerhinweise zum richtigen Einsatz beachten. Wenn absehbar keine andere Möglichkeit besteht: Notfalls die Zecke auch mit den Fingernägeln entfernen.
  • Die Zecke so nahe wie möglich an der Haut fassen und langsam und gerade herausziehen. Teile des Stechapparates können abreißen und in der Einstichstelle hängen bleiben.
    Deshalb in jedem Fall:
  • Die Einstichstelle desinfizieren (Alkohol, Wunddesinfektionsmittel).
  • Einstichstelle beobachten: Tritt bei einem Zeckenstich nach Abklingen der unmittelbaren Entzündungsreaktion an der Einstichstelle (nach mehreren Tagen bis Wochen) erneut eine Rötung oder eine Entzündung auf, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Mehr Informationen zu Zecken sowie anderen Risiken, die Ihnen in Wald und Natur begegnen können, finden Sie in dem aid-Heft „Gesund durch Wald und Natur - Erholung genießen – Krankheitsrisiken vermeiden“ (siehe Medientipp).

 

Rainer Schretzmann, aid |

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