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Wald und Holz – wahre Klimahelden

Die deutschen Wälder speichern eine enorme Menge an Kohlenstoff. Und sie entziehen der Atmosphäre riesige Mengen an Kohlendioxid.

Kohlekraftwerk und Wald im Vordergrund
aid

Das Prinzip ist denkbar einfach: Mit der Fotosynthese entziehen die Bäume der umgebenden Atmosphäre CO2 in großem Umfang. Der darin enthaltene Kohlenstoff wird organisch gebunden und im Holz dauerhaft gespeichert. Holz enthält in seinen Hauptbestandteilen (Lignin, Zellulose, Hemizellulosen) eine große Menge gespeicherten Kohlenstoff (ziemlich genau 50 % der Holzmasse). Bäume und Wälder spielen damit eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf. Und dann eben auch das genutzte Holz.

Unter Klimaschutzaspekten ist es sehr erfreulich, dass nicht nur das Holzvolumen der Bäume immer mehr zunimmt. Auch die Menge an Kohlenstoff, die in unseren Waldbäumen gespeichert wird, steigt damit immer weiter, und auch im Waldboden nimmt die Kohlenstoffmenge zu:
Etwa 2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff stecken im deutschen Wald, eine unglaubliche Menge! Davon sind mehr als 1 Milliarde Tonnen im Holz der Bäume über dem Boden und eine knappe Milliarde Tonnen im Waldboden gespeichert.

In Kohlendioxidmengen umgerechnet heißt das: Die heutigen Wälder haben der Atmosphäre im Laufe ihres Wachstums über 7 Milliarden Tonnen CO2 entzogen, und jedes Jahr schlucken sie weitere 50 Millionen Tonnen.

Das ist aber noch nicht alles: In den Holzprodukten, die wir in Deutschland nutzen, sind noch einmal etwa 1,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxid gebunden, davon alleine 800 Mio. Tonnen in Holz und Holzwerkstoffen, die in Gebäuden verbaut sind.

Grafik Vermeidung CO2 Emissionen

 

Dreifacher Klimaschutz mit Holz

1.  CO2 speichern

Jeder Baum ist während seines Wachstums also eine kleine Kohlendioxid-Senke: In ihm „verschwindet“ Kohlendioxid. Stirbt der Baum ab, so wird bei der Zersetzung des Holzes dieses Kohlendioxid aber wieder freigesetzt – ein Nullsummenspiel, aus dem aber der Mensch ausgeschlossen bleibt.
Wird das Holz dagegen genutzt, bleibt die Wirkung als Kohlenstoffspeicher erhalten. Konkret heißt das: Bei einem Holzhaus werden auf diese Weise etwa 80 t CO2 – oft für mehr als 100 Jahre – weiter gespeichert. Diese Menge entspricht dem mittleren CO2-Ausstoß eines PKW im Laufe von etwa 35 Jahren.
So summieren sich die Kohlenstoffvorräte im genutzten Holz zu einer enormen Menge, zum Beispiel in Dachstühlen, Fenstern oder Bodenbelägen: Zur Zeit wächst der CO2-Speicher jedes Jahr um etwa 20 Mio. Tonnen. Insgesamt stecken in den Holzprodukten 1,5 Milliarden Tonnen CO2. Und das ist nur das reine Speichervolumen des genutzten Holzes. Tatsächlich ist die Klimawirksamkeit noch wesentlich höher.

2. Energiesparend produzieren

Viele Holzprodukte lassen sich mit relativ geringem Energieaufwand herstellen. Und das ist gerade dort besonders bedeutsam, wo für die gleiche Verwendung unterschiedliche Materialien als Alternativen zur Verfügung stehen, etwa beim Hausbau:
Ein Gebäude in moderner Holzbauweise benötigt kaum die Hälfte des Energieeinsatzes wie ein Gebäude in traditioneller Massivbauweise. Dieser so genannte „Substitutionseffekt“ erspart der Atmosphäre große Mengen an Kohlendioxid-Emissionen, und zwar endgültig. Die Atmosphäre wird entlastet, denn das eingesparte Erdöl oder Erdgas bleibt tief unter der Erdoberfläche in den natürlichen Lagerstätten und setzt kein zusätzliches CO2 frei. Die CO2-Einsparung durch energiesparende Substitution mit Holz wird auf rund 45 Mio. Tonnen pro Jahr geschätzt.

3. Fossile Brennstoffe ersetzen

Der Bereich der Energiegewinnung mit Holz hat in den letzten 20 Jahren eine massive Steigerung erfahren. Holz stellt als nachwachsender Rohstoff im Energiebereich eine wesentliche Säule der Energiewende dar. Auf den gesamten Primärenergieverbrauch bezogen hat feste Biomasse einen Anteil von etwa 3,5 %. Damit kommt am Ende der stofflichen Nutzung noch ein weiterer wichtiger CO2-Einsparungseffekt hinzu: Denn Altholz, das nicht mehr weiter verwendet werden kann, wird thermisch genutzt, das heißt in großen, dafür ausgelegten Kraftwerken verbrannt. Damit werden pro Jahr etwa 45 Mio. Tonnen CO2 eingespart.
Die Holzenergienutzung erspart der Atmosphäre (dauerhaft und endgültig!) die Freisetzung von zusätzlichem Kohlendioxid aus fossilen Energiequellen. Jeder Kubikmeter genutzten Holzes hilft auf diese Weise, bis zu 1,5 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen nicht nur für 100 Jahre, sondern endgültig zu vermeiden!

 

Rainer Schretzmann, aid |

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