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Warum brauchen Bohnen und Erbsen weniger Stickstoffdünger?

Erbsen und Bohnen gehören zur Familie der Hülsenfrüchtler. Pflanzen dieser Familie sind in der Lage, Stickstoff aus der Luft für sich nutzbar zu machen.

Wurzel der Sojabohne mit sichtbaren Wurzelknöllchen
iStock.com / DS70

Erbsen und Bohnen gehören zur Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, auch bekannt als Leguminosen. Eine Besonderheit dieser Pflanzengruppe ist. dass sie mithilfe von Bakterien Luftstickstoff für sich nutzbar machen kann. Deswegen brauchen diese Pflanzen auch weniger Stickstoffdünger als andere. Neben Bohnen und Erbsen gehören noch eine ganze Reihe anderer Nutzpflanzen zu den Leguminosen: Zum Beispiel Kichererbsen, Linsen, Sojabohnen oder Erdnüsse, aber auch Bäume wie Akazien und Robinien oder Wiesen- und Futterpflanzen wie Klee, Luzerne, oder Lupinen.

Eine Symbiose mit Bakterien macht´s möglich

Möglich wird diese Stickstoffnutzung durch eine enge Symbiose zwischen Pflanze und Bakterien. Angelockt von den Wurzelausscheidungen wandern diese Bakterien – auch Rhizobien oder Knöllchenbakterien genannt – aktiv auf die Pflanzenwurzeln zu und dringen in sie ein. Die äußersten Zellen der Wurzeln werden durch die eingedrungenen Knöllchenbakterien zu lebhafter Teilung veranlasst. Dadurch entstehen die typischen Wurzelknöllchen, in denen sich die Bakterien zunächst auf Kosten der Wirtspflanze mit Kohlenhydraten versorgen. Dabei vermehren sie sich reichlich. Im Gegenzug stellen die Bakterien das für die Fixierung des Luftstickstoffs notwendige Enzym Nitrogenase zur Verfügung, welches die Pflanze selber nicht besitzt. Auf diese Weise kommt eine perfekte Symbiose zustande.

Leguminosen sinnvoll in den Ackerbau einbinden

Vor allem in der ökologischen Landwirtschaft macht man sich die Fähigkeit der Leguminosen zur Stickstoffbindung zunutze, indem man Leguminosen in die Fruchtfolge auf dem Acker einbindet. Dies geht auf verschiede Weise. Manche Landwirte bauen Leguminosen wie Klee, Kleegras oder Luzerne zum Beispiel an, um sie als „Gründünger“ wieder unterzupflügen. Manche nutzen das Kleegras wiederum als Futter für ihre Tiere, bevor sie es dann am Ende unterpflügen. Andere bauen Leguminosen wie Bohnen oder Erbsen an, um deren Samen zu ernten. Alle diese Anbaumethoden verfolgen letztlich jedoch das gleiche Ziel: Der durch die Leguminosen gebundene Stickstoff bleibt in der Pflanze „gespeichert“, bis diese untergepflügt und durch Bodenorganismen zersetzt wird. Durch den Zersetzungsprozess im Boden wird der Stickstoff dann wieder freigesetzt und steht der Folgekultur als Nährstoff zur Verfügung. Wie hoch der Nährstoffgehalt ist, hängt davon ab, wie viel von der Leguminosenkultur geerntet wird und wie viel auf dem Feld verbleibt. Bei Körnerleguminosen wie Bohnen und Erbsen geht natürlich ein nicht unbeträchtlicher Teil der Biomasse und damit an Stickstoff mit der Ernte vom Acker.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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