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Warum ist der Erhalt alter Haustierrassen so wichtig?

Zahlreiche alte Haustierrassen stehen kurz vor dem Aussterben oder sind stark gefährdet. Wie es dazu kam und warum der Erhalt dieser Rassen so wichtig ist, erfahren Sie hier.

Milchkuh der Rasse Original Braunvieh
Königsperger, GEH e. V.

Der Mensch hat seine Nutztiere durch Züchtung immer mehr seinen Bedürfnissen und Anforderungen angepasst. So geben Kühe immer mehr Milch, Hühner legen mehr Eier, Schweine, Rinder, Puten, Masthähnchen wachsen immer schneller.

Das hat schließlich dazu geführt, dass man sich auf bestimmte Rassen und Kreuzungen, die diesen Anforderungen am besten gerecht werden, spezialisiert hat. Rassen, die diese hohen Leistungen nicht erbrachten, wurden vernachlässigt, starben aus oder sind vom Aussterben bedroht. In den letzten Jahrzehnten hat man aber zunehmend den Wert dieser „alten“ Rassen erkannt.

Alte Rasen als Genpool

Alte Rassen mit der ganzen Bandbreite ihrer genetischen Vielfalt dienen als mögliche Grundlage (Genpool) für neue Züchtungen. So könnten sich zum Beispiel die Verbraucherwünsche ändern oder andere Haltungs- bzw. veränderte Umweltbedingungen könnten dazu führen, dass Merkmale wie Langlebigkeit, Widerstandsfähigkeit Robustheit, Genügsamkeit wieder stärker in den Vordergrund treten. Diese können in den alten Rassen erblich stärker verankert sein.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich zudem Rassen entwickelt, die für bestimmte Regionen und Standorte besonders geeignet sind. Sie kommen zum Beispiel gut mit einer geringen Futtergrundlage oder klimatisch und geografisch schwierigen Verhältnissen zurecht. Dort dienen sie der Biotop- und Landschaftspflege und dem Naturschutz. Die Pflege durch den Menschen ist in diesen Gebieten sehr teuer und aufwendig.

Interessant für den Ökolandbau

Alte Rassen sind auch für den ökologischen Landbau sehr interessant. Dort werden zurzeit noch überwiegend die Hochleistungsrassen gehalten. Das kann aber Probleme mit sich bringen. Zum Beispiel kann der Eiweißbedarf der schnell wachsenden Hybridschweine in der Anfangsmast mit den in der ökologischen Landwirtschaft verfügbaren Futtermitteln nur schwer gedeckt werden. Dieses Problem könnte mit der Haltung weniger schnell wachsender Rassen umgangen werden. Außerdem nimmt man an, dass die alten Haustierrassen toleranter gegenüber den Bedingungen im ökologischen Landbau (z. B. Freilandhaltung) sind.

Darüber hinaus haben Rassen, die den Menschen schon über Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende begleiten, einen hohen kulturellen Wert, denn sie sind mit unserer Geschichte eng verbunden.

 

Autorin: Antje Elfrich, Brühl |

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