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Was bedeuten Eisheilige und Schafskälte für Landwirtschaft und Gartenbau?

Eisheilige, Schafskälte – Begriffe, die wir alle schon einmal gehört haben. Doch was bedeuten sie, insbesonere für Gartenbau und Landwirtschaft? Hier finden Sie die Antwort.

Gefrorenes Blatt auf Wiese
Pixabay

Mit „Eisheilige“ bezeichnet man den Zeitraum zwischen dem 11. und 15. Mai, der in Mitteleuropa durch Kaltlufteinbrüche geprägt ist. An diesen Tagen kommt es manchmal noch zu Nachtfrösten und je nach Intensität des Auftretens kann es in der Landwirtschaft und im Gartenbau zu schweren Schäden und Ernteausfällen kommen. Besonders kritisch wird es immer dann, wenn es im Frühjahr bereits durch sehr milde Temperaturen zu starken Wachstumsentwicklungen in der Pflanzenwelt gekommen ist.

Bei den Eisheiligen handelt es sich um eine sogenannte meteorologische Singularität, auch Witterungsregelfall genannt. Damit werden Wetterlagen bezeichnet, die zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten. Bekannte Singularitäten in Mitteleuropa sind, neben den Eisheiligen, die Schafskälte oder der Altweibersommer.

Stichtag für Tomate, Kürbis & Co.

Gärtnern und Landwirten gelten die Eisheiligen seit jeher als Stichtag für das Ende der frostanfälligen Jahreszeit. Das heißt, wer kein Risiko eingehen möchte, wartet mit dem Pflanzen wärmeliebender Kulturen wie Kürbis, Gurke, Tomate und Paprika oder mit der Aussaat von empfindlichen Sämereien mindestens bis nach der Kalten Sophie (15. Mai).

Im Gegensatz zum Hobbygärtner können sich Landwirte und Gärtner heute oft nicht mehr an die gegebenen Witterungsbedingungen halten: Sie müssen vorher schon pflanzen oder säen. Dies hat vor allem wirtschaftliche Gründe. Denn wer früh einen Markt, der noch wenig Ware enthält, beliefern kann, verdient mehr an seinen Produkten. Häufig zwingen auch feste Abnahmeverträge mit Händlern die Landwirt/Gärtner früher zu produzieren. Dafür bieten sich dem Landwirt/Gärtner heute mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist z. B. der Anbau von Gemüse unter Vlies oder Folie. Die Materialien schützen die Pflanzen vor zu tiefen Temperaturen und schaffen Bedingungen, die eine vorzeitige Ernte erlauben. Um sich gänzlich unabhängig von äußeren Klimabedingungen zu machen, werden sehr wärmebedürfte Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder Gurken heute fast ausnahmslos im Gewächshaus angebaut.
 

Fünf heilige Namen

Der Name „Eisheilige“ leitet sich von den fünf Heiligen ab, deren Namenstage zwischen dem 11. und 15. Mai gefeiert werden. Dies sind im Einzelnen: Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophie (15. Mai).  

Diese Namen tauchen auch in vielen verschiedenen Bauernregeln auf, zum Beispiel:

  • „Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai.“
  • „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“
  • „Vor Nachtfrost du nicht sicher bist - bis Sophie vorüber ist.“

Wenn Schafe frieren...

Für die Zeit vom 11. bis 15. Mai hat sich in den vergangenen Jahrhunderten also der Begriff "Eisheilige" durchgesetzt. Kaltlufteinbrüche können aber auch zu anderen Zeiten auftreten - zum Beispiel bei der sogenannten "Schafskälte" in der ersten Junihälfte, die ebenfalls sehr häufig und regelmäßig in Deutschland auftritt. Diese Zeit ist geprägt durch starke Temperaturrückgänge – wenngleich nicht so stark wie bei den Eisheiligen – sowie windiges Schauerwetter. Die „Schafskälte“ verdankt ihren Namen dem Umstand, dass die Schafe um diese Zeit bereits geschoren sind und infolge dessen "frieren" könnten. Als Stichtag für die Landwirtschaft und den Gartenbau, wie das für die Eisheiligen gilt, hat die Schafskälte jedoch keine Bedeutung.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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