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Was tun gegen Ratten und Hausmäuse?

Ratten und Mäuse kommen überall dort vor, wo sie gute Lebens- und Ernährungsbedingungen vorfinden. Wird in einem Haus ein Befall festgestellt, ist sofortiges Handeln angesagt.

Ratte auf einem Holzblock
Erni / Fotolia.com

Aus Zeichentrickfilmen kennen wir Ratten und Hausmäuse als schlaue Helden und liebenswerte Freunde des Menschen. Doch in der realen Welt haben die Nager eher einen schlechten Ruf. Das hat seine guten Gründe, denn Ratten und Mäuse übertragen Krankheiten, verunreinigen Nahrungsmittelvorräte und verursachen materielle Nageschäden an Gebäuden oder Geräten.

Kot, Tritt- und Nagespuren weisen auf einen Befall hin

Da Ratten und Hausmäuse überall dort vorkommen, wo sie gute Lebens- und Ernährungsbedingungen vorfinden, sind sie meist in der Nähe des Menschen zu finden. Zu sehen bekommen wir die scheuen Tiere jedoch eher selten. Lediglich Kot, Tritt- und Nagespuren weisen auf einen Befall hin. In Städten besiedeln Ratten vor allem Kanalisationssysteme. Von dort aus gelangen sie über undichte Stellen in Gebäude. Auf dem Land leben die Tiere in der Nähe von Gewässern und suchen meist erst in der kalten Jahreszeit Gebäude auf. Hausmäuse bevorzugen eher trockene, ruhige Orte mit guter Futterquelle. Beliebte Plätze sind Lagerräume für Lebens- und Futtermittel. 

Futterquellen locken die Tiere an

Mit einfachen Maßnahmen kann jeder Hausbesitzer einen Befall mit Ratten und Mäusen vorbeugen: Alle undichten Stellen und Durchschlupfmöglichkeiten müssen abgesichert werden, damit die Tiere keinen einfachen Zugang in das Gebäude haben. Gerümpel, Abfall oder Brennholz sind beliebte Unterschlupfmöglichkeiten für die Nager – Ordnung halten zahlt sich hier aus. Offene Nahrungsquellen locken die Tiere an, weshalb Lebens- und Futtermittel gut verpackt lagern sollten und Abfall in dicht verschlossene Tonnen gehört.

Bei Nagerbefall sofort handeln

Wurde in einem Haus ein Ratten- oder Mäusebefall festgestellt, ist sofortiges Handeln angesagt. Da sich die Nagetiere schnell und massenhaft vermehren, müssen alle Tiere am Befallsort getötet werden. Neben Fallen kommen dabei hauptsächlich mit Blutgerinnungsmitteln (Rodentizide) versehene Köder zum Einsatz. Nach Kontakt oder Verzehr dieser Köder verbluten die Tiere innerlich. Allerdings sind die Chemikalien auch für den Menschen und für andere Tiere giftig. Sie dürfen daher nicht in Kontakt zu Nahrungsmitteln, Mensch oder Tieren kommen.
Zahlreiche Faktoren beeinflussen eine erfolgreiche Schädlingsbekämpfungsaktion. Ratten und Hausmäuse sind sehr schlaue Tiere. Sie können sich schnell auf veränderte Situationen einstellen, weichen auf andere Plätze aus oder meiden Köder und Fallen. Werden die Eigenheiten der Tiere nicht beachtet, misslingt die Bekämpfungsaktion.

Resistente Ratten- und Mäusepopulationen 

In seltenen Fällen wirken die Blutgerinnungsmittel nicht – ein Hinweis auf eine Resistenzbildung der Nager gegen häufig eingesetzte Rodentizide. Ist eine Nagetier-Population resistent gegen eine Chemikalie, müssen die Schädlingsbekämpfer stärker wirkende Stoffe einsetzen. Das Julius Kühn-Institut beschäftigt sich mit dieser Problematik. So gibt es in Deutschland bereits Regionen mit resistenten Ratten- und Mäusepopulationen gegen bestimmte Wirkstoffe. Damit sich Resistenzen nicht deutschlandweit ausbreiten, ist ein fachgemäßer Einsatz der Rodentizide sehr wichtig. Daher sollte unbedingt ein Experte die Schädlingsbekämpfung organisieren und umsetzen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie im aid-Heft „Ratten und Hausmäuse – sachgerechte Nagetierbekämpfung“.

Autorin: Carmen Menn, Bonn |

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Fragen und Antworten

Warum ist die Bekämpfung von Ratten und Hausmäusen wichtig?

  • Ratten und Hausmäuse können gefährliche Viren, Bakterien oder Parasiten auf Mensch oder Tier übertragen.
  • In Lagerräumen von Mühlen, Bauernhöfen oder Lebensmittelunternehmen verursachen die Nager Schadfraß und verunreinigen Nahrungs- und Futtermittel.
  • Ratten und Hausmäuse beschädigen zudem mit ihren Nagezähnen Holz, Kunststoff und Isolationsmaterialien oder verursachen Wühlschäden im Boden.

Warum sollte ein Fachmann die Schädlingsbekämpfung durchführen?

Ein fachkundiger Schädlingsbekämpfer erstellt einen professionellen Bekämpfungsplan, setzt chemische Mittel mit Bedacht ein und achtet auf eine mögliche Resistenzbildung der Tiere. Er erkennt Schwachstellen an und in Gebäuden und kann vorbeugende Maßnahmen treffen. Eingesetzte Köder enthalten Giftstoffe und dürfen nicht in falsche Hände oder Mäuler gelangen. Sie gehören in eine spezielle Köderbox und an einen für Mensch und Nutz- oder Wildtier schwer erreichbaren Ort. Der Experte kennt alle Rechtsvorschriften, die in Zusammenhang mit der Schädlingsbekämpfung stehen und weiß diese anzuwenden.

Welche vorbeugenden Maßnahmen helfen gegen einen Ratten- oder Mäusebefall?

  • Verschließen Sie Durchschlupfmöglichkeiten in Türen und Gemäuern. Halten Sie Abwasserdurchlässe in Ordnung.
  • Bieten Sie den Nagetieren keine Unterschlupfmöglichkeiten, entfernen Sie Gerümpel, Brennholz und Abfall im Gebäude und außerhalb des Hauses.
  • Lagern Sie Sackstapel in Lagerräumen auf Paletten mit einem Abstand zur Wand. So können Sie einen möglichen Befall leichter feststellen.
  • Stellen Sie den Nagern möglichst keine Nahrungsquellen zur Verfügung. Lagern Sie Nahrungsmittelvorräte dicht verpackt in geschlossenen Behältern oder Räumen.
  • Entsorgen Sie Essensreste nicht in die Toilette, sondern in die Biotonne oder in einen geschlossenen Kompostierer. Auf den Komposthaufen gehören nur pflanzliche Reste.
  • Räumen Sie Futterlagerplätze auf und halten Sie diese sauber. Schirmen Sie Futterlager möglichst ab.
Ratten und Hausmäuse - Sachgerechte Nagetierbekämpfung

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