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Wasser: Aufbereitung

Natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Heilwasser stammen aus unterirdischen Quellen. Tafelwasser hingegen kann aus Trinkwasser, Mineralwasser, Natursole und Meerwasser gemischt sein.

Luftblasen in blauem Wasser
Tom / Fotolia.com

Natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Heilwasser stammen aus unterirdischen Quellen, die in der Regel 100-200 m tief liegen, manchmal auch bis zu 1.000 m. Der Ursprung der unterirdischen Wasserquellen ist Regenwasser, das über Jahre durch Kies-, Sand- und Gesteinsschichten sickert. Eine natürliche Reinigung des Wassers findet durch die Filterfunktionen des Bodens und die im Boden lebenden Mikroorganismen statt. Meist muss das Wasser aus den Brunnen hochgepumpt werden, denn nur wenige Quellen weisen genug Eigendruck auf, um von allein an die Oberfläche zu sprudeln. Bei solchen artesischen Brunnen steigt das Wasser durch Überdruck selbstständig auf.

Tafelwasser hingegen kann aus Trinkwasser, Mineralwasser, Natursole und Meerwasser gemischt sein. Erlaubt ist auch die Zugabe von Kohlensäure und Mineralstoffen. Beide Sorten werden streng nach gesundheitlich bedeutsamen und gesetzlichen Grenzwerten aufbereitet, bevor sie abgefüllt werden und den Verbraucher erreichen.

Die Aufbereitung von Mineralwasser

Mineralwasser in Gläsern
Natürliches Mineralwasser stammt aus unterirdischen Quellen

Mineralwasser kommt aus tief im Erdreich liegenden Quellen und muss von natürlicher Beschaffenheit sein. Wenn das Mineralwasser an die Erdoberfläche kommt, ist es nicht immer im geeigneten Zustand, um direkt an den Verbraucher weitergeleitet zu werden. So könnten zum Beispiel im Wasser gelöste Eisen- und Manganverbindungen durch den Kontakt mit Sauerstoff oxidieren und sich als unschöne, braune Flocken am Flaschenboden absetzen. Des Weiteren wirkt sich ein hoher Gehalt an Schwefel negativ auf Geruch und Geschmack aus. Um diese Stoffe zu entfernen, wird das Wasser meist in speziellen Anlagen versprüht. Durch den Luftzutritt fallen die Metalloxide als Flocken aus und lassen sich über Kiesschichten abfiltrieren, während Schwefel als gasförmiges Schwefeldioxid entweicht.

Die Bezeichnung "Kohlensäure" steht für das im Wasser gelöste Gas Kohlendioxid, wobei man Abstufungen von classic mit viel Kohlensäure über medium bis still unterscheidet. Da der Gehalt je nach Sorte in allen Flaschen konstant sein soll, müssen Abfüller gegebenenfalls nachregulieren. Wenn der natürliche Gehalt höher als erwünscht ist, kann überschüssige Kohlensäure durch Versprühen entfernt werden. Das entweichende Gas wird aufgefangen und kann später bei Bedarf dem Mineralwasser wieder zugesetzt werden. Häufig wird jedoch dem Endprodukt eher Kohlensäure zugeführt. Dazu werden in einer Carbonisierungsanlage Wasser und Kohlendioxid miteinander verwirbelt.

So wird Tafelwasser aufbereitet

Im günstigsten Fall ist das Rohwasser so sauber, dass es nur noch wenig aufgearbeitet werden muss, bevor es als Trinkwasser genutzt wird. Im Allgemeinen wird es jedoch in den Wasserwerken mithilfe verschiedener Verfahren gereinigt.

  • Rechen und Siebe entfernen bei der Vorreinigung grobe und feine Pflanzenteile, Plankton, Sand und Schlamm.
  • Im Sedimentationsbecken setzen sich die im Wasser feiner verteilten Stoffe langsam ab. Zunächst werden Flockungsmittel wie Eisen- oder Aluminiumsalze hinzugegeben, wodurch im Wasser vorhandene Partikel und Mikroorganismen als Flocken ausfallen und so über Sand- oder Kiesfilter abfiltriert werden können.
  • Gegebenenfalls wird anschließend die Wasserhärte vermindert (Enthärtung) oder ein zu hoher Gehalt an Kohlensäure ausgeglichen (Entsäuerung).
  • Das Wasser wird zur Desinfektion mit Chlorgas oder UV-Licht entkeimt, selbstverständlich ohne dass Rückstände von Desinfektionsmitteln zurückbleiben dürfen.
  • Über Aktivkohle und Feinstfilter lassen sich abschließend restliche unerwünschte Partikel entfernen.

Das so aufbereitete Trinkwasser lagert in Stapeltanks und wird vor dem Abfüllen in die Flaschen mit einer genau dosierten Menge gelöster Mineralien sowie der gewünschten Menge Kohlensäure vermischt.

Abfüllung von Heilwasser

Heilwasser hat den strengen Arzneimittelrichtlinien zu genügen, denn es muss nicht nur von ursprünglicher Reinheit sein, sondern zudem auch gesundheitliche Wirkungen besitzen. Der Ablauf bei der Abfüllung entspricht dem von Mineral- und Tafelwasser. Vor der Abfüllung in Flaschen wird das Heilwasser allerdings bei Bedarf durch Filtration von trübenden Eisen- oder Schwefelverbindungen befreit. Auch der Gehalt an Kohlensäure darf verändert werden.

Wie kommt das Wasser in die Flasche?

Klassische Perlenflasche für Mineralwasser
Klassische Perlenflasche aus Glas

Es sind Milliarden von Wasserflaschen im Umlauf, wobei die Auswahl klassische Perlenflaschen und andere Glasflaschen ebenso wie die leichten PET-Flaschen umfasst. Grüne Flaschen enthalten in der Regel Heilwässer oder Mineralwässer mit reduziertem Kohlensäuregehalt. Mittlerweile werden vier von fünf Flaschen in Kunststoffflaschen aus PET (Polyethylenterephthalat) gekauft.

PET oder Glas, Einweg oder Mehrweg?

Untersuchungen zufolge, sind Mehrwegflaschen in der Ökobilanz den PET-Einwegflaschen vorzuziehen. Nach Ansicht des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (IFEU) ist die PET-Mehrwegflasche die ökologisch günstigste Getränkeverpackung. Während PET-Flaschen derzeit etwa 20-mal wiederbefüllt werden können, erlauben Glasflaschen theoretisch bis zu 50 Zyklen. So lassen sich große Mengen an Rohstoffen und Abfall einsparen.

Die Reinigung der Flaschen

Genauso zuverlässig wie Trinkwasser aus dem Wasserhahn, soll sprudelndes Mineralwasser in die Flaschen kommen. Das gelingt auf sogenannten Füllstraßen mit ausgeklügelter, aufeinander abgestimmter Technik, die sich je nach Verpackungsmaterial unterscheidet. Typisch für Mehrwegflaschen sind die Rücklauflogistik und Rekonditionierung für den erneuten Einsatz. Schadhafte Flaschen werden dabei automatisch aussortiert, die übrigen werden gereinigt und befüllt.

Die Flaschen, zum Beispiel aus Glas, werden zunächst automatisch aus den Kisten gegriffen und die Deckel abgeschraubt. Dann fahren sie per Fließband in die gewaltige Reinigungsmaschine, wo sie erst mit heißem Wasser, dann mit Lauge und wieder mit klarem Trinkwasser gespült werden. Pro Waschgang schafft so eine Maschine leicht bis zu 25.000 Flaschen auf einmal. Nach 20 Minuten sind die Flaschen sauber und mikrobiologisch einwandfrei. Zusätzlich macht eine Kamera Aufnahmen und überprüft so, dass keine Restflüssigkeit mehr enthalten und Gewinde, Boden sowie Kontur mechanisch in Ordnung sind.
Leere Mineralwasserflaschen auf Fließband
Leere PET-Flaschen ohne Verschluss auf dem Fließband vor der Reinigungsmaschine

Das Abfüllen

Per Fließband wandern die sauberen Flaschen zur Füllmaschine. In der Anlage wird zuerst mit Kohlendioxid ein gewisser Überdruck auf die Flaschen gegeben, dann kommt das kohlensäurehaltige Wasser hinzu. Die sich zeitweise öffnenden Füllventile in den Zuleitungen sorgen für einen Druckausgleich, das heißt, während das Wasser hineinfließt, strömt überschüssiges Gas hinaus. Wenn die Flaschen zu zwei Dritteln gefüllt sind, wird der Druck abgelassen, damit es nicht zum Überschäumen kommt. Pro Stunde werden 40.000 bis 90.000 Flaschen befüllt.

Zur Herstellung der leicht aromatisierten, sogenannten Near-Water-Getränke kommt beim Abfüllen gegebenenfalls etwas Sirup hinzu. Rechtlich handelt es sich dann um Erfrischungsgetränke aus natürlichem Mineralwasser.

Mineralwasserflaschen auf Laufband
PET-Flaschen auf dem Fließband in der Abfüllstation

Verschrauben, Etikettieren, Verpacken

Auf dem Verschrauber drehen automatisch Greifer mit rotierenden Köpfen die Deckel auf. Kunststoff-Deckel kommen bereits fertig an, solche aus Aluminium, die nur für Glasflaschen einsetzbar sind, werden durch Anpressen direkt auf dem Flaschengewinde geformt. Noch einmal kontrolliert eine Kamera die Füllhöhe, dann transportieren Bänder die Flaschen zur Etikettiermaschine. Diesmal werden die Flaschen gedreht, um sie blitzschnell mit den jeweiligen Bauch-, Rücken- und Brustetiketten zu bekleben. In der Verpackungsmaschine heben die nächsten Greifer die vollen und etikettierten Flaschen in ankommende Kästen, Roboter stapeln die Kästen auf Paletten und umwickeln sie für den Transport mit einer stützenden Folie.

Übrigens: Flaschen am besten immer mit Verschluss zurückgeben, das schont das Gewinde!

Autorin: Dr. Bettina Pabel, Aschaffenburg |

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