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Wasser: Einkauf und Kennzeichnung

Damit es keine Verwechslung zwischen natürlichem Mineralwasser, Quell- und Tafelwasser gibt, ist je nach Wassersorte eine bestimmte Kennzeichnung auf dem Flaschenetikett verpflichtend.

Eine Frau schaut sich das Etikett einer Mineralwasserflasche am Supermarktregal an
Niki Love / Fotolia.com

Man unterscheidet zwischen Trinkwasser, Mineralwasser, Quellwasser, Tafelwasser und Heilwasser. Laut Trinkwasserverordnung ist Trinkwasser "Wasser für den menschlichen Gebrauch" und "Wasser für Lebensmittelbetriebe". Gemeint ist alles Wasser, im ursprünglichen Zustand oder nach Aufbereitung, das zum Trinken, zum Kochen, zur Zubereitung von Speisen und Getränken oder zu anderen häuslichen Zwecken verwendet wird, zum Beispiel für die

  • Körperpflege und -reinigung,
  • Reinigung von Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen und
  • Reinigung von Gegenständen, die mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen.

Natürliches Mineralwasser

Mineralwasser ("Natürliches Mineralwasser") wird aus natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen und direkt am Quellort in Flaschen abgefüllt. Es handelt sich dabei um Regenwasser, das über lange Zeit durch kleine Risse und Spalten durch den Boden in die Tiefe gesickert ist. Dabei wird es von Kies, Sand und Gesteinsschichten mechanisch und von Mikroorganismen, die sich im Boden befinden, mikrobiologisch gereinigt.

Auf seinem Weg in tiefere Erdschichten löst es Mineralien aus den verschiedenen Gesteinsschichten heraus. In vulkanischen Gebieten kommt natürliche Kohlensäure hinzu, die aus dem Erdinneren aufsteigt und sich ebenfalls im Mineralwasser anreichert.

PET-Flaschen mit Mineralwasser
Mineralwasser in Kunststoff-Flaschen

Natürliches Mineralwasser muss amtlich anerkannt werden – so bestimmt es die Mineral- und Tafelwasserverordnung. Das Anerkennungsverfahren umfasst Untersuchungen, welche die geologische Herkunft sowie die chemischen und hygienisch-mikrobiologischen Eigenschaften im Fokus haben.

Die verschiedenen Mineralwässer schmecken so unterschiedlich, weil die Zusammensetzung und Konzentration der Mineralien, aber auch der Kohlensäure variiert. Abhängig von den Gesteins- und Bodenschichten, durch die das Wasser gesickert ist, befinden sich unterschiedliche Mineralien im Wasser. Man unterscheidet folgende Wassertypen, darüber hinaus gibt es verschiedene Mischformen:

  • Chlorid-Wasser stammt aus Quellen, die durch unterirdische Salzvorkommen geflossen sind. Es ist oft reich an Natrium.
  • Sulfat-Wasser entsteht in besonders gipshaltigen Böden. Je nach Sulfatkonzentration schmeckt es süßlich bis leicht bitter.
  • Hydrogencarbonat-Wasser wird aus kalkhaltigen Gesteinsschichten gewonnen. Diese Wässer schmecken eher neutral.

Bio-Mineralwasser

Logo Biomineralwasser
Logo für Bio-Mineralwasser

Seit einigen Jahren gibt es auch Bio-Mineralwasser zu kaufen. Die Wässer dürfen nicht das EU-Biosiegel tragen; sie tragen ein spezielles Qualitätssiegel, das von der "Qualitätsgemeinschaft für Biomineralwasser e. V." vergeben wird. Es wird nur an Mineralwässer verliehen, die bestimmte Kriterien erfüllen, zum Beispiel schonende, nachhaltige Gewinnung des Rohstoffs sowie schonende Verarbeitung und Vertrieb, ferner werden strengere Grenzwerte für Schadstoffe und Einhaltung sozialer Standards gefordert.

Quellwasser

Quellwasser muss wie Mineralwasser aus einem unterirdischen Wasservorkommen stammen und am Quellort abgefüllt werden. Es wird keine ursprüngliche Reinheit verlangt: Das Wasser muss aber den Kriterien entsprechen, die für Trinkwasser gelten. Eine amtliche Anerkennung ist nicht erforderlich. Die zugelassenen Behandlungsmethoden entsprechen denen des natürlichen Mineralwassers.

Tafelwasser

Tafelwasser besteht aus Trinkwasser und/oder natürlichem Mineralwasser sowie mindestens eine der weiteren zugelassenen Zusätzen wie Mineralsalzen, Natursole (ein natürliches, salzreiches Wasser), durch Wasserentzug im Gehalt an Salzen angereichertes natürliches Mineralwasser, Meerwasser-Kochsalz und bestimmte Zusatzstoffe, zum Beispiel Kohlensäure oder Kalziumcarbonat. Für das Mischungsverhältnis aus Trinkwasser und Mineralwasser gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Tafelwasser kann auch nur aus Trinkwasser plus Kohlendioxid bestehen. Enthält ein Tafelwasser mindestens 570 mg Natriumhydrogencarbonat pro Liter sowie Kohlensäure, kann es auch als Sodawasser bezeichnet werden.

Tafel- und Trinkwasser darf offen im Glas ausgeschenkt werden, Mineralwasser muss immer in der Flasche serviert werden. Wer also im Restaurant "Wasser" bestellt und es offen im Glas erhält, weiß damit automatisch, dass es sich um Trink- oder Tafelwasser handeln muss.

Heilwasser

Heilwasserflaschen und Glas
Heilwasser muss durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen werden

Heilwasser ist ein ursprünglich reines natürliches Wasser, das außerdem heilende, krankheitslindernde oder -verhütende Eigenschaften besitzt. Seine beworbene Wirksamkeit muss amtlich bestätigt werden, bevor es als Heilwasser verkauft werden darf. Sie ist wissenschaftlich nachgewiesen und beruht meist auf dem besonders hohen Mineralstoffgehalt. Heilwasser zählt nicht wie Mineral-, Quell- und Tafelwasser zu den Lebensmitteln, sondern zu den Arzneimitteln und unterliegt den zugehörigen strengen Zulassungs- und Kennzeichnungsregelungen. Es ist jedoch nicht verschreibungspflichtig.

Welche Angaben stehen auf dem Etikett der Wasserflasche?

Je nach Wassersorte sind bestimmte Kennzeichnungen auf dem Flaschenetikett verpflichtend, andere können freiwillig gemacht werden. Damit es keine Verwechslung zwischen natürlichem Mineralwasser, Quell- und Tafelwasser gibt, muss die Verkehrsbezeichnung erkennbar sein. Verkehrsbezeichnungen sind "natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser", "natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure versetzt", "natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt", "Quellwasser" oder "Tafelwasser".

Musteretikett Mineralwasserflasche
Legende: 1 = Name der Quelle, 2 = Quellort, 3 = Verkehrsbezeichnung, 4 = Analysenauszug, 5 = Datum und Herkunft der Analyse, 6 = Mindesthaltbarkeitsdatum

Angaben bei Mineralwasser

Bestimmte Angaben sind jedoch allein beim Mineralwasser verpflichtend:

  • Eventuell erfolgt zusätzlich die Bezeichnung "Säuerling" oder "Sauerbrunnen", wenn beim Mineralwasser der natürliche Kohlendioxidgehalt über 250 mg/l liegt. Als "Sprudel" dürfen Säuerlinge angeboten werden, wenn sie unter ihrem natürlichen Kohlensäuredruck aus der Quelle hervorsprudeln. Diese Bezeichnung ist übrigens auch zulässig für Mineralwässer, die unter Kohlensäurezusatz abgefüllt werden.
  • Bei Mineralwasser ist die Angabe der analytischen Zusammensetzung unter Nennung der charakteristischen Bestandteile (der sogenannte Analysenauszug) verpflichtend. Meistens werden sie in Kationen und Anionen, das sind die positiv oder negativ geladenen Teile eines Salzes, unterteilt aufgelistet. Häufig geben Hersteller auch ein Datum der Analyse an. Ist dies schon etwas älter, ist das kein Nachteil, sondern sagt lediglich aus, dass sich die Werte seitdem nicht verändert haben.
  • Bei Mineralwasser steht je nach Behandlungsverfahren noch "enteisent", "entschwefelt", "Kohlensäure ganz entzogen" oder "Kohlensäure teilweise entzogen" auf dem Etikett. Verpflichtend ist bei entsprechendem Verfahren die Angabe „Dieses Wasser ist einem zugelassenen Oxidationsverfahren mit ozonangereicherter Luft unterzogen worden.“
  • Auf natürlichen Mineralwässern, die mehr als 1,5 mg und bis zu 5,9 mg Fluorid pro Liter enthalten, muss der tatsächliche Gehalt beim Analysenauszug angegeben werden. Zusätzlich müssen sie deutlich lesbar in unmittelbarer Nähe der Verkehrsbezeichnung den Hinweis tragen: "Enthält mehr als 1,5 mg/l Fluorid: Für Säuglinge und Kinder unter sieben Jahren nicht zum regelmäßigen Verzehr geeignet".
  • Die Füllmenge muss in Litern angegeben werden.
  • Die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums ist verpflichtend.
  • Vorgeschrieben ist auch der Name der Quelle und Ort der Quellnutzung mit Firmenbezeichnung und Anschrift.

Bei Mineralwasser können je nach Eigenschaften folgende Angaben freiwillig gemacht werden:

  • "sehr geringer/geringer Gehalt an Mineralstoffen": höchstens 50 mg/500 mg Mineralstoffe pro Liter Wasser
  • "hoher Gehalt an Mineralstoffen": mindestens 1.500 mg Mineralstoffe pro Liter
  • "bicarbonathaltig": über 600 mg Hydrogencarobonat
  • "sulfathaltig": mehr als 200 mg Sulfat
  • "chloridhaltig": mehr als 200 mg Chlorid
  • "calciumhaltig": mehr als 150 mg Calcium
  • "magnesiumhaltig": mehr als 50 mg Magnesium
  • "fluoridhaltig": mehr als 1 mg Fluorid
  • "eisenhaltig": über 1 mg zweiwertiges Eisen
  • "natriumhaltig": über 200 mg Natrium
  • "geeignet für die natriumarme Ernährung": weniger als 20 mg Natrium
  • "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung": höchstens 20 mg Natrium, 10 mg Nitrat, 0,02 mg Nitrit, 240 mg Sulfat, 0,7 mg Fluorid, 0,05 mg Mangan, 0,005 mg Arsen. Weiterhin gelten Grenzwerte für die radioaktiven Isotope Radium 228 20 mBq und Radium 226 125 mBq. Für Uran gilt der Grenzwert von maximal 2 µg.

Angaben bei Quell- und Tafelwasser

Auch Quell- und Tafelwässer müssen einige Angaben auf dem Flaschenetikett ausweisen:

  • Es muss ein Zutatenverzeichnis erfolgen, wenn in der Verkehrsbezeichnung nicht auf zugesetzte Kohlensäure hingewiesen wurde, beziehungsweise wenn Tafelwasser zum Beispiel Mineralsalze, Meerwasser oder Salze zugefügt wurden.
  • Bei Quell- und Tafelwasser ist gegebenenfalls darauf hinzuweisen, dass sie mit Kohlendioxid versetzt wurden, bei Tafelwasser steht gegebenenfalls die Angabe "mit ... Prozent Meerwasser".
  • Quell- oder Tafelwasser darf keine Bezeichnungen auf dem Etikett tragen, die zu Verwechslungen mit natürlichem Mineralwasser führen können. Verboten sind zum Beispiel irreführende Angaben wie "Sprudel", "Quelle", "Brunnen" sowie Fantasienamen, die an ein Mineralwasser erinnern. Bei Tafelwasser sind Hinweise auf eine geografische Herkunft unzulässig, bei Quellwasser Hinweise auf die Zusammensetzung außerhalb des Zutatenverzeichnisses.

Autorin: Ruth Rösch, Attendorn |

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